Samstag, 24. Oktober 2026

Stadtwerke Schwäbisch HallAngebote nach dem Cafeteria-Prinzip

[01.02.2013] Die Zukunft für das Modell Stadtwerke beurteilt Johannes van Bergen, Sprecher der Geschäftsleitung der Stadtwerke Schwäbisch Hall, optimistisch. Attraktive neue Geschäftsfelder seien unter anderem die Kraft-Wärme-Kopplung und Contracting-Dienstleistungen.
Im Interview: Johannes van Bergen

Im Interview: Johannes van Bergen

Johannes van Bergen ist Sprecher der Geschäftsleitung der Stadtwerke Schwäbisch Hall, die zurzeit 480 Beschäftigte zählen. Neben den Bereichen Finanzen und Personal obliegt ihm das Management von 28 beteiligten Tochterunternehmen, wie beispielsweise der A

(Bildquelle: Stadtwerke Schwäbisch Hall)

Herr van Bergen, welches sind die aktuellen Betätigungsfelder im Dienstleistungsbereich der Stadtwerke Schwäbisch Hall?

Einerseits sind die Kraft-Wärme- und Kraft-Wärme-Kälte-Kopplung zu nennen. Die Einsatzchancen haben durch das neue KWK-Gesetz einen Schub bekommen. Andererseits bietet auch das Contracting viele Möglichkeiten. Vor Kurzem bat uns eine Brauerei darum, sie energetisch zu durchleuchten. Ergebnis war, dass wir dort ein Blockheizkraftwerk aufstellen können. Und die ungenutzte Abwärme einer Druckerei in Sindelfingen verkaufen wir nun nach Abschluss eines 20-jährigen Wärmeabnahmevertrags gewinnbringend weiter.

Inwiefern spielen erneuerbare Energien und Energieeffizienz eine Rolle?

Wir denken gerade im Power-to-Gas-Bereich oder im Bereich von Photovoltaikanlagen in Spanien über Projekte nach, die jeweils Beträge im dreistelligen Millionen-Euro-Bereich umfassen. Dabei kommt der Zusammenarbeit mit Stadtwerkeverbünden wie Trianel aus Aachen oder der Südweststrom in Tübingen eine wichtige Funktion zu.

Gibt es Prioritäten bei der Umsetzung neuer Geschäftsfelder?

Nein, bei uns herrscht eher das Cafeteria-Prinzip: Der Kunde nimmt, was ihm gefällt und wir müssen uns darauf flexibel einstellen. Was bei allen Aktivitäten zählt: Sie müssen sich nach vier, spätestens aber zehn Jahren auszahlen.

„Die Aufgabenstellungen sind insgesamt schwieriger geworden.“
Welche Voraussetzungen müssen Sie schaffen, um diese neuen Geschäftsfelder zu bewältigen?

Die Aufgabenstellungen sind insgesamt schwieriger geworden, um die neuen Geschäftsfelder allesamt im Dienstleistungsbereich einzuordnen. Dem Personal kommt somit eine immer wichtigere Rolle zu. Pro Jahr stellen wir rund 60 neue Mitarbeiter ein. Beschäftigte aus der klassischen Energiewirtschaft sind aber oft zu teuer und konzernverbrannt. Wir nehmen daher fast ausschließlich Hochschulabsolventen mit technischer oder betriebswirtschaftlicher Ausbildung und führen sie dann in die energiewirtschaftliche Welt ein. Das klappt ganz gut.

Welche Chancen sehen Sie, mit weiteren Stadtwerken zu kooperieren und was ist dabei zu beachten?

Bundesweit werden mehr als 2.000 Rekommunalisierungsprojekte realisiert. Wir sehen Chancen vor allem im Beteiligungsmanagement. Von Schwäbisch Hall aus können wir Kommunen aus dem Stand heraus alle Funktionen eines Stadtwerks anbieten. Allerdings möchten wir damit keine dauerhaften Abhängigkeiten schaffen und streben stets nur Minderheitsbeteiligungen an.

Wie sehen Sie die Zukunft des Modells Stadtwerke im Allgemeinen?

Ich bin da optimistisch. Gerade die Neugründungsaktivitäten in großen Städten wie Stuttgart und Berlin belegen das Interesse. Synergieeffekte liegen in großen Verbünden, wo Strom- und Wasser­versorgung gemeinsam mit dem öffentlichen Nahverkehr und anderen Angeboten organisiert werden. Denn letztlich hängt ja alles zusammen.

Interview: Martin Frey

van Bergen, JohannesJohannes van Bergen ist Sprecher der Geschäftsleitung der Stadtwerke Schwäbisch Hall, die zurzeit 480 Beschäftigte zählen. Neben den Bereichen Finanzen und Personal obliegt ihm das Management von 28 beteiligten Tochterunternehmen, wie beispielsweise der Ahrtalwerke im nördlichen Rheinland-Pfalz.



Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Unternehmen

EnBW: Energiewelt-App überarbeitet

[16.10.2026] Die EnBW hat ihre Kunden-App überarbeitet und um neue Funktionen zur Verbrauchsüberwachung und Steuerung von Energieanlagen erweitert. Die Anwendung integriert nun auch ein Heim-Energie-Management-System, mit dem sich unter anderem Wärmepumpen und Elektroautos steuern lassen. mehr...

Schleupen/Hansen: Zusammenarbeit verlängert

[16.10.2026] Die Softwareunternehmen Schleupen und Hansen Technologies setzen ihre Zusammenarbeit im Energiedatenmanagement für weitere fünf Jahre fort. Mehr als 80 Energieversorger mit über drei Millionen Messstellen nutzen die gemeinsame Lösung bereits. mehr...

Stadtwerke Tübingen: Gewinn gesteigert

[13.10.2026] Die Stadtwerke Tübingen haben ihren Gewinn im Geschäftsjahr 2025 auf rund 685.000 Euro gesteigert. Trotz anhaltenden Kostendrucks investierte der kommunale Versorger 33,7 Millionen Euro, vor allem in die Energie- und Wasserversorgung. mehr...

Mainova: Bilanz für das erste Halbjahr 2026 vorgelegt

[12.10.2026] Der Energieversorger Mainova hat im ersten Halbjahr 2026 ein bereinigtes Ergebnis von 159,2 Millionen Euro erzielt und damit weniger als im Vorjahr. Während das Gas- und Fernwärmegeschäft zulegte, belasteten höhere Kosten für Erneuerbare-Energien-Projekte die Bilanz. mehr...

VIVAVIS/TelemaxX: Kooperation bei OT-Betrieb

[09.10.2026] VIVAVIS und TelemaxX haben eine Partnerschaft für den Betrieb kritischer OT-Anwendungen in der Energiewirtschaft geschlossen. Die Unternehmen wollen Stadtwerken und Netzbetreibern eine Betriebsplattform anbieten, die vollständig auf deutscher Infrastruktur läuft und ohne internationale Cloud-Anbieter auskommt. mehr...

evm/Iqony: Wärmegeschäft in Koblenz gebündelt

[30.09.2026] Energieversorgung Mittelrhein und Iqony bündeln zum 1. Oktober 2026 ihr Wärmegeschäft im Koblenzer Stadtteil Rauental. Die gemeinsame Gesellschaft Wärme Moselbogen soll die bestehenden Netze verbinden und bis 2034 rund 500 weitere Gebäude anschließen. mehr...

Stadtwerk am See/Stadtwerke Tübingen: Beteiligung an KWA Contracting

[29.09.2026] Das Stadtwerk am See und die Stadtwerke Tübingen sind neue Aktionäre von KWA Contracting. Gemeinsam wollen die Unternehmen Energieprojekte für Städte und Gemeinden in Baden-Württemberg entwickeln und umsetzen. mehr...

STAWAG/Trianel: Langfristige Fortsetzung der Kooperation

[25.09.2026] STAWAG und Trianel setzen ihre Zusammenarbeit bei zentralen energiewirtschaftlichen Dienstleistungen langfristig fort. Schwerpunkte bleiben das Beschaffungs- und Risikomanagement sowie die Vermarktung von Erzeugung und Flexibilität. mehr...

Stadtwerke Buxtehude/enercity contracting: Wärmegesellschaft gegründet

[17.09.2026] Die Stadtwerke Buxtehude und enercity contracting wollen gemeinsam ein Wärmenetz im Nordwesten Buxtehudes entwickeln. Dafür haben die Unternehmen die Buxtehuder StadtWärme GmbH gegründet. Vorgesehen ist unter anderem der Einsatz von Großwärmepumpen. mehr...

Georg Fischer/Jaske & Wolf: Kooperation bei Wärmelösungen

[16.09.2026] Georg Fischer und Jaske & Wolf Verfahrenstechnik bündeln ihre Kompetenzen für die Transformation des Wärmesektors. Im Fokus der strategischen Partnerschaft stehen Lösungen für Wärmeerzeugung, Wärmenetze und die Sektorkopplung. mehr...

Familienfest zum 75-jährigen Bestehen von WAGO am Hauptsitz in Minden mit Mitarbeitenden und ihren Familien vor einem Bällebad.

WAGO: 75-jähriges Bestehen gefeiert

[15.09.2026] Mit einem Familienfest am Hauptsitz in Minden und Päpinghausen hat WAGO sein 75-jähriges Firmenjubiläum gefeiert. Tausende Mitarbeitende und ihre Familien erhielten dabei Einblicke in den Standort und die Unternehmensgeschichte. mehr...

WEMAG: Beteiligung an 360Volt

[15.09.2026] Die WEMAG beteiligt sich mit 15 Prozent am Wärmepumpenspezialisten 360Volt. Mit der Minderheitsbeteiligung will der Energieversorger sein Wärmegeschäft ausbauen und insbesondere neue Angebote für die Wohnungswirtschaft entwickeln. mehr...

Stadtwerke Wunsiedel: Erzeugung für die Region

[15.09.2026] Die Stadtwerke Wunsiedel treiben den Aufbau eines regionalen Energiemarkts voran. Über ihre Beteiligungsgesellschaft Zenergie haben sie sich an dem Plattformanbieter SEtrade beteiligt. Dessen Software soll Erzeugung, Verbrauch und Speicherung von Energie in der Region aufeinander abstimmen. mehr...

kraftwerk Software Gruppe: Verschmelzung zum gemeinsamen Unternehmen

[11.09.2026] Die kraftwerk Software Gruppe hat ihre bisherigen Unternehmen eins+null, iS Software und msu solutions zusammengeführt. Sie firmieren künftig gemeinsam als kraftwerk Software Systems. Die bisherigen Standorte in Regensburg bleiben erhalten. mehr...

Somentec: Aufbau von eigenem AI Hub

[10.09.2026] Somentec hat einen eigenen AI Hub für den Einsatz Künstlicher Intelligenz aufgebaut. Die Plattform soll interne Prozesse unterstützen und künftig auch KI-Funktionen in der Branchenlösung XAP. ermöglichen. mehr...