AhrensburgBaustart für klimaneutrales Wärmenetz

In Ahrensburg hat jetzt der Bau eines klimaneutralen Fernwärmenetzes begonnen.
(Bildquelle: Stadtwerke Ahrensburg GmbH)
In Ahrensburg, Schleswig-Holstein, haben die Stadtwerke jetzt den Bau eines der klimaneutralsten Fernwärmenetze Deutschlands im Gebiet Reeshoop offiziell gestartet. Wie die Stadtwerke mitteilen, hat der symbolische Spatenstich Anfang Juni unter Anwesenheit von Bürgermeister Eckart Boege, Stadtwerke-Geschäftsführerin Julia Schäper und Projektleiter Pawel Cmok stattgefunden.
Julia Schäper betont: „Unter dem Motto ‚Zukunft Wärme‘ streben wir bis 2040 die Versorgung aller Haushalte und Unternehmen in unseren Fernwärmenetzen mit klimaneutraler Wärme an. Damit wären wir fünf Jahre vor dem Bundesziel klimaneutral.“
Fertigstellung bis Ende 2025
Bis Ende 2026 soll laut Stadtwerken ein hochmodernes Fernwärmenetz im Gebiet Reeshoop und Bünningstedter Straße entstehen, für das rund 18 Millionen Euro investiert werden. Zudem wird ein weiteres Fernwärmenetz für die Innenstadt von Ahrensburg geprüft.
Das neue Fernwärmenetz Reeshoop wird ab Ende 2026 jährlich 18 Gigawattstunden klimaneutrale Wärme liefern, zu mindestens 90 Prozent aus erneuerbaren Energien. Eine innovative Nutzung der Abwärme der Kläranlage Bünningstedter Straße ermöglicht es, das Wasser im Fernwärmekreislauf auf circa 85 Grad Celsius zu erhitzen. Cmok ergänzt: „Diese Methode ist deutlich effizienter als die Erwärmung mit Strom.“ Bei höheren Lasten wird zusätzliche Wärme klimafreundlich über Luftwärmepumpen bereitgestellt.
Das Projekt „Wärmegebiet Reeshoop“ umfasst zwei Hauptabschnitte: die Energiezentrale und das Fernwärmenetz. Die Energiezentrale, derzeit in der Planungsphase, wird Wärme aus dem gereinigten Abwasser der nahegelegenen Kläranlage mittels Wärmepumpentechnik auf das Nutztemperaturniveau des Fernwärmenetzes bringen. Höhere Lasten werden durch zusätzliche Luftwärmepumpen und Spitzenlasten über Bestandskesselanlagen abgedeckt.
Umfassende Kommunikationsmaßnahmen
Das neue Wärmenetz wird an eine bestehende Fernwärmetrasse aus dem Jahr 2021 angeschlossen und umfasst etwa 2.200 Meter Fernwärmeleitung. Es wird eine Wärmeleistung von rund neun Megawatt transportieren. Das Projekt wird durch Fördermittel des Kraft-Wärme-Kopplungsgesetzes (KWKG) und der Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW) unterstützt. Die Fertigstellung ist bis zum 31. Dezember 2026 geplant.
Um maximale Akzeptanz bei den Bürgerinnen und Bürgern zu gewährleisten, haben die Stadtwerke Ahrensburg umfassende Kommunikationsmaßnahmen eingeleitet. Wolfgang Mohr, Marketing-Leiter der Stadtwerke Ahrensburg, erklärt: „Wir bauen eines der klimaneutralsten Wärmenetze in Deutschland. Es wäre schade, wenn das Projekt in Ahrensburg nicht auf Akzeptanz stößt, weil wir es nicht geschafft haben, Anwohnende vernünftig zu informieren.“ Es wurden eine Landingpage mit FAQ und News-Bereich eingerichtet, eine Hotline geschaltet und eine Informationsbroschüre verteilt. Eine Informationsveranstaltung für alle Interessierten fand eine Woche nach Baubeginn statt.
Dresden: Intelligentes Fernwärmenetz in Betrieb gegangen
[23.03.2026] In Dresden-Friedrichstadt ist ein digital gesteuertes Fernwärmenetz mit modularer Großwärmepumpe in Betrieb gegangen. Das Projekt zeigt, wie sich erneuerbare Wärme und intelligente Datensteuerung für eine effizientere und klimafreundliche Versorgung kombinieren lassen. mehr...
Stadtwerke Tübingen: Förderung für Großwärmepumpe erhalten
[20.03.2026] Die Stadtwerke Tübingen erhalten 23 Millionen Euro Förderung für eine Großwärmepumpe am Klärwerk. Damit gewinnt die Transformation der Fernwärme an Tempo und ein zentraler Baustein für die Dekarbonisierung rückt näher. mehr...
Kooperation: Klimaneutrale Wärme in der Lausitz
[16.03.2026] Drei Stadtwerke aus der Lausitz treiben ihre Wärmewende voran. Die Unternehmen aus Weißwasser, Hoyerswerda und Spremberg haben einen Planervertrag für ein gemeinsames Projekt zur Transformation der Wärmeversorgung unterzeichnet. Das Ziel ist eine weitgehend dekarbonisierte Wärmeversorgung bis Mitte der 2030er Jahre. mehr...
BEE: Positionspapier empfiehlt Holzenergie für die Wärmeversorgung
[09.03.2026] Ein neues Positionspapier des Bundesverbands Erneuerbare Energie stellt Holzenergie als zentralen Baustein der Wärmewende dar. Angesichts geopolitischer Risiken und steigender Preise für Öl und Gas fordert der Verband, heimische Holzwärme stärker in der Wärmeversorgung zu berücksichtigen. mehr...
Jade Hochschule: Vereinheitlichung der kommunalen Wärmeplanung
[04.03.2026] Die Jade Hochschule will die kommunale Wärmeplanung in Niedersachsen mit einem landesweit einheitlichen Daten- und Methodenstandard harmonisieren. Ein neues, vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördertes Forschungsprojekt soll Kommunen schneller zu belastbaren Entscheidungen über Wärmenetze oder dezentrale Lösungen führen. mehr...
Saarland: Studie analysiert Wärmeversorgung
[04.03.2026] Eine neue Studie analysiert die Wärmeversorgung im Saarland und zeigt Wege zur klimaneutralen Wärmewende auf. Die Untersuchung soll Kommunen eine belastbare Grundlage für ihre Wärmeplanung bis 2045 liefern. mehr...
Region Mitte Niedersachsen: Förderung dreier Klimaschutz-Projekte
[02.03.2026] Die Zukunftsregion Mitte Niedersachsen fördert drei Projekte zu Mikrowärmenetzen, energetischer Sanierung und Abfallpädagogik mit rund 540.000 Euro. Die Bescheide übergab Landesbeauftragter Ottmar von Holtz in Rehburg-Loccum und setzte damit ein Signal für die interkommunale Zusammenarbeit in Klimaschutz und Kreislaufwirtschaft. mehr...
Braunschweig: Holzheizkessel in Betrieb genommen
[27.02.2026] BS Energy und SH Kraft & Wärme haben im Braunschweiger Energie Effizienz Quartier Gliesmarode/Querum einen zweiten Holzheizkessel in Betrieb genommen. Mit der Leistungssteigerung um 50 Prozent wächst der Anteil erneuerbarer Wärme im Quartiersnetz weiter und das Ziel einer vollständig regenerativen Versorgung bis 2040 rückt näher. mehr...
Gebäudemodernisierungsgesetz: Kritik und Lob von Branchenverbänden
[26.02.2026] Das neue Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG) setzt auf eine Grüngasquote, eine entfristete Bio-Treppe und stärkere Förderung für Fernwärmenetze. Verbände aus der Energie- und Wärmewirtschaft begrüßen den Kurswechsel, warnen aber vor Preisrisiken, fehlender Planungssicherheit und offenen Detailfragen. mehr...
Böhl-Iggelheim: Entstehung von kaltem Nahwärmenetz
[26.02.2026] In Böhl-Iggelheim entsteht an der Jakob-Heinrich-Lützel-Grundschule ein kaltes Nahwärmenetz auf Basis von Erdsonden und Sole-Wasser-Wärmepumpen. Das Projekt soll die kommunale Wärmeversorgung ab 2026 klimafreundlich sichern und perspektivisch ein ganzes Quartier einbinden. mehr...
Vaillant: XL-Wärmepumpe für Mehrfamilienhäuser
[23.02.2026] In Dortmund wurde erstmals eine sechsstufige Wärmepumpenanlage der XL-Variante in Betrieb genommen. Das System versorgt zwei Mehrfamilienhäuser aus den 1960er-Jahren. Laut den Beteiligten spart es jährlich 20,5 Tonnen CO₂ ein. mehr...
Stadtwerke Lemgo: Beteiligungsvolumen für Großwärmespeicher ausgeschöpft
[20.02.2026] Das Beteiligungsvolumen für den Großwärmespeicher der Stadtwerke Lemgo ist binnen weniger Tage vollständig ausgeschöpft. Zwei Millionen Euro flossen in das Projekt zur klimaneutralen Wärmeversorgung und zeigen die breite Unterstützung für die Wärmewende vor Ort. mehr...
Enpal: Wärmepumpe kompensiert Fernwärmenetz
[20.02.2026] Enpal steigt in die kommunale Wärmeplanung ein und übernimmt für Städte und Gemeinden die Versorgung von Haushalten außerhalb bestehender Fernwärmenetze mit Wärmepumpen. Damit reagiert das Unternehmen auf den wachsenden Handlungsdruck der Kommunen und will mit hoher Installationskapazität eine Lücke in der lokalen Wärmewende schließen. mehr...
BBSR: Studie zur Wärmeplanung mit Digitalen Zwillingen
[18.02.2026] Eine neue Studie untersucht, wie Digitale Zwillinge die kommunale Wärmeplanung strategisch unterstützen. Der Bericht des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung zeigt anhand von 189 Kommunen, wann sich der Einsatz digitaler Modelle lohnt und wo ihre Grenzen liegen. mehr...
Cuxhaven: Alter Fischereihafen erhält Energiespundwand
[13.02.2026] Niedersachsen fördert im Alten Fischereihafen Cuxhaven eine bundesweit einzigartige Energiespundwand, die Wärme direkt aus dem Meerwasser gewinnt. Das 3,1-Millionen-Euro-Projekt soll ein 61.000 Quadratmeter großes Quartier klimaneutral mit Heiz- und Kühlenergie versorgen und gilt als Modell für die Wärmewende in Häfen. mehr...















