Donnerstag, 12. März 2026

Serie Kommunales EnergiemanagementDie Rolle des Hausmeisters

[16.11.2017] Wie können Städte und Gemeinden sowohl Klimaschutzmaßnahmen umsetzen als auch den Gemeindehaushalt entlasten? stadt+werk begleitet das Energieeffizienz-Netzwerk im baden-württembergischen Enzkreis auf seinem Weg, die Energieeffizienzpotenziale seiner kommunalen Liegenschaften zu erschließen. Teil 6 der Serie.
Hausmeisterschulungen sind ein wichtiges Element beim Gebäudeenergie-Management.

Hausmeisterschulungen sind ein wichtiges Element beim Gebäudeenergie-Management.

(Bildquelle: KEA / Triolog)

Im Jahr 2015 schlossen sich acht Gemeinden aus dem Enzkreis in Baden-Württemberg zu einem kommunalen Energieeffizienz-Netzwerk zusammen. Gemeinsam und voneinander lernen lautet das Motto. Die Idee dazu hatte die KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg. Nachdem jede Netzwerkgemeinde ein monatliches Verbrauchscontrolling etabliert sowie investive Maßnahmen und deren Förderung mithilfe von Contracting geprüft hatte, setzten die Kommunen das Thema Beleuchtung auf ihre Prioritätenliste. Bei einem weiteren Netzwerktreffen stand nun die Betriebsoptimierung technischer Anlagen in Verbindung mit einer Vor-Ort-Hausmeisterschulung im Fokus.

Höhere Energieeffizienz ohne Komfortverlust

Betriebsoptimierung bedeutet, eine Anlage so effizient wie möglich zu betreiben – und das möglichst ohne Komfortverlust. Die Teilnehmer des Netzwertreffens erörterten dies am Beispiel der Nachtabsenkung einer Heizungsanlage: Öffentliche Liegenschaften wie etwa Schulen benötigen in den Nachtstunden keine Heizung. Daher lässt sich die Raumtemperatur in dieser Zeit durch Einstellungen an der Heizungsregelung absenken. Der Nutzer merkt davon nichts, da die Raumtemperatur gegen Morgen rechtzeitig wieder steigt. Ein weiteres Beispiel in diesem Zusammenhang ist ein Absenken der Raumtemperatur am Wochenende oder in den Schulferien. Durch Nacht- und Wochenendabsenkung lassen sich erhebliche Mengen Heizenergie einsparen.
Es existieren noch eine Reihe weiterer Möglichkeiten der Optimierung an Heizungs- und Lüftungsanlagen. In der Regel sind es einfache Veränderungen der Regelungsparameter, an die bislang schlicht niemand gedacht hat. Die Teilnehmer des Netzwerktreffens stellten nachfolgend die Frage, wer sich nach einer ersten Optimierung um die regelmäßige Anpassung wie Zeitprogramme und Ferienbetrieb kümmern sollte. Einhellige Antwort: sensibilisierte, motivierte und an Ihren eigenen Anlagen geschulte Hausmeister.

Basis des Energie-Managements

Um Hausmeister zu schulen, gibt es zwei Möglichkeiten: Eine davon ist nach einer Anlagensanierung die Einweisung durch die Fachfirma. Diese Einführungen sind jedoch nicht selten sehr kurz und lückenhaft. Das führt dazu, dass sich auftretende Problemen häufig nur mit Hilfe der Fachfirma lösen lassen. Die zweite Variante ist eine Gruppenveranstaltung, durchgeführt durch eine einschlägige Organisation. Solche Termine bleiben inhaltlich in der Regel zwar recht allgemein, damit sie jeden Teilnehmer erreichen. Sie bewirken allerdings eine grundsätzliche Sensibilisierung für das Thema Energiesparen.
Ideal ist also eine Kombination aus einer Schulung über technische Grundlagen und der Einweisung des Bedienpersonals direkt an der technischen Anlage. So lassen sich zum einen die Einstellungen der Anlagentechnik optimieren. Zum anderen lernt der Hausmeister, wie er die Einstellungen seiner Anlage an bestimmte Nutzungs- oder Witterungsbedingungen wie Jahreszeiten, Ferien, Elternabend etc. anpassen kann. Für spätere Fragen oder eventuelle Nachfolger ist es sinnvoll, die Anweisungen auch schriftlich festzuhalten.
Da sich Hausmeister stets in einem Spannungsfeld zwischen den unterschiedlichen Anforderungen seitens der Nutzer und der Kommunalverwaltung bewegen, brauchen sie noch weitere Unterstützung. Gut kombinieren lässt sich eine Ganztagesschulung daher mit einem moderierten Workshop zum Thema „Wie kann ich Konflikte mit den Nutzern lösen?“





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