Freitag, 27. Februar 2026

PilotprojektDigitale Zähler für die Domstadt

[26.01.2012] Ein Vorhaben mit Pioniercharakter: Erstmals bringt ein Energieversorger in einer deutschen Großstadt in größerem Umfang ein Smart-Meter-System für alle Energiesparten und Wasser in tausende Haushalte.
RheinEnergie: Smart-Meter-Projekt in Köln.

RheinEnergie: Smart-Meter-Projekt in Köln.

(Bildquelle: RheinEnergie AG)

Mit einem bundesweit bislang einzigartigen Pilotprojekt bereitet das Unternehmen RheinEnergie die Stadt Köln auf die smarte Energiewelt vor. Dafür installiert der Versorger zunächst in 350 größeren Wohnhäusern insgesamt 30.000 digitale Zähler für Strom, Gas, Wärme und Wasser sowie die Technik zur Datenübertragung.
Im Vorfeld hat RheinEnergie in Zusammenarbeit mit Herstellern und Verbänden bereits die Entwicklung eines spartenübergreifenden Systems und einheitlicher technischer Standards vorangetrieben. Wie das Unternehmen mitteilt, wurden zwei Jahre lang verschiedene technische Komponenten (Smart Meter, Datensammler, Kommunikationstechnik) und vertriebliche Angebote in mehreren hundert Kölner Häusern getestet.

Smartes Energienetz

Smart Meter sind zentrale Bausteine für die Energieversorgung der Zukunft, heißt es bei RheinEnergie. Aus einer steigenden Zahl dezentraler Anlagen würden Kunden künftig vermehrt Strom ins Netz einspeisen. Damit ändere sich der bisherige Energiefluss vom Kraftwerk zu Kunden. Nur ein intelligentes, interaktives Energienetz (Smart Grid) werde das effiziente und zuverlässige Zusammenspiel aller Akteure auf dem künftigen Energiemarkt von Erzeugung, Speicherung, Netz-Management und Verbrauch sichern können. Smart Meter als Schnittstelle zwischen Netz und Kunde spielten dabei eine zentrale Rolle.
Mit der Entwicklung des smarten Netzes wächst auch die zu verarbeitende Datenmenge immens. Nach Angaben von RheinEnergie steigt allein in Köln die Zahl von gegenwärtig rund zwei Millionen auf künftig 50 Milliarden Datensätze für Energie und Wasser. Die Fähigkeit, diese großen Datenmengen zu verarbeiten, wird für Versorgungsunternehmen zu einem entscheidenden Erfolgsfaktor. RheinEnergie-Vorstand Thomas Breuer, der auch den Bereich IT verantwortet, erklärt: „Wir sammeln bereits heute Erfahrungen, die uns morgen nützlich sind, wenn wir, gemäß den gesetzlichen Vorgaben, nach und nach die Kölner Haushalte mit der modernen Technik ausstatten.“
Die technische Lösung des Smart Metering soll die Umsetzung der Vorgaben im Energiewirtschaftsgesetz erleichtern. Sie ermöglicht Kunden und Dienstleistern den zuverlässigen Überblick über ihren Energieverbrauch. Auf Basis der Technik will die RheinEnergie ihren Kunden energiesparende Tarife und nützliche Services anbieten. Wenn die Kunden wissen, wann sie wie viel Energie verbraucht haben, können sie ihr Nutzungsverhalten gezielt steuern und den günstigsten Tarif auswählen. Allerdings müsse der Kunde seinen Teil zum Energiesparen beitragen, so Thomas Breuer, denn: „Die smarte Energiewelt, braucht den smarten Kunden.“

Projekt SmartCity Cologne

Was mit moderner Technik darüber hinaus bereits heute machbar ist, wollen RheinEnergie und die Stadt Köln in einem gemeinsamen Projekt zeigen. Im Zuge des Projekts SmartCity Cologne soll eine Energiestraße entstehen – mit einer Ladestation für Elektrofahrzeuge, dimmbaren Straßenlaternen und klimaschonend versorgten Häusern – alles mit intelligenter Technik versehen. Das Projekt soll außerdem eine Plattform für alle Kölner Einzelprojekte sein, die zur Minderung von CO2 beitragen. „Der Wandel in die smarte Energiewelt ist nicht aufzuhalten. Wir wollen dabei Vorreiter sein. Mit neuen Dienstleistungen und Tarifangeboten, die auf Energiesparen abzielen, können wir auch auf diesem Weg zu einer nachhaltig klimaschonenden Energieversorgung beitragen“, sagt Thomas Breuer.





Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Informationstechnik
bericht

Plattformstrategie: Hybrid denken, souverän handeln

[26.02.2026] Die Erlanger Stadtwerke sind mit Microsoft 365 auf eine Plattform umgestiegen, die Mitarbeitende spürbar entlastet und die Zusammenarbeit effizienter gestaltet. Im Sinne der digitalen Souveränität wurde für die Softwarearchitektur ein hybrider Ansatz gewählt. mehr...

Wuppertaler Stadtwerke: IT-Partnerschaft mit rku․it besiegelt

[23.02.2026] Die Wuppertaler Stadtwerke bauen ihre IT mit der NextGen-Plattform von rku.it aus. Die strategische Partnerschaft soll Prozesse im SAP-Umfeld modernisieren und den kommunalen Versorger langfristig digital absichern. mehr...

cortility: Zusatzmodule an SAP S/4HANA angepasst

[20.02.2026] Das Unternehmen cortility hat mehrere Zusatzmodule für SAP S/4HANA Utilities überarbeitet. Die Lösungen nutzen die neue Systemarchitektur und lassen sich ohne große Anpassungen integrieren. Weitere Erweiterungen sind angekündigt. mehr...

Salesfive: CRM-Vorlage für Stadtwerke

[20.02.2026] Die Energieversorgung Oberhausen und Salesfive präsentieren eine CRM-Lösung für Stadtwerke. Die auf Praxiserfahrungen basierende Vorlage soll den Kundenservice schneller und effizienter machen. Laut den Unternehmen ist der Start innerhalb weniger Wochen möglich. mehr...

Martin: Umstieg auf Stackable Data Platform

[18.02.2026] Das Unternehmen Martin für Umwelt- und Energietechnik analysiert Betriebsdaten seiner Waste-to-Energy-Anlagen mit der Stackable Data Platform zentral in einer Open-Source-Umgebung. Damit will das Unternehmen Emissionen präziser steuern, Wartungen vorausschauend planen und als Teil Kritischer Infrastruktur datensouverän bleiben. mehr...

Visualisierung einer Energiehandels-Software vor einem Windpark bei Sonnenuntergang: Links ist ein digitales Dashboard mit Diagrammen, Kurven und Tabellen zu Stromdaten zu sehen, rechts erstrecken sich mehrere Windkraftanlagen. Rote, leuchtende Datenlinien durchziehen die Landschaft und symbolisieren die digitale Vernetzung und Steuerung erneuerbarer Energien.

Kisters: Neue Plattform für den Energiehandel

[12.02.2026] Das Unternehmen Kisters präsentiert auf der E-world energy & water 2026 eine neue Software für das Portfoliomanagement. Die Lösung richtet sich an Energiehändler, Stadtwerke und Dienstleister. Sie soll Prozesse automatisieren und den Handel mit Strom und Gas effizienter machen. mehr...

bericht

Klimamanagement: Software und Beratung aus einer Hand

[11.02.2026] Der IT-Dienstleister regio iT unterstützt Kommunen mit einem modularen Lösungspaket bei Klimaschutz- und Klimaanpassungsstrategien. Es handelt sich um eine synergetische Kombination aus IT-gestütztem Datenmanagement, strategischer Beratung und effizienter Beschaffung. mehr...

ITC: KI-Werkzeugkasten vorgestellt

[30.01.2026] ITC hat einen cloudbasierten KI-Werkzeugkasten für Stadtwerke und Energieversorger vorgestellt, der sofort einsetzbare Funktionen für Kundenservice, Prozessautomatisierung und Energiemanagement bündelt. Ziel ist es, technische Hürden abzubauen und Künstliche Intelligenz als praktisches Arbeitsmittel im Tagesgeschäft einzuführen. mehr...

Stadtwerke Eberbach: Umstieg auf Kraftwerk-Plattform

[29.01.2026] Die Stadtwerke Eberbach ersetzen ihr bisheriges SAP-System durch die Kraftwerk-Plattform auf Basis von Microsoft Business Central. Ausschlaggebend für die Entscheidung war die Möglichkeit, alle energiewirtschaftlichen Prozesse auf einer durchgängigen Softwarelösung abzubilden. mehr...

GABO IDM: Zunehmende Bedeutung von Digitalen Informationszwillingen

[27.01.2026] Digitale Informationszwillinge sollen ungeplante Stillstände in Energieanlagen deutlich verkürzen und die Anlagenverfügbarkeit erhöhen. Nach Angaben der GABO IDM bündeln sie technische Daten, Dokumentation und Prozesse in einer zentralen, webbasierten Plattform. mehr...

TelemaxX: Verunsicherung bei Cyber-Sicherheit nimmt zu

[15.01.2026] Seit Inkrafttreten des NIS-2-Gesetzes nimmt die Verunsicherung vieler mittelständischer Unternehmen bei Fragen der Cyber-Sicherheit deutlich zu. Der Rechenzentrumsbetreiber TelemaxX meldet eine stark gestiegene Nachfrage nach Beratung zu Compliance, IT-Betrieb und Nachweispflichten. mehr...

The Green Bridge: Mit KI Netze schützen

[14.01.2026] Sabotageakte auf Strom- und Versorgungsnetze zeigen, wie verwundbar Städte sind. Ein KI-gestütztes Geo-Clustering soll helfen, kritische Knotenpunkte präzise zu erkennen, gezielt zu schützen und im Ernstfall schneller zu reagieren. mehr...

interview

Heim-Energiemanagement: Den Einstieg erleichtern

[17.12.2025] Das Tochterunternehmen von MVV Energie, beegy, hat ein auf die Anforderungen von Stadtwerken zugeschnittenes Heim-Energiemanagementsystem (HEMS) entwickelt. stadt+werk sprach mit Geschäftsführer Carsten Bruns über die Eigenschaften und Vorzüge der White-Label-Lösung. mehr...

regiocom: Neue Cloud-Lösung für das Regulierungsmanagement

[17.12.2025] Eine neue Cloud-Plattform soll das Regulierungsmanagement in der Energiewirtschaft flexibler und modularer machen. Die RegMan-Plattform 1.0 ersetzt eine seit 20 Jahren genutzte Systemlösung und startet offiziell zur E-world 2026. mehr...

BSI: Analyse zu KRITIS-Angriffen

[15.12.2025] Prorussische Hacktivisten setzen laut einer neuen internationalen Analyse zunehmend auf einfache Angriffsmethoden, um Kritische Infrastrukturen zu stören. Die Gemeinschaftspublikation mehrerer Sicherheitsbehörden zeigt, wo Betreiber besonders wachsam sein müssen. mehr...