Donnerstag, 12. Februar 2026

NiedersachsenEnergiewendebericht 2022 vorgestellt

[21.06.2023] Der Energiewendebericht des Niedersächsischen Ministeriums für Umwelt, Energie und Klimaschutz zeigt, dass Niedersachsen bereits 64 Prozent seines Stroms aus erneuerbaren Energien erzeugt.

Der niedersächsische Minister für Umwelt, Energie und Klimaschutz Christian Meyer (Bündnis 90/Die Grünen) hat jetzt den Energiewendebericht 2022 vorgestellt. Das teilt das Niedersächsische Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz mit, das für den Bericht verantwortlich zeichnet. Demnach stammen bereits 64 Prozent der erzeugten 77,4 Terawattstunden (TWh) aus erneuerbaren Energien. Bei Windenergie und Biogas sei Niedersachsen bundesweit führend.
Auch wenn der Anteil der erneuerbaren Energien am Bruttostromverbrauch in Niedersachsen mit rund 92 Prozent im Jahr 2022 bereits doppelt so hoch liegt wie in Deutschland insgesamt, mahnt Energieminister Meyer, den eingeschlagenen Weg fortzusetzen. Er führte aus: „Wir brauchen in Zukunft immer mehr Strom für die Mobilität und für die Wärmewende. Der Anteil von Gas, Kernenergie und auch Kohlestrom ist bei uns in Niedersachsen im Jahr 2022 deutlich zurückgegangen. Um den Klimawandel zu bremsen, müssen wir die erneuerbaren Energien aber so schnell wie möglich weiter ausbauen. Denn Niedersachsen ist als Agrar- und Küstenland wie kein anderes Bundesland von den Folgen der Klimakrise betroffen.“

Windenergieland Nummer 1

Nach Angaben des Ministeriums ist Niedersachsen mit Abstand das Windenergieland Nummer eins in Deutschland. Im Ländervergleich der Windenergie an Land liege Niedersachsen sowohl bei den erteilten Genehmigungen für neue Anlagen (im Jahr 2022 wurden 198 Anlagen genehmigt) als auch bei der installierten Gesamtleistung mit rund 12.100 Megawatt (MW) unangefochten auf Platz 1. Auch beim Thema Biogas sei Niedersachsen bundesweit führend und produziere mit 1.451 MW installierter elektrischer Leistung so viel Strom aus Biogas wie kein anderes Bundesland.
Auch bei der Photovoltaik sei Niedersachsen auf einem guten Weg: Im Jahr 2022 sei ein deutlicher Zubau von fast 600 MW PV-Leistung zu verzeichnen. Die gesamte installierte PV-Leistung in Niedersachsen liege damit bei rund 5.600 MW.
Die energiebedingten CO2-Emissionen hätten in Niedersachsen im Jahr 2022 einen neuen Tiefstand erreicht. Von 1990 bis 2022 seien sie von 76,8 Millionen Tonnen CO2 um fast 28 Prozent auf 55,4 Millionen Tonnen gesunken.

Anstrengungen erhöhen

Minister Meyer wies darauf hin, dass das Land seine Anstrengungen deutlich erhöhen müsse, um das Reduktionsziel von 75 Prozent bis 2030 zu erreichen. Er sei aber optimistisch, dass dies gemeinsam mit der Wirtschaft und der Bevölkerung gelingen könne. So würden Stahlwerke und Autokonzerne klimaneutral werden. Die in Niedersachsen bereits vorgeschriebene kommunale Wärmeplanung fördere die Wärmewende, die Task Force Energiewende und das Windenergie-Beschleunigungs-Gesetz erleichterten den Ausbau der erneuerbaren Energien und den Umbau der Wirtschaft. Hinzu kämen die Anstrengungen im Offshore-Bereich und bei der grünen Wasserstoffproduktion. Meyer betonte, dass Niedersachsens Küste die grüne Energiedrehscheibe Deutschlands werden solle. Mit günstigem klimaneutralem Strom und Wasserstoff könnten alle profitieren und die Klimaziele erreicht werden. Er kündigte an, dass das Land gemeinsam mit dem Bund ein grünes Wasserstoffnetz in Niedersachsen mit Erzeugung, Speicherung, Transport und Nutzung als Ersatz für fossiles Öl und Gas mit mindestens 2,4 Milliarden Euro fördern werde.





Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Politik
Einzelne Windkraftanlage auf einer leicht hügeligen, abgeernteten Feldfläche. Der hohe Turm mit rot-weißen Markierungen ragt in einen blauen Himmel mit großen, weißen Wolken. Die Landschaft wirkt weit und offen, im Vordergrund erstreckt sich ein goldenes Getreidefeld.

Offener Brief: Länder fordern mehr Ausschreibungen

[12.02.2026] Auf eine schnelle Anhebung der Ausschreibungsvolumina für Windkraft an Land drängen mehrere Energieministerinnen und -minister. In einem gemeinsamen Brief wenden sie sich deshalb an die Bundesnetzagentur und das Bundeswirtschaftsministerium. Hintergrund sind verfehlte Ausbauziele bei den erneuerbaren Energien. mehr...

Netzpaket: Verbände sehen Nachbesserungsbedarf

[12.02.2026] Zum Referentenentwurf für das sogenannte Netzpaket nehmen weitere Branchenverbände Stellung. BDEW und BEE sehen Nachbesserungsbedarf und warnen vor Eingriffen in Planungssicherheit und Investitionsbedingungen. mehr...

Auf einem weiten Ackerland wird eine Windenergieanlage errichtet: Ein großer Turm steht bereits, ein roter Baukran montiert weitere Bauteile. Am Boden liegen Rotorblätter mit roten Spitzen, Turmsegmente und Technikcontainer, im Hintergrund sind mehrere fertige Windräder in der Landschaft zu sehen.

Pläne der Bundesregierung: Netzpaket stößt auf Kritik

[11.02.2026] Die geplanten Änderungen beim Netzanschluss für erneuerbare Energien sorgen für Widerstand. Neben dem Bundesverband WindEnergie warnt auch die rheinland-pfälzische Klimaschutzministerin Katrin Eder vor den Folgen für Investitionen, Kommunen und die Versorgungssicherheit. Sie fordert einen Kurswechsel zugunsten von Netzausbau und Flexibilität. mehr...

Baden-Württemberg: Klimaschutz-Programm reaktiviert

[04.02.2026] Kommunen in Baden-Württemberg können wieder Förderanträge für Beratungs- und Begleitmaßnahmen zur energetischen Sanierung öffentlicher Gebäude stellen. Das Land reaktiviert dafür den zweiten Teil des Programms Klimaschutz-Plus und ergänzt die bereits laufende Investitionsförderung. mehr...

Steinbeis: Neue AG für Konfliktkommunikation

[02.02.2026] Eine neue Arbeitsgemeinschaft hat sich zum Ziel gesetzt, Konflikte bei Energie- und Infrastrukturprojekten zu verringern. Sie richtet sich an Verantwortliche aus Unternehmen und Kommunen. Ziel ist es, Bürgerinnen und Bürger stärker in Planungen einzubeziehen. mehr...

BDEW: Milliardeninvestitionen in den Netzausbau gefordert

[02.02.2026] Neue Regionalszenarien der Stromverteilnetzbetreiber zeigen einen drastisch steigenden Bedarf an Netzanschlüssen bis 2045. Der BDEW fordert deshalb Milliardeninvestitionen in den Netzausbau und bessere regulatorische Rahmenbedingungen, um privates Kapital zu mobilisieren. mehr...

KRITIS-Dachgesetz: BDEW fordert Tempo

[30.01.2026] Der Bundestag hat gestern das KRITIS-Dachgesetz zur Umsetzung der CER-Richtlinie verabschiedet. Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft fordert nun Tempo, klare Zuständigkeiten und eine praxisnahe Ausgestaltung, um die Resilienz kritischer Infrastrukturen wirksam zu erhöhen. mehr...

Gebäudeenergiegesetz: Spitzenverbände fordern Reform

[29.01.2026] Mehrere Spitzenverbände aus Energie-, Kommunal- und Immobilienwirtschaft fordern eine schnelle und grundsätzliche Reform des Gebäudeenergiegesetzes hin zu einem Gebäudemodernisierungsgesetz. Sie verlangen klare, investitionsfreundliche und praxistaugliche Regeln, die nationale und europäische Vorgaben zusammenführen. mehr...

VKU: Kurskorrektur beim Offshore-Ausbau gefordert

[28.01.2026] Der Verband kommunaler Unternehmen fordert anlässlich des Nordsee-Gipfels eine Kurskorrektur beim Ausbau der Offshore-Windenergie. Ziel sei ein Ausbaupfad, der Systemkosten begrenzt, Netze besser auslastet und Investitionen wirtschaftlich tragfähig macht. mehr...

BSW-Solar: Bündnis fordert Fortsetzung der Photovoltaik-Förderungen

[28.01.2026] Ein breites Bündnis aus Wirtschafts- und Zivilgesellschaftsverbänden warnt vor geplanten Kürzungen bei der Förderung von Photovoltaik auf Gebäuden. Nach Ansicht der Unterzeichner würde ein Abbau der Förderung den Solarausbau bremsen, Strompreise verteuern und die Klimaziele gefährden. mehr...

Rheinisches Revier: Gigawattpakt erreicht Ausbauziele

[26.01.2026] Der Gigawattpakt im Rheinischen Revier erreicht schneller als geplant zentrale Ausbauziele: Die installierte Leistung erneuerbarer Energien ist seit Ende 2020 auf 4,4 Gigawatt gestiegen. Damit rückt die für 2028 vorgesehene Marke von fünf Gigawatt bereits nach knapp vier Jahren in greifbare Nähe. mehr...

Schleswig-Holstein: Erhöhung des Bürgerenergiefonds

[20.01.2026] Schleswig-Holstein erhöht den Bürgerenergiefonds um weitere fünf Millionen Euro und stärkt damit die Finanzierung von Energieprojekten in Bürgerhand. Das Gesamtvolumen des Fonds steigt auf 15 Millionen Euro und soll neue Wind-, Solar- und Wärmeprojekte anschieben. mehr...

BDEW: Stellungnahme zur Kraftwerksstrategie

[19.01.2026] Bundesregierung und EU-Kommission haben sich auf Eckpunkte der Kraftwerksstrategie verständigt und damit den Weg für neue Ausschreibungen und zusätzliche gesicherte Leistung geebnet. Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft sieht darin ein wichtiges Signal für Versorgungssicherheit und Investitionen in steuerbare Kapazitäten. mehr...

BDEW: Zehn-Punkte-Papier für mehr Resilienz

[14.01.2026] Nach dem mehrtägigen Stromausfall infolge eines Brandanschlags in Berlin fordert der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft rasche politische und rechtliche Konsequenzen. Ein Zehn-Punkte-Papier soll die Resilienz Kritischer Energie- und Wasserinfrastrukturen gegen Sabotage, Ausfälle und Krisen stärken. mehr...

Deutscher Landkreistag: Änderungen an KRITIS-Dachgesetz gefordert

[12.01.2026] Ein mehrtägiger Stromausfall nach einem Anschlag im Berliner Südwesten hat aus Sicht der Landkreise gravierende Schwachstellen in der Krisenvorsorge offengelegt. Der Deutsche Landkreistag dringt deshalb auf einen umfassenderen Schutz Kritischer Infrastrukturen und auf Nachbesserungen beim geplanten KRITIS-Dachgesetz. mehr...