Samstag, 19. September 2026

Offshore-WindkraftFörderung sinkt auf 0,44 Cent

[19.04.2017] Die Zuschläge in der ersten Ausschreibung für Offsore-Windparks hat jetzt die Bundesnetzagentur erteilt. Die EEG-Förderung ist dabei von 19,4 auf 0,44 Cent gesunken. Einige der bezuschlagten Projekte kommen auch ohne Subventionen aus.
Die 78 Siemens-Windkraftanlagen des Nordsee-Offshore-Windparks Borkum Riffgrund 1 gingen im Oktober 2015 offiziell in Betrieb. Eigentümer ist Dong Energy.

Die 78 Siemens-Windkraftanlagen des Nordsee-Offshore-Windparks Borkum Riffgrund 1 gingen im Oktober 2015 offiziell in Betrieb. Eigentümer ist Dong Energy.

(Bildquelle: Dong Energy)

Die Bundesnetzagentur (BNetzA) hat jetzt die Zuschläge in der ersten Ausschreibung für Offshore-Windparks erteilt. Dabei ist die EEG-Förderung von zuletzt 19,4 Cent (ct) je Kilowattstunde (kWh) auf durchschnittlich 0,44 ct/kWh gesunken. Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur kommentiert das Ausschreibungsergebnis: „Mit 0,44 ct pro kWh liegt der durchschnittliche gewichtete Zuschlagswert weit unterhalb der Erwartungen. Das Ausschreibungsverfahren hat demnach mittel- und langfristige Kostensenkungspotenziale freigesetzt, die zu einer in diesem Umfang nicht erwarteten Senkung der Förderung führen werden.“ Allerdings sei offen, ob sich in der kommenden Ausschreibungsrunde so niedrige Zuschlagswerte wiederholen.
Wie die Regulierungsbehörde meldet, wurden unter Berücksichtigung des Ausschreibungsvolumens von 1.550 Megawatt (MW) insgesamt vier Gebote bezugschlagt. Laut einer Unternehmensmeldung des Energiekonzerns EnBW erhielt dieser einen Zuschlag für den 900 Megawatt starken Offshore-Windpark He Dreiht. Die verbleibenden drei bezugschlagten Projekte mit einer Gesamtkapazität von insgesamt 590 MW gingen an das Energieunternehmen Dong Energy. Wie Dong Energy meldet, erhält das Projekt Gode Wind 3 sechs Cent pro Kilowattstunde, die Projekte OWP West und Borkum Riffgrund West 2 werden ohne Subventionen realisiert. Auch der Offshore-Windpark He Dreight kommt ohne Investitionen aus. Insgesamt beträgt die bezuschlagte Gebotsmenge 1.490 Megawatt. Alle der bezuschlagten Projekte liegen in der Nordsee und werden über Niedersachsen angebunden.

Hoher Wettbewerb und sinkende Technologiekosten

Laut der Bundesnetzagentur zeigt das Ergebnis die hohe Wettbewerbsintensität der Offshore-Branche. Da in die Entwicklung der Projekte bereits Investitionen geflossen seien, stünden die Investoren vor der Frage, wie sie die bereits getätigten Investitionen in ihren Kalkulationen berücksichtigen. Auch könnten die Projektträger davon ausgehen, dass bis zur Inbetriebnahme der Anlagen im Jahr 2025 noch weitere Kostensenkungen erreicht werden. Zu den drastisch sinkenden Kosten von Offshore-Windparks hatte sich zuletzt das Wirtschaftsprüfungsunternehmen PwC geäußert (wir berichteten). Allerdings hatte PwC lediglich Fördersätze von unter zehn Cent je Kilowattstunde prognostiziert. Für He Dreiht ergeben sich laut EnBW weitere wichtige Synergie- und Kostensenkungseffekte durch die räumliche Nähe zu den beiden geplanten EnBW-Windparks Hohe See und Albatros.
Die Bundesnetzagentur weist in ihrer Meldung außerdem darauf hin, dass die Bezuschlagten neben der EEG-Förderung auch einen vom Stromverbraucher über die Netzentgelte finanzierten Netzanschluss erhalten sowie die Möglichkeit, den Windpark für 25 Jahre zu betreiben.
Die zweite Ausschreibung wird nach Angaben der BNetzA am 1. April 2018 erfolgen. Das Ausschreibungsvolumen werde dann erneut 1.550 Megawatt betragen zuzüglich der 60 Megawatt, die in der ersten Ausschreibung nicht bezuschlagt worden sind. Mindestens 500 Megawatt werden dann aber Offshore-Windparks in der Ostsee zugeschlagen.
In Anbetracht der offensichtlich auch ohne Förderung refinanzierbaren Offshore-Projekte wurden bereits erste Rufe nach einer Überprüfung des Offshore-Deckels in Deutschland laut. Dies forderten unter anderen Dirk Güsewell, bei EnBW zuständiger Leiter für den Ausbau des Erzeugungsportfolios des Unternehmens, der Umweltsenator der Freien Hansestadt Bremen Joachim Lohse (Bündnis 90/Die Grünen) sowie der niedersächsische Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD).





Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Windenergie
bericht

EnBW: Offshore-Windpark He Dreiht eingeweiht

[18.09.2026] Der Offshore-Windpark He Dreiht in der Nordsee ist offiziell eingeweiht worden. Mit 64 Windenergieanlagen und 960 Megawatt Gesamtleistung handelt es sich um den bislang größten Offshore-Windpark Deutschlands. mehr...

Blick auf einen im Bau befindlichen Offshore-Windpark auf dem Meer. In der Bildmitte steht ein Installationsschiff neben einer Windenergieanlage, weitere Anlagen sind am Horizont zu sehen.

Offshore-Windpark Gennaker: Finanzierung steht

[15.09.2026] Der Offshore-Windpark Gennaker in der Ostsee geht in die Realisierungsphase. Die Stadtwerke München sind mit 25 Prozent an dem Projekt beteiligt. Mit einer Leistung von bis zu 976,5 Megawatt soll Gennaker Ende 2028 in Betrieb gehen. mehr...

Mehrere Windenergieanlagen stehen im dichten Nebel. Im Vordergrund hebt ein großer Kran Bauteile für die Montage einer Windenergieanlage an.

Berliner Stadtwerke: Windprojekt von JUWI übernommen

[14.09.2026] Die Berliner Stadtwerke erweitern ihre Windenergie-Erzeugung in Brandenburg. Zwei neue Anlagen bei Eisenhüttenstadt sollen ab 2027 jährlich rund 40 Gigawattstunden Strom erzeugen. mehr...

Österreich: Windkraft erreicht im August Rekordwert

[10.09.2026] Die Windkraft hat in Österreich im August 2026 so viel Strom erzeugt wie noch nie in diesem Monat. Auch im Juli lag die Produktion deutlich über dem langjährigen Durchschnitt. In den beiden Sommermonaten deckten Windenergieanlagen knapp 14 Prozent des österreichischen Stromverbrauchs. mehr...

Artenschutz: Erprobung von Anti-Kollisionssystem

[03.09.2026] Das ZSW erprobt ein mobiles, KI-gestütztes Anti-Kollisionssystem für Vögel und Fledermäuse an Windenergieanlagen. Gemeinsam mit ABO Energy soll der Bird- und BatRecorder 2.0 unter realen Bedingungen Daten für einen artenschutzgerechteren Windparkbetrieb liefern. mehr...

Bundesregierung: Windenergie-auf-See-Gesetz beschlossen

[03.09.2026] Das Bundeskabinett hat die Novelle des Windenergie-auf-See-Gesetzes beschlossen. VKU und BDEW begrüßen wichtige Änderungen, fordern aber Nachbesserungen bei Ausschreibungen, Netzanbindung und bereits vergebenen Projekten. mehr...

Luftaufnahme einer Windenergieanlage inmitten einer ländlichen Landschaft mit Feldern und Waldflächen. Im Hintergrund sind weitere Windräder zu sehen.

JUWI: Fünf neue Anlagen am Netz

[01.09.2026] Im Landkreis Warendorf speisen fünf neue Windenergieanlagen Strom ins Netz ein. Der Windpark Sassenberg-Füchtorfer Moor II soll jährlich knapp 70 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugen. mehr...

Trianel: Windpark Borkum stabilisiert Stromnetz

[31.08.2026] Der Trianel Windpark Borkum I nimmt mit rund 70 Megawatt Leistung am Regelenergiemarkt teil. Seit Juli 2026 stellt der Offshore-Windpark negative Sekundärregelleistung bereit und kann dafür seine Einspeisung auf Anforderung des Übertragungsnetzbetreibers automatisch reduzieren. mehr...

Schleswig-Holstein: Zehn GW Windenergieleistung an Land

[27.08.2026] Schleswig-Holstein hat erstmals mehr als zehn Gigawatt Windenergieleistung an Land installiert. Das Land will den Ausbau nun mit Blick auf die geplante EEG-Novelle weiter absichern. mehr...

bericht

Windenergie: Richtung tragfähiger Märkte

[25.08.2026] In einem schwierigen Marktumfeld stellt sich das Unternehmen JUWI neu auf und setzt auf Effizienz und internationale Wachstumsprojekte. Dazu gehören eine neue Organisationsstruktur sowie die Weiterentwicklung der Geschäftsmodelle. mehr...

Windenergie-auf-See-Gesetz: VKU fordert Ausbau mit Augenmaß

[19.08.2026] Der VKU fordert für den weiteren Ausbau der Offshore-Windenergie mehr Wettbewerb und eine stärkere Orientierung am tatsächlichen Stromertrag. Zur Novelle des Windenergie-auf-See-Gesetzes schlägt der Verband unter anderem ein niedrigeres Ausbauziel und kleinere Ausschreibungsflächen vor. mehr...

bericht

Windenergie: Akzeptanz schaffen

[17.08.2026] Mit dem Windprojekt Schäferköppel realisiert Mainova derzeit den ersten Windpark auf Frankfurter Gemarkung. Das Projekt zeigt, welche Rolle interkommunale Zusammenarbeit, regionale Verankerung und Bürgerbeteiligung für den Ausbau erneuerbarer Energien spielen. mehr...

EnBW: Bau von Offshore-Windpark abgeschlossen

[17.08.2026] Beim Offshore-Windpark He Dreiht sind alle 64 Windkraftanlagen mit jeweils 15 Megawatt Leistung installiert. Der 960-Megawatt-Park soll noch im Spätsommer vollständig in Betrieb gehen, allerdings läuft nach einem Rotorblattschaden Ende Juli noch eine Untersuchung. mehr...

bericht

Windenergie: Weniger ist mehr

[12.08.2026] Der Repowering-Windpark Elster zählt zu den größten Projekten dieser Art in Europa. Er zeigt, wie Kommunen, Betreiber und regionale Energieakteure bestehende Windstandorte neu bewerten können. mehr...

Kreis Steinfurt: Bürgerwind sichert Wertschöpfung vor Ort

[11.08.2026] Im Kreis Steinfurt soll Bürgerwind dafür sorgen, dass ein größerer Teil der Wertschöpfung aus Windenergie in der Region bleibt. Kommunen, Bürger, Banken und Unternehmen sind dabei über ein regionales Netzwerk in die Projekte eingebunden. mehr...