TrianelFortschritte bei Nachhaltigkeitsberichterstattung

Die Mehrheit der teilnehmenden Stadtwerke hat inzwischen eine Wesentlichkeitsanalyse abgeschlossen.
(Bildquelle: Trianel)
Stadtwerke in Deutschland haben in den vergangenen Monaten deutliche Fortschritte bei der Umsetzung der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) gemacht. Das geht aus einer aktuellen Onlinebefragung der Stadtwerke-Kooperation Trianel hervor, an der sich 82 Fachkräfte aus 53 kommunalen Energieversorgern beteiligt haben. Die Studie untersucht den Stand der Umsetzung der EU-Vorgaben zur Nachhaltigkeitsberichterstattung und identifiziert erstmals einen Katalog relevanter Themen für die kommunale Energiewirtschaft.
Gestiegener Umsetzungsgrad
Ein zentrales Ergebnis der Befragung ist der gestiegene Umsetzungsgrad der CSRD-Anforderungen. Die Mehrheit der teilnehmenden Stadtwerke hat inzwischen eine Wesentlichkeitsanalyse abgeschlossen. Zudem gaben rund 60 Prozent an, vor Veröffentlichung des ersten Omnibus-Entwurfs an der so genannten Gap-Analyse sowie an der Taxonomie-konformen Klassifizierung ihrer wirtschaftlichen Tätigkeiten gearbeitet zu haben. Auch bei der Erstellung von Klimabilanzen sind die Stadtwerke weitergekommen: 62 Prozent verfügen inzwischen über eine solche Bilanz – das entspricht einem Anstieg um 23 Prozent gegenüber der letzten Erhebung Ende 2023.
Neben dem Umsetzungsstand befasst sich die Studie auch mit der inhaltlichen Ausgestaltung künftiger Nachhaltigkeitsberichte. Dabei wurden insbesondere die ESRS-Standards E1 (Klimawandel), S1 (Arbeitskräfte des Unternehmens) und G1 (Unternehmensführung) von nahezu allen befragten Stadtwerken als wesentlich eingestuft. Ergänzend enthält die Erhebung eine detaillierte Übersicht über insgesamt 26 relevante Nachhaltigkeitsaspekte allein zu den Themen Klimawandel (E1) und Umweltverschmutzung (E2). Die Spannbreite reicht hier von der Analyse des Energieverbrauchs über die Erfassung von Treibhausgasemissionen bis hin zur Berücksichtigung von Mikroplastikquellen wie Reifenabrieb im öffentlichen Nahverkehr.
Anknüpfungspunkte für die Praxis
Für die Praxis bietet die Studie laut Trianel mehrere Anknüpfungspunkte: Die Ergebnisse können Stadtwerken dabei helfen, eigene Wesentlichkeitsanalysen zu erstellen oder bestehende zu überprüfen. Darüber hinaus liefert der identifizierte Themenkatalog eine Grundlage für die Entwicklung einer systematischen Nachhaltigkeitsstrategie. Derzeit verfügt laut Trianel nur etwa ein Drittel der Stadtwerke über eine solche. „Die Identifikation wesentlicher Impacts, Risks und Opportunities (IROs) im Rahmen der Wesentlichkeitsanalyse geht über die reine Berichtspflicht hinaus“, betont Sarah Schiffer vom Trianel Digital Lab. „Sie bietet Unternehmen die Chance, Nachhaltigkeit gezielt in ihre strategische Ausrichtung zu integrieren und sich dadurch langfristige Wettbewerbsvorteile zu sichern.“
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