Freitag, 2. Oktober 2026

Stadtwerke Ulm/Neu-UlmGeothermieuntersuchung mit Eavor

[02.04.2024] Wie die Tiefengeothermie zur Dekarbonisierung der Fernwärmeversorgung in Neu-Ulm und Senden beitragen kann, untersuchen derzeit die Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm. Es handelt sich um das erste Projekt in einem Grundgebirge, bei dem die Close-Loop-Technologie 2.0 von Eavor zum Einsatz kommt.
Die Close-Loop-Technologie 2.0 von Eavor verfügt über eine Vielzahl an Wärmeschleifen im Untergrund.

Die Close-Loop-Technologie 2.0 von Eavor verfügt über eine Vielzahl an Wärmeschleifen im Untergrund.

(Bildquelle: Eavor GmbH)

Inwiefern Tiefengeothermie zur Dekarbonisierung der Wärmeversorgung in Neu-Ulm und Senden beitragen kann, wollen die Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm (SWU) herausfinden. Gemeinsam mit dem Projektpartner Eavor haben sie im Januar 2024 eine Erkundungsphase gestartet. Sie soll sich nach Angaben der Unternehmen über einen Zeitraum von drei Jahren erstrecken und die Nutzung der Tiefengeothermie geologisch sowie technisch untersuchen. Gebohrt werde zunächst nicht, stattdessen kommen vorwiegend Messmethoden an der Oberfläche zum Einsatz. Neben umweltrelevanten Untersuchungen werde im Herbst/Winter 2024 auch eine 2D-Seismik-Kampagne durchgeführt. Sie soll aufzeigen, welche Potenziale die Erdwärmenutzung für das mit Fernwärme versorgte Gebiet in Neu-Ulm und Senden aufweist. „Es wird nun zahlreiche Untersuchungen geben, um nichts dem Zufall zu überlassen“, sagt SWU-Geschäftsführer Klaus Eder. „Erst wenn diese Phase erfolgreich abgeschlossen ist, treffen wir die weiterführende Investitionsentscheidung. Auf dem gesamten Weg bieten wir Information und Transparenz an. Der direkte Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern ist uns wichtig. Dieses Projekt ist entscheidend für eine nachhaltige Energieversorgung der Stadt und geht damit alle an.“ Eavor-Geschäftsführer Daniel Mölk ergänzt: „Wir freuen uns auf dieses Projekt ganz besonders. Es sind die Weitsicht und der Pioniergeist der SWU, erstmals im Grundgebirge ein Tiefengeothermieprojekt mit der Eavor-Technologie umzusetzen. Wir werden hier, nachdem alle Voruntersuchungen abgeschlossen sind, unsere weiterentwickelte Close-Loop-Technologie 2.0 zum Einsatz bringen.“ Die von Eavor entwickelte Loop-Methode arbeitet laut Unternehmen mit einem geschlossenen Kreislaufsystem, ist nicht auf das Auffinden von heißem Thermalwasser angewiesen und besonders sicher. Es handle sich um eine tiefe Erdwärmesonde, die im Gegensatz zur klassischen Erdwärmesonde über eine Vielzahl von Wärmeschleifen im Untergrund verfügt, vergleichbar mit einer Fußbodenheizung. Die Wärme werde dem Untergrundgestein mittels Wärmeleitung entzogen und an der Oberfläche mithilfe eines Wärmetauschers in bestehende Fernwärmenetze abgegeben. Das Eavor-Loop-System trage dazu bei, die Umwelteingriffe zu minimieren und gleichzeitig die Geothermie sicher und zuverlässig zu nutzen.





Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Wärmeversorgung

Naturstrom: Kölner Quartier wird mit Solarstrom und Wärmepumpe versorgt

[02.10.2026] Ein neues Wohnquartier in Köln-Ehrenfeld wird mit Photovoltaik und Wärmepumpen mit Strom und Wärme versorgt. Naturstrom hat das Energiekonzept für die 91 Wohneinheiten umgesetzt und bereitet zudem alle Tiefgaragenstellplätze für Wallboxen vor. mehr...

Stadtwerke Energie Jena-Pößneck: Großwärmepumpe für Abwasserwärme

[02.10.2026] Die Stadtwerke Energie Jena-Pößneck konkretisieren ihre Pläne, Abwasserwärme aus der Kläranlage Jena-Zwätzen für das Wärmenetz zu nutzen. Eine Investitionsentscheidung für das Projekt ANIKA soll 2027 fallen. mehr...

Kommunale Wärmeplanung: Umsetzung bleibt unverbindlich

[01.10.2026] Fast alle deutschen Großstädte haben fristgerecht eine kommunale Wärmeplanung vorgelegt. Eine Analyse des Energiewirtschaftlichen Instituts an der Universität zu Köln von 57 Wärmeplänen zeigt jedoch Grenzen des Instruments bei der Umsetzung auf. mehr...

evm/Iqony: Wärmegeschäft in Koblenz gebündelt

[30.09.2026] Energieversorgung Mittelrhein und Iqony bündeln zum 1. Oktober 2026 ihr Wärmegeschäft im Koblenzer Stadtteil Rauental. Die gemeinsame Gesellschaft Wärme Moselbogen soll die bestehenden Netze verbinden und bis 2034 rund 500 weitere Gebäude anschließen. mehr...

dena: Kommunenumfrage zur Wärmeplanung zeigt geteiltes Bild

[29.09.2026] Die kommunale Wärmeplanung kommt voran, doch die Umsetzbarkeit der Pläne wird unterschiedlich beurteilt. Eine Umfrage der Deutschen Energie-Agentur unter 778 Kommunen zeigt zudem Lücken bei eingeplanten Ressourcen und der angenommenen Sanierungsrate. mehr...

Fraunhofer IEG: KI-Plattform soll Wärmeplanung verständlicher machen

[29.09.2026] Das Forschungsprojekt HEATogether will eine KI-gestützte Plattform entwickeln, die Ergebnisse der Wärmeplanung für Kommunen, Energieversorger und Bürger verständlicher aufbereitet. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie fördert das Vorhaben für drei Jahre mit rund 1,2 Millionen Euro. mehr...

Advertorial: Wärmewende für Stadtwerke finanzierbar machen – Was erfolgreiche Wärmeprojekte ausmacht

[24.09.2026] Die Wärmewende erfordert von Stadtwerken enorme Investitionen – und häufig wird ausgerechnet das knappe Eigenkapital zum Engpass. Wie sich Wärmeprojekte dennoch finanzieren und bis zur Investitionsreife entwickeln lassen und welche Rolle starke Partner dabei spielen, zeigt die Steag Iqony Group. mehr...

Stuttgart: Rechenzentrum versorgt Wärmenetz

[24.09.2026] Im Stuttgarter Synergiepark ist eine neue Wärmeversorgung mit Abwärme aus einem Rechenzentrum in Betrieb gegangen. Das Gebäudenetz soll jährlich rund fünf Gigawattstunden Wärme liefern und bildet den Ausgangspunkt für den weiteren Ausbau der Wärmeversorgung im Quartier. mehr...

Tettnang: Nahwärmenetz geht in Betrieb

[24.09.2026] In Tettnang ist nach 14 Monaten Bauzeit das neue Nahwärmenetz schrittweise in Betrieb gegangen. Die ersten öffentlichen und privaten Gebäude werden seit Mitte September mit Wärme aus regionalen Holzhackschnitzeln versorgt. mehr...

Stadtwerke Münster: Zweite Großwärmepumpe ist in Betrieb

[23.09.2026] Die Stadtwerke Münster haben am Stadthafen ihre zweite Großwärmepumpe in den Regelbetrieb genommen. Die Anlage nutzt Wärme aus dem Dortmund-Ems-Kanal und soll mit zwei Megawatt Leistung Fernwärme für rund 800 Haushalte erzeugen. mehr...

Baden-Württemberg: Aquathermie bietet großes Potenzial

[22.09.2026] Ein Gutachten des Instituts für Energie- und Umweltforschung Heidelberg (ifeu) sieht in Flüssen und Seen ein erhebliches Potenzial für die Wärmeversorgung in Baden-Württemberg. Bis 2030 könnten Gewässerwärmepumpen demnach jährlich mindestens 2,5 Terawattstunden Wärme bereitstellen. mehr...

Waldalgesheim: Solarthermie ergänzt Nahwärmenetz

[22.09.2026] Waldalgesheim erweitert sein seit mehr als 20 Jahren bestehendes Nahwärmenetz um eine Solarthermieanlage. Sie soll künftig rund 26 Prozent des jährlichen Wärmebedarfs decken und den Verbrauch von Holzhackschnitzeln reduzieren. mehr...

Blick über den Main auf die Frankfurter Skyline. Im Vordergrund überquert eine Straßenbahn auf einer Brücke den Fluss, dahinter erheben sich die Hochhäuser der Innenstadt und der Frankfurter Dom.

Frankfurt am Main: Wärmeplan laut Gutachten rechtswidrig

[21.09.2026] Ein vom Bündnis Wärmewende Frankfurt am Main beauftragtes Rechtsgutachten sieht rechtliche Mängel im kommunalen Wärmeplan der Stadt. Das Bündnis fordert deshalb Nachbesserungen vor der geplanten Beschlussfassung am 1. Oktober. mehr...

NRW.Energy4Climate: Wärmewende in Ostwestfalen-Lippe

[21.09.2026] Kommunen und Stadtwerke haben sich in Lemgo über Wege zu einer bezahlbaren und verlässlichen Wärmeversorgung ausgetauscht. Im Mittelpunkt standen die kommunale Wärmeplanung sowie Projekte aus Ostwestfalen-Lippe, die unterschiedliche Ansätze für die Wärmewende verfolgen. mehr...

Pumpen in einer Kraft-Wärme-Kopplungsanlage

VKU: Stadtwerke zweifeln an Wärmewende-Ziel für 2045

[17.09.2026] Eine Umfrage des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU) zeigt erhebliche Zweifel kommunaler Wärmeversorger am Zeitplan der Wärmewende. Drei Viertel der Befragten halten klimaneutrales Heizen bis 2045 unter den derzeitigen Rahmenbedingungen für unrealistisch. mehr...