Mittwoch, 11. März 2026

Stadtwerke HeidelbergGewinner des Deutschen Solarpreises

[05.10.2017] Die Stadtwerke Heidelberg haben mit einem Mieterstrommodell den Deutschen Solarpreis 2017 in der Kategorie Städte, Gemeinden, Landkreise, Stadtwerke gewonnen. Das Projekt wurde umgesetzt, lange bevor es einen rechtlichen Rahmen für Mieterstrommodelle gab.
Eine begehrte Auszeichnung: Der Deutsche Solarpreis von Eurosolar und der EnergieAgentur.NRW.

Eine begehrte Auszeichnung: Der Deutsche Solarpreis von Eurosolar und der EnergieAgentur.NRW.

(Bildquelle: Eurosolar e. V.)

Die Stadtwerke Heidelberg Umwelt haben jetzt mit dem Mieterstrommodell im Wieblinger Weg den diesjährigen Deutschen Solarpreis von Eurosolar und der EnergieAgentur.NRW in der Kategorie Städte, Gemeinden, Landkreise, Stadtwerke gewonnen. Mit der Verleihung des Deutschen Solarpreises rückt Eurosolar nach eigenen Angaben die ausgezeichneten Akteuere in das Licht der Öffentlichkeit und bietet neue Impulse für eine dezentrale, bürgernahe und regenerative Umstellung des Energiesystems.
Im Wieblinger Weg haben die Stadtwerke beim Bau von drei Mehrfamilienhäusern ein innovatives energetisches Gesamtkonzept für die Baugenossenschaft Neu Heidelberg realisiert. Wie der städtische Versorger meldet, wurden auf den Dächern der Neubauten PV-Anlagen mit einer Gesamtleistung von 30 Kilowatt Peak und einer Modulfläche von 200 Quadratmetern installiert. Der erzeugte Solarstrom wird zur Versorgung der Vermieter bereitgestellt. Ein Batteriespeicher ermöglicht es den Mietparteien außerdem, einen möglichst hohen Anteil des Solarstroms vom Hausdach selbst zu nutzen. Der restliche Strom wird mit zertifiziertem Ökostrom aus dem Netz gedeckt.

Zwei-Tarif-Modell schafft Anreize

Mit einem so genannten Zwei-Tarif-Produkt, dass die Kosten für den Solarstrom und die Kosten für den Strom aus dem Netz beinhaltet, wird den Mietern Anreiz geboten, den Solarstrom vom Hausdach direkt zu nutzen, da dieser Tarif günstiger ist. Eine viertelstündliche Bilanzierung der Messwerte ermögliche dabei eine gesetzeskonforme und faire Zuweisung sowohl des Solarstroms als auch des Stroms aus der Batterie, informieren die Stadtwerke Heidelberg. Außerdem könnten die Mieter Stromfresser per App ausfindig machen. Gleichzeitig erhalten sie Informationen, um ihr Verbrauchsverhalten an die Erzeugung anzupassen.
Die Stadtwerke Heidelberg haben das vom Grüner Strom Label finanziell unterstützte Mieterstromprojekt schon 2015 auf den Markt gebracht, lange bevor ein rechtlicher Rahmen beschlossen wurde, betont Eurosolar. Die Begründung der Jury lautet entsprechend: „Als kommunaler Versorger fördern sie die Partizipation ihrer Kunden an der Energiewende. Sie sind Vorbild und Wegbereiter für andere Stadtwerke und haben den Grundstein für viele weitere Mieterstrommodelle gelegt.“ Felix Gudat, Leiter des Geschäftsfeldes Regenerative Energien bei den Stadtwerken Heidelberg, bekräftigt: „Wir freuen uns sehr über diese Würdigung unseres Mieterstrommodells, denn wir sind überzeugt davon, dass es eine wichtige Rolle übernehmen kann, um die Energiewende hin zu mehr Erneuerbaren Energien und dezentralen Strukturen voranzubringen.“

Preisverleihung am 14. Oktober 2017

Weitere Gewinner des Solarpreises sind unter anderen die Unternehmensgruppe ALDI SÜD (wir berichteten), die Freunde von Prokon (wir berichteten) sowie der StreetScooter der Deutschen Post DHL Group (wir berichteten).
Alle Preisträger werden am Samstag, den 14. Oktober 2017 in der VillaMedia in Wuppertal präsentiert. Im Vorfeld der Verleihung findet ein Symposium zum Weg in ein erneuerbares Energiezeitalter in Zusammenarbeit mit der Hermann-Scheer-Stiftung statt, informieren Eurosolar und die EnergieAgentur.NRW.





Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Politik

KRITIS-Gipfel: Forderung nach stärkerer Resilienz

[11.03.2026] Energieverbände fordern eine stärkere Ausrichtung auf Resilienz und Schutz Kritischer Infrastrukturen in Deutschland. Anlass war der erste KRITIS-Gipfel, der gestern in Berlin stattfand. Dort berieten Vertreter der Branche, der Politik und der Bundeswehr über neue Bedrohungslagen und konkrete Schutzmaßnahmen. mehr...

Bundesverband Solarwirtschaft: Frontalangriff auf die Energiewende

[03.03.2026] Ein geleakter Entwurf zur Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes sieht die Streichung der Förderung für neue private Solaranlagen und eine Pflicht zur Direktvermarktung vor. Die Solarbranche warnt vor massiven Folgen für Investitionen, Arbeitsplätze und die Klimaziele. mehr...

bericht

Gebäudemodernisierungsgesetz: Städte sehen Hürden

[02.03.2026] Die ostdeutschen Städte arbeiten an der Wärmewende. Nun liegen Eckpunkte für ein neues Gebäudemodernisierungsgesetz vor. Der Deutsche Städtetag begrüßt die Einigung, sieht jedoch noch offene Fragen und warnt vor Risiken für Investitionen und Klimaziele. mehr...

Baden-Württemberg: 22 Windpark-Projektierer warnen vor Aus von Windenergie

[02.03.2026] 22 Windpark-Projektierer aus dem Südwesten warnen vor einem faktischen Aus für neue Anlagen in Baden-Württemberg. Sie sehen den Ausschreibungsmechanismus des EEG als Ursache und drängen die Bundesregierung zu raschen Korrekturen. mehr...

Gebäudemodernisierungsgesetz: Kritik und Lob von Branchenverbänden

[26.02.2026] Das neue Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG) setzt auf eine Grüngasquote, eine entfristete Bio-Treppe und stärkere Förderung für Fernwärmenetze. Verbände aus der Energie- und Wärmewirtschaft begrüßen den Kurswechsel, warnen aber vor Preisrisiken, fehlender Planungssicherheit und offenen Detailfragen. mehr...

Baden-Württemberg: Land stellt 50 Millionen Euro für Elektrolyseure bereit

[25.02.2026] Baden-Württemberg startet die zweite Runde seines Förderprogramms für Elektrolyseure und stellt weitere 50 Millionen Euro für die regionale Wasserstofferzeugung bereit. Das Umweltministerium reagiert damit auch auf fehlende Vorgaben des Bundes und will den Aufbau lokaler Wasserstoff-Hubs beschleunigen. mehr...

Speicherbranche: Kritik an AgNes-Prozess

[24.02.2026] Die geplante Neuordnung der Netzentgelte im AgNes-Prozess stellt die bisherige Befreiung von Stromspeichern infrage. Vertreter der Speicherbranche warnen, dass ohne Vertrauensschutz Milliardeninvestitionen und bis zu 16 GW Batteriespeicherleistung auf der Kippe stehen. mehr...

Sachsen-Anhalt: Resilienz-Stab zum KRITIS-Schutz eingerichtet

[24.02.2026] Sachsen-Anhalt richtet einen ressortübergreifenden Resilienz-Stab zum Schutz Kritischer Infrastrukturen ein. Das neue Gremium soll angesichts wachsender Risiken durch Extremwetter, Cyber-Angriffe und hybride Bedrohungen die Krisenvorsorge des Landes neu ordnen. mehr...

Hamburg: Firmen warnen vor Netzplänen

[23.02.2026] Mehr als 20 Energieunternehmen aus Hamburg wenden sich gegen das vom Bundeswirtschaftsministerium geplante „Netzpaket“. Sie befürchten Nachteile für den Ausbau erneuerbarer Energien und für den Standort. In einem Brief an die Hamburger CDU fordern sie eine Kehrtwende. mehr...

Berlin: Gesetzentwurf zum besseren Schutz von KRITIS

[23.02.2026] Der Berliner Senat will das Datenschutz- und Sicherheitsrecht anpassen, um Kritische Infrastruktur besser vor Anschlägen zu schützen. Hintergrund sind gezielte Attacken auf die Stromversorgung; der Gesetzentwurf soll moderne Schutztechnik rechtlich absichern und Informationsrisiken begrenzen. mehr...

VKU/BDEW: Stellungnahme zum Diskussionspapier der Bundesnetzagentur

[19.02.2026] Die Branchenverbände VKU und BDEW haben sich jetzt jeweils zum Diskussionspapier der Bundesnetzagentur zu möglichen Einspeisenetzentgelten positioniert. Beide Verbände begrüßen Reformschritte bei den Stromnetzentgelten, lehnen dynamische Einspeiseentgelte jedoch ab. mehr...

Bundesnetzagentur: Orientierungspunkte für Einspeiseentgelte vorgelegt

[19.02.2026] Die Bundesnetzagentur hat jetzt Orientierungspunkte für Einspeiseentgelte vorgelegt. Daraus geht hervor, dass die Behörde Stromerzeuger ab 2029 systematisch an den Netzkosten beteiligen und dafür ein Kapazitätsentgelt sowie dynamische Einspeiseentgelte einführen will. mehr...

bericht

Solarenergie: Verstärkte Investitionen gefragt

[16.02.2026] Solarenergie ist die günstigste und populärste Art der Stromerzeugung. Bis 2030 soll die bundesweit installierte Solarleistung noch einmal nahezu verdoppelt werden. Wie gestaltet sich die Energiewende in Photovoltaik, Speichern und Solarthermie? mehr...

Einzelne Windkraftanlage auf einer leicht hügeligen, abgeernteten Feldfläche. Der hohe Turm mit rot-weißen Markierungen ragt in einen blauen Himmel mit großen, weißen Wolken. Die Landschaft wirkt weit und offen, im Vordergrund erstreckt sich ein goldenes Getreidefeld.

Offener Brief: Länder fordern mehr Ausschreibungen

[12.02.2026] Auf eine schnelle Anhebung der Ausschreibungsvolumina für Windkraft an Land drängen mehrere Energieministerinnen und -minister. In einem gemeinsamen Brief wenden sie sich deshalb an die Bundesnetzagentur und das Bundeswirtschaftsministerium. Hintergrund sind verfehlte Ausbauziele bei den erneuerbaren Energien. mehr...

Netzpaket: Verbände sehen Nachbesserungsbedarf

[12.02.2026] Zum Referentenentwurf für das sogenannte Netzpaket nehmen weitere Branchenverbände Stellung. BDEW und BEE sehen Nachbesserungsbedarf und warnen vor Eingriffen in Planungssicherheit und Investitionsbedingungen. mehr...