Montag, 1. Juni 2026

WittenbergeInnovatives Flusswärmeprojekt

[10.10.2024] Die Stadtwerke Wittenberge haben ein zukunftsweisendes Projekt zur Nutzung von Flusswärme in Betrieb genommen. Der Fluss Stepenitz wird als Wärmequelle für die Fernwärmeversorgung der Stadt erschlossen.
Das Bild zeigt das Heizkraftwerk Bresser Strasse der Stadtwerke Wittenberge.

Für das Flusswärmeprojekt wurde das Heizkraftwerk der Stadtwerke Wittenberge technisch modernisiert.

(Bildquelle: SES Energiesystem GmbH)

In der Stadt Wittenberge ist in diesem Sommer ein innovatives Flusswärmeprojekt in Betrieb gegangen. Die Stadtwerke Wittenberge haben den Fluss Stepenitz, der in die Elbe mündet, als neue Wärmequelle erschlossen. Das Projekt ist Teil der Klimastrategie der Stadtwerke und zielt darauf ab, die CO2-Emissionen der Fernwärmeversorgung deutlich zu reduzieren.

Das Heizkraftwerk der Stadtwerke, keine 300 Meter vom Fluss entfernt, wurde technisch modernisiert. Um die Wärme des Flusswassers zu nutzen, wird ihm mit einer speziellen Wärmepumpenanlage Energie entzogen. Diese Energie wird auf ein höheres Temperaturniveau gebracht und in das Fernwärmenetz eingespeist. Die ökologischen Aspekte wurden intensiv geprüft, um sicherzustellen, dass der Fluss und seine Umgebung nicht beeinträchtigt werden. „Unsere CO2-sparende Energieversorgung sollte auch ökologisch umsetzbar sein“, betont Lutz Kähler, Geschäftsführer der Stadtwerke Wittenberge. Bei der Planung wurde eng mit der Unteren Wasserbehörde zusammengearbeitet, um die Belange des Umweltschutzes zu berücksichtigen.

Das Projekt, das im Rahmen der sogenannten iKWK-Ausschreibung im Dezember 2020 den Zuschlag erhielt, umfasst mehrere technische Komponenten. Dazu gehören ein Blockheizkraftwerk mit einer thermischen Leistung von 2.300 Kilowatt, eine Wärmepumpenanlage mit 1.100 Kilowatt und eine Power-to-Heat-Anlage mit 700 Kilowatt. Diese Kombination sorgt für eine flexible und nachhaltige Energieerzeugung, die auch in Zukunft den Fernwärmebedarf der Stadt Wittenberge decken soll.

Das Bild zeigt einen Techniker vor den Flusswärmepumpen im Heizkraftwerk.
Im „Maschinenraum“ des Heizkraftwerks. (Bild: SES Energiesystem GmbH)

Mit der technischen Umsetzung wurde die Firma SES Energiesysteme beauftragt, die sich auf CO2-sparende Energiesysteme spezialisiert hat. Im Januar 2023 begann SES mit dem Bau der Wärmepumpenanlage, die aus zwei Wasser-Wasser-Wärmepumpen in Kaskadenschaltung sowie einem Flusswasser-Wärmetauscher besteht. Zusätzlich wurden zwei Unterwassermotorpumpen installiert, die das Wasser aus der Stepenitz zum BHKW transportieren. Die Arbeiten wurden bei laufendem Betrieb des Heizkraftwerkes durchgeführt.

Lutz Kähler freute sich über den erfolgreichen Abschluss des Projekts und die ökologische Verträglichkeit des Bauwerks: „Nach Abschluss der Arbeiten ist das Bauwerk kaum noch zu erkennen.“ Auch SES Energiesysteme zieht eine positive Bilanz und sieht im Einsatz von Flusswärmepumpen ein großes Potenzial für eine klimafreundliche Energieversorgung. Das Projekt könne wegweisend für die Zukunft der Fernwärmeversorgung in Deutschland sein.





Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Wärmeversorgung

Wärmewende: Austauschprojekt zwischen Städten gestartet

[29.05.2026] Stuttgart, Leipzig und Köln starten mit der Forschungsstelle für Energiewirtschaft das Projekt GLOW-Up zur kommunalen Wärmewende. Das Netzwerk soll Städten helfen, Wärmepläne schneller umzusetzen, Bürger früh einzubinden und praxistaugliche Lösungen für Finanzierung und Infrastruktur zu entwickeln. mehr...

Kaiserslautern: Quartier erhält Energiezentrale

[29.05.2026] Im Pfaff-Quartier in Kaiserslautern ist eine Energiezentrale für die klimaneutrale Wärmeversorgung des neuen Stadtviertels in Betrieb gegangen. Das Gebäude verbindet Niedertemperatur-Wärmenetz, Abwärmenutzung und Forschung zum bidirektionalen Laden von Elektrofahrzeugen und gilt als Kernstück des Projekts EnStadt. mehr...

Borken: Kaltes Nahwärmenetz geplant

[27.05.2026] Borken will ein kaltes Nahwärmenetz aufbauen, das Wärme aus gereinigtem Abwasser nutzt. Für das kommunale Modellprojekt stellen Bund und Kommune zusammen mehr als zehn Millionen Euro bereit – mit dem Ziel, öffentliche Gebäude weitgehend ohne fossile Energien zu beheizen. mehr...

Mönchengladbach: Allianz für Wärmewende gegründet

[26.05.2026] Mönchengladbach hat mit Energieversorgern, Handwerk, Wirtschaft und Verbraucherschutz die „Allianz für die Wärmewende“ gegründet. Das Bündnis soll den Umbau der Wärmeversorgung bis 2045 koordinieren und konkrete Projekte für klimaneutrale, bezahlbare Wärme anschieben. mehr...

Münster: Kommunaler Wärmeplan beschlossen

[26.05.2026] Der Rat der Stadt Münster hat jetzt den kommunalen Wärmeplan bis 2045 beschlossen und setzt dabei auf mehr Fernwärme und Wärmepumpen. Der Plan soll Eigentümern Orientierung für künftige Heizsysteme geben und markiert den Umbau einer bislang stark fossil geprägten Wärmeversorgung. mehr...

Advertorial: Wie Stadtwerke die Wärmewende erfolgreich umsetzen

[21.05.2026] Bei der Wärmewende gibt es keine Standardlösungen. Deshalb macht die Steag Iqony Group individuelle Bedürfnisse von Stadtwerken und Kommunen finanzierbar und umsetzbar. mehr...

Böhlen: Klimaneutrale Wärme

[20.05.2026] In der sächsischen Stadt Böhlen soll die Wärmeversorgung künftig auf erneuerbare Energien umgestellt werden. Das Projekt umfasst den Bau einer neuen Energiezentrale und die Modernisierung des bestehenden Wärmenetzes. mehr...

Zwei große, zylindrische Wärmespeicher mit dem Schriftzug „BS|ENERGY“ stehen hinter Bäumen unter blauem Himmel. Im Vordergrund sind herbstlich gefärbte Blätter und eine Straßenlaterne zu sehen.

BS Energy: Plan für klimaneutrale Wärme

[18.05.2026] BS Energy hat einen Transformationsplan für die Dekarbonisierung der Wärmeerzeugung und den Ausbau der Fernwärmeversorgung in Braunschweig veröffentlicht. Nach Angaben des Unternehmens erfüllt der Energieversorger damit Vorgaben des Bundesgesetzes für die Wärmeplanung und zur Dekarbonisierung der Wärmenetze. mehr...

E.ON: Wärmepumpe spart Energiekosten

[13.05.2026] Eine Analyse von E.ON beziffert das Einsparpotenzial von Wärmepumpen in deutschen Einfamilienhäusern für die Heizsaison 2025/26 auf rund 2,28 Milliarden Euro. Zugleich zeigt die Berechnung, wie stark der Wechsel von Öl und Gas zu elektrischen Heizsystemen auch den CO2-Ausstoß senken könnte. mehr...

Blick auf den Energiestandort Süd der Stadtwerke München mit dem neuen Wärmespeicher. Der große, zylindrische Speicher steht neben mehreren Schornsteinen des Heizkraftwerks am Ufer der Isar. Im Vordergrund sind Bäume und das Flussufer zu sehen, im Hintergrund Teile des Münchner Stadtgebiets.

Stadtwerke München: Wärmespeicher startet Betrieb

[12.05.2026] Mit einem Wärmespeicher wollen die Stadtwerke München die Fernwärmeversorgung flexibler gestalten und die Wärmewende vorantreiben. Der Speicher ist nun in Betrieb gegangen, zwei Fernwärmenetze sind bereits angeschlossen. mehr...

Mannheim: Wärmewende Akademie ist jetzt ein Verein

[04.05.2026] Die Mannheimer Wärmewende Akademie hat sich als eingetragener Verein neu aufgestellt. Damit erhält das bisherige Netzwerk aus Stadt, Energieversorgern und Handwerk eine dauerhafte Organisationsform, die Qualifizierung und Umsetzung der kommunalen Wärmewende verstetigen soll. mehr...

Augsburg: Wärmeplanung liegt öffentlich aus

[04.05.2026] Augsburg hat den Entwurf seiner kommunalen Wärmeplanung veröffentlicht und legt damit erstmals ein konkretes Szenario für die künftige Wärmeversorgung der Stadtteile vor. Bürger, Unternehmen und Verbände können den Plan nun prüfen und bis 20. Mai Hinweise einreichen, bevor die Stadt den Kurs bis 2040 festsetzt. mehr...

Nexiga: Dashboard zum Wärmebedarf

[29.04.2026] Eine frei zugängliche Internet-Plattform zeigt Daten zum Heizwärme- und Warmwasserbedarf auf Postleitzahl- und Gemeindeebene. Nach Angaben des Anbieters Nexiga soll das Angebot Kommunen, Energieversorgern und weiteren Akteurinnen bei der Wärmeplanung helfen. mehr...

Oldenburg: Dialogprozess fließt in Wärmeplanung ein

[28.04.2026] Oldenburg passt seinen kommunalen Wärmeplan nach einem breit angelegten Bürgerdialog an drei zentralen Stellen an. Der jetzt vorliegende Dialogbericht zeigt, welche Beratungs- und Umsetzungsangebote die Stadt für Wärmepumpe, Heizungstausch und energetische Sanierung nachschärfen will. mehr...

SAENA: Broschüre zur Abwärmenutzung aktualisiert

[28.04.2026] Die Sächsische Energieagentur hat ihre Broschüre zu Technologien der industriellen Abwärmenutzung grundlegend aktualisiert und in dritter Auflage veröffentlicht. Der Leitfaden zeigt Unternehmen, wie sich ungenutzte Prozesswärme technisch erschließen lässt, um Energiekosten zu senken und den Umbau hin zu klimaneutralen Prozessen abzufedern. mehr...