Schleswig-HolsteinInvestition in kritische Infrastruktur
Mit einem Millionenprogramm will das Ministerium für Inneres, ländliche Räume und Integration des Landes Schleswig-Holstein die Vorkehrungen verbessern, um einen langanhaltenden Stromausfall in Schleswig-Holstein koordiniert bewältigen zu können. Dafür soll der Schutz der so genannten kritischen Infrastruktur (KRITIS) ausgebaut werden, informiert das Ministerium. Die Landesregierung hat dafür im Haushaltsentwurf 2019 zunächst mehr als eine Million Euro für Notstromaggregate vorgesehen. Damit sollen regionale Schwerpunkttankstellen ausgestattet werden, um bei einem Stromausfall wichtige Bereiche weiter mit Kraftstoff versorgen zu können. „Im Fall eines Stromausfalls ist es von zentraler Bedeutung, dass entscheidende Kräfte und Gebäude weiter arbeiten können beziehungsweise weiter mit Strom versorgt werden“, erklärt Innenminister Hans-Joachim Grote. „Das betrifft das Notfall- und Rettungswesen, das betrifft Informationstechnik und auch die Wasserversorgung der Menschen. Dafür ist es wichtig, dass wir im Land ein funktionstüchtiges und umfassendes Netz an notstromfähigen Tankstellen sicherstellen.“
Die unteren Katastrophenschutzbehörden (UKB) der Kreise und kreisfreien Städte haben eine zentrale Rolle im Ernstfall. Die Versorgung mit Treibstoff für die Arbeit der Einsatzkräfte, die Bereitstellung von Versorgungsgütern und die Nachbetankung von stationären und mobilen Netzersatzanlagen (NEA) / Notstromaggregaten sind aus Sicht des Bevölkerungsschutzes entscheidend. Die Festlegung geeigneter Tankstellen für die Schwerpunktversorgung erfolgt durch die zuständigen UKB in Abstimmung mit dem Innenministerium. In jedem Kreis sollten zumindest zwei Tankstellen bei Stromausfall funktionsfähig bleiben. Die Einrichtung einer Notstromversorgung für diese Tankstellen sei entscheidend für eine funktionierende Treibstoffverteilung bei einem Stromausfall. Im ersten Schritt sollen für diese Tankstellen für insgesamt 150.000 Euro Einspeiseanschlüsse hergestellt werden, informiert das Ministerium.
Bereits im Jahr 2014 habe das Innenministerium in Zusammenarbeit mit dem Umweltministerium, dem Netzbetreiber Schleswig-Holstein Netz und dem Verband der Schleswig-Holsteinischen Energie- und Wasserwirtschaft eine Planungshilfe Stromausfall erarbeitet. Sie ist den UKB, allen Ressorts der Landesregierung und den Energieversorgungsunternehmen für ihre Planungen zur Verfügung gestellt worden.
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