NiederheimbachMikro-Wasserkraftanlage im Test

Die Stadtwerke Mainz und Mainova testen in Niederheimbach eine Mikro-Wasserkraftanlage.
(Bildquelle: Mainova AG)
Kann mit einem modernen Flussmühlenkraftwerk am Rhein wirtschaftlich und umweltfreundlich Strom erzeugt werden? Das untersuchen jetzt die Stadtwerke Mainz und Energieversorger Mainova. Die Unternehmen errichten laut den Stadtwerken eine Pilotanlage in der rheinland-pfälzischen Gemeinde Niederheimbach. Dafür haben die Energieversorger mit der Gesellschaft Zentrum für Produkt-, Verfahrens- und Prozessinnovation (ZPVP), dem Netzwerk-Management Technologiekompetenz Fluss-Strom sowie der Firma Enertainer Energie ist eine Kooperationsvereinbarung geschlossen. Enertainer Energie, zentrale Vermarktungsorganisation des so genannten River-Rider-Flussmühlenkraftwerks, liefert die Anlage und das technische Know-how. Laut Stadtwerkeangaben sind die Potenziale der klassischen Wasserkraftnutzung an Querbauwerken in Deutschland größtenteils unausgeschöpft. Zusätzliche große Staustufen an deutschen Flüssen seien zudem kaum noch möglich. „Wir erwarten uns von dem Feldtest konkrete Ergebnisse auf die Frage des wirtschaftlichen Einsatzes und der Potenziale der innovativen Kleinwasserkraftwerke, welche die Strömungsenergie von Fließgewässern nutzen“, erklärt Mainova-Vorstand Professor Peter Birkner. Detlev Höhne, Vorstand der Stadtwerke Mainz, ergänzt: „Wir halten das River-Rider-Konzept für einen sehr interessanten Ansatz und wollen in den nächsten zwei Jahren mit dieser innovativen Anlage untersuchen, welche Möglichkeiten der Stromgewinnung sich dabei ergeben. Wasserkraftnutzung ist für uns grundsätzlich sehr interessant, weil sie die Stromerzeugung in Grundlast, also das ganze Jahr über, bietet.“ River Rider ist laut der Meldung eine Mikro-Wasserkraftanlage mit einer Leistung von etwa 4,5 Kilowatt. Sie sei für Flüsse mit geringer und mittlerer Fließgeschwindigkeit ausgelegt und benötige keine Staustufe. Neben einem breiten Einsatzspektrum erfordere River Rider zudem nur geringe Eingriffe in Natur und Gewässer. Erste Schätzungen gehen von einer Stromproduktion von etwa 32.000 Kilowattstunden aus, heißt es in der Meldung. Das entspreche umgerechnet dem Verbrauch von acht bis zehn Vier-Personenhaushalten. Das Projekt in Niederheimbach sei zunächst auf zwei Jahre angesetzt. Entsprechend der Ergebnisse werde dann über die weitere Nutzung der Anlage entschieden. Voraussichtlich im Mai 2014 wird das Laufwasserkraftwerk an seinem endgültigen Standort am Rhein verankert und dort an das Stromnetz angeschlossen.
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