Donnerstag, 3. September 2026

HolzkirchenMit Transformationsplan zur Dekarbonisierung

[08.10.2025] Die Marktgemeinde Holzkirchen hat mit einem umfassenden Transformationsplan den Weg zur vollständigen Dekarbonisierung ihrer Wärmeversorgung bis 2045 festgelegt. Grundlage ist ein Geothermieprojekt aus 5.000 Metern Tiefe, das bereits heute Strom und Wärme aus erneuerbarer Energie liefert.

Die Geothermie-Anlage versorgt Holzkirchen seit 2019 sukzessive mit grünem Strom sowie Fernwärme.

(Bildquelle: Fotograf Schvarcz)

Die Marktgemeinde Holzkirchen im oberbayerischen Landkreis Miesbach hat einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg zu einer klimaneutralen Energieversorgung erreicht. Wie Gammel Engineering und die Gemeindewerke Holzkirchen mitteilen, haben sie gemeinsam den Transformationsplan im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Wärmenetze abgeschlossen. Das Konzept sieht vor, die kommunale Wärmeversorgung bis spätestens 2045 vollständig auf erneuerbare Energien umzustellen und damit unabhängig von fossilen Brennstoffen zu werden.

Der Grundstein für dieses Vorhaben wurde bereits vor rund 20 Jahren gelegt, als sich der Gemeinderat entschloss, auf Geothermie zu setzen und die entsprechenden Förderrechte für ein 200 Quadratkilometer großes Areal zu sichern. 2016 und 2017 wurden in über 5.000 Metern Tiefe ergiebige Thermalwasserquellen erschlossen. Aus ihnen gewinnt die Gemeinde heute Wärme und Strom in beachtlichem Umfang: Nach Angaben der Gemeindewerke erzeugte die Anlage im Jahr 2023 rund 22 Millionen Kilowattstunden Strom und 12,5 Millionen Kilowattstunden Fernwärme.

Der technische Aufwand war erheblich. Um die Geothermie in das bestehende Wärmenetz zu integrieren, wurden drei zuvor getrennte Netze zu einem geschlossenen Gesamtsystem verbunden. Dieser sogenannte Ringschluss umfasst rund 25 Kilometer Trassen. Zudem mussten Abschnitte der Bestandsleitungen modernisiert und erweitert werden. „Um die Geothermie an die bestehenden Netze anzubinden, mussten wir als erstes die Netze verbinden“, erläutert Stefan Hafner, Kaufmännischer Geschäftsführer der Gemeindewerke Holzkirchen.

Seit 2019 beliefert die Geothermieanlage die Marktgemeinde sukzessive mit Strom und Wärme. Das geförderte Thermalwasser erreicht Temperaturen von 155 Grad Celsius. Nach der Nutzung wird es mit nur 37 Grad – der bayernweit niedrigsten Injektionstemperatur – wieder in den Untergrund geleitet. Diese hohe Effizienz trägt dazu bei, dass Holzkirchen als Vorreiter der kommunalen Wärmewende gilt.

Um den nächsten Schritt der Energietransformation zu finanzieren, hoffen die Gemeindewerke auf weitere Fördermittel im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Wärmenetze. Gammel Engineering übernahm die Fördermitteleinwerbung und erhielt bereits einen positiven Bescheid für Modul 1. Der Transformationsplan bildet nun die Grundlage für den Antrag auf Investitionsförderung nach Modul 2.

Bis 2045 sollen die verbliebenen Blockheizkraftwerke abgeschaltet und die Wärmeversorgung vollständig dekarbonisiert werden. Dafür sind bereits rund 60 Millionen Euro investiert worden. Stefan Hafner ist optimistisch: „Während andere noch über Kohle diskutieren, lösen wir in Holzkirchen inzwischen Erdgas ab.“

Stefanie Reil von Gammel Engineering betont: „Holzkirchen zeigt, wie kommunale Wärmewende konkret und technologieoffen gelingen kann – auf Basis gesicherter Daten, modularer Planung und effizienter Umsetzung.“





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