Donnerstag, 15. Januar 2026

BundesnetzagenturMonitoringbericht 2025 erschienen

[01.12.2025] Der Monitoringbericht 2025 von Bundeskartellamt und Bundesnetzagentur sieht den Wettbewerb auf den Energie­märkten weiterhin als verlässlichen Stabilitätsanker. Trotz der Turbulenzen der vergangenen Jahre zeigen die Daten für 2024 eine hohe Wechselbereitschaft, fallende Preise und eine Stromerzeugung, die sich deutlich in Richtung erneuerbarer Energien verschiebt.

Laut Monitoringbericht legte die Stromerzeugung aus Solarenergie um 18,6 Prozent zu; Onshore-Wind ging infolge eines windarmen Herbstes hingegen leicht zurück.

(Bildquelle: adobestock)

Der neue Monitoringbericht 2025 von Bundeskartellamt und Bundesnetzagentur zeichnet ein Bild stabiler und wettbewerbsstarker Energie­märkte. Wie die beiden Behörden berichten, basiert die Analyse vor allem auf Daten des Jahres 2024 und berücksichtigt bereits Entwicklungen aus 2025. Der Bericht erscheint zum 20. Mal, seit er 2005 im Zuge der damaligen EnWG-Novelle eingeführt wurde, und dient seither als Instrument zur Markttransparenz und zur Bewertung der Versorgungssicherheit.
Dem Bericht zufolge hat sich die Entflechtung von Erzeugung, Netz und Vertrieb aus Sicht des Wettbewerbs bewährt. Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamts, verweist auf ein beträchtlich erweitertes Angebot: Konnten Haushalte zu Beginn der Liberalisierung meist nur unter einem Lieferanten wählen, standen ihnen 2024 bereits 139 Strom- und 108 Gasanbieter offen. Auf beiden Vertriebsmärkten gilt seit mehr als einem Jahrzehnt kein Unternehmen mehr als marktbeherrschend. Parallel dazu sank der Anteil der Haushalte in der Grundversorgung weiter. Für Strom lag er 2024 bei rund 22 Prozent, für Gas bei etwa 16 Prozent.

Hohe Wechselbereitschaft

Klaus Müller, Präsident der Bundesnetzagentur, hebt die hohe Wechselbereitschaft hervor. 2024 wechselten rund 7,1 Millionen Stromkundinnen und -kunden ihren Anbieter, was einem Plus von 18 Prozent entspricht. Die Quote lag bei etwa 14 Prozent, weitere 3,3 Millionen Haushalte passten ihre Verträge beim bisherigen Lieferanten an. Auch im Gasmarkt erreichten die Wechsel mit rund 2,3 Millionen Haushalten einen Rekordwert; die Quote betrug etwa 17 Prozent, zusätzlich nahmen rund 1,2 Millionen Kundinnen und Kunden Anpassungen ihrer Verträge vor.
Wie der Bericht festhält, entspannten sich die Energiepreise im Frühjahr 2025. Haushaltsstrom kostete im Durchschnitt 40,1 Cent pro Kilowattstunde, rund vier Prozent weniger als im Vorjahr. Gas lag mit 12,13 Cent pro Kilowattstunde etwa drei Prozent darunter. Seit 2025 müssen Stromlieferanten mindestens einen dynamischen Tarif anbieten, was verbrauchsnahe Produkte stärker in den Markt rückt. Auch Industrie und Gewerbe zahlten niedrigere Preise; beim Strom lagen sie rund sechs Prozent unter dem durchschnittlichen Vertragspreis des Vorjahres. Die Behörden führen die Rückgänge vor allem auf niedrigere Großhandelspreise und eine hohe Liquidität zurück. Die Analyse extremer Preisspitzen während Dunkelflauten ergab keine Hinweise auf missbräuchliches Verhalten.

Strom aus Erneuerbaren nimmt zu

Einen breiten Raum nimmt im Bericht der Wandel der Stromerzeugung ein. Wie der Bundesnetzagentur zufolge im Jahr 2024 bereits 54 Prozent des Bruttostromverbrauchs aus erneuerbaren Quellen stammten, ein deutlicher Sprung gegenüber 2005. Die Produktion aus Braunkohle sank um neun Prozent, die aus Steinkohle um 30 Prozent. Gründe seien Kraftwerksstilllegungen, der Ausbau der Erneuerbaren und niedrige Gasgroßhandelspreise. Solarenergie legte um 18,6 Prozent zu, Wasserkraft um 13,3 Prozent und Offshore-Wind um 9,4 Prozent. Onshore-Wind ging infolge eines windarmen Herbstes leicht zurück.
Bei der konventionellen Erzeugung halten die fünf größten Unternehmen laut Bundeskartellamt einen gemeinsamen Marktanteil von rund 55 Prozent, mit RWE an der Spitze. Mundt weist darauf hin, dass die Verringerung der konventionellen Kapazitäten die Marktmacht der größten Erzeuger gesteigert habe, weil verbliebene Anlagen häufiger unverzichtbar für die Bedarfsdeckung seien.
Auch der Gasmarkt hat sich grundlegend gewandelt. Nach dem Wegfall russischer Pipelineimporte ist Deutschland heute stärker auf LNG und Lieferungen aus Nordeuropa ausgerichtet und fungiert als europäischer Import-Hub. Während der Vertrieb als wettbewerblich gilt, bleibt die Konzentration bei den Gasspeichern hoch.





Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Politik

BDEW: Zehn-Punkte-Papier für mehr Resilienz

[14.01.2026] Nach dem mehrtägigen Stromausfall infolge eines Brandanschlags in Berlin fordert der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft rasche politische und rechtliche Konsequenzen. Ein Zehn-Punkte-Papier soll die Resilienz Kritischer Energie- und Wasserinfrastrukturen gegen Sabotage, Ausfälle und Krisen stärken. mehr...

Deutscher Landkreistag: Änderungen an KRITIS-Dachgesetz gefordert

[12.01.2026] Ein mehrtägiger Stromausfall nach einem Anschlag im Berliner Südwesten hat aus Sicht der Landkreise gravierende Schwachstellen in der Krisenvorsorge offengelegt. Der Deutsche Landkreistag dringt deshalb auf einen umfassenderen Schutz Kritischer Infrastrukturen und auf Nachbesserungen beim geplanten KRITIS-Dachgesetz. mehr...

Sachsen: Fortsetzung der zentralen Wasserstoff-Anlaufstelle

[12.01.2026] Sachsen setzt die Arbeit seiner zentralen Wasserstoff-Anlaufstelle fort und beauftragt die bisherige Trägergemeinschaft erneut. Damit soll der Aufbau einer durchgängigen Wasserstoffwirtschaft bis 2030 weiter unterstützt werden. mehr...

Niedersachsen: Gewerbesteueraufkommen für Offshore-Windparks gesichert

[07.01.2026] Niedersachsen ordnet die Gewerbesteuer für Offshore-Windparks neu und sichert damit dauerhaft hohe Einnahmen für seine Kommunen. Kern der Regelung ist die Zuweisung der Hebeberechtigung an Wilhelmshaven ab 2026, mit umfangreichen Umverteilungseffekten über den Kommunalen Finanzausgleich. mehr...

AEE: Fortschritte bei Flächen-Ausweisungen

[07.01.2026] Die Bundesländer kommen bei der Ausweisung von Flächen für Windenergie voran, erreichen die gesetzten Zwischenziele jedoch bislang nur teilweise. Ein Hintergrundpapier der Agentur für Erneuerbare Energien zeigt zudem deutliche Unterschiede zwischen den Ländern sowie Fortschritte bei Genehmigungen und Photovoltaik-Freiflächen. mehr...

Schleswig-Holstein: Forschungszentrum für Leistungselektronik geplant

[06.01.2026] Schleswig-Holstein will am Campus der HAW Kiel ein neues Forschungszentrum für Leistungselektronik errichten und dafür bis zu 15,28 Millionen Euro bereitstellen. Das Vorhaben soll Forschung, industrielle Anwendung und Technologietransfer im Kontext der Energiewende bündeln. mehr...

BSI: Richtlinie für Smart Meter Gateways überarbeitet

[19.12.2025] Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik hat die Technische Richtlinie TR-03109-6 für die Administration von Smart Meter Gateways überarbeitet. Die neue Version 2.0 wird mit der nächsten Zertifizierung der Gateway-Administrator-Systeme ab 2027 verbindlich. mehr...

Stadtwerke Lübeck: Umfrage zu Investitionen in Energiewende

[17.12.2025] Die Bereitschaft zu staatlichen Investitionen in die Klimaneutralität ist in Deutschland tief gespalten. Eine repräsentative Umfrage zeigt zugleich, dass viele Bürgerinnen und Bürger klare Prioritäten bei Infrastrukturprojekten erwarten und kommunalen Unternehmen dabei eine zentrale Rolle zuschreiben. mehr...

BDEW: Kritik an NEST-Paket

[12.12.2025] Das von der Bundesnetzagentur veröffentlichte NEST-Paket überzeugt die Branche nicht. Aus Sicht des BDEW fehlt ein verlässlicher Rahmen für die neue Anreizregulierung. Die Verbände warnen vor Folgen für Investitionspläne vieler Netzbetreiber. mehr...

Biogasrat: Warnung vor Wettbewerbsnachteilen

[12.12.2025] Der Biogasrat warnt, dass der neue Kabinettsentwurf zur Weiterentwicklung der Treibhausgasminderungsquote die Existenz mittelständischer Produzenten fortschrittlicher Biokraftstoffe gefährde. mehr...

AGFW: Statement zum Geothermie-Beschleunigungsgesetz

[10.12.2025] Der Bundestag hat das Geothermie-Beschleunigungsgesetz beschlossen und damit neue Standards für schnellere Planfeststellungsverfahren bei Wärmeleitungen gesetzt. Der Energieeffizienzverband AGFW warnt vor möglichen zusätzlichen Hürden durch unklare Formulierungen im Gesetz. mehr...

interview

Interview: Der Schnellere und Bessere gewinnt

[09.12.2025] Wenn wir heute von vorne beginnen würden, ein Energiesystem aufzubauen, würden wir es dezentral gestalten, sagt Milan Nitzschke. stadt+werk sprach mit ihm und Stefan Liesner über Wege zu einem sinnvollen und zukunftsfähigen Strommarktdesign. mehr...

Energieministerkonferenz: Verlässliche Rahmenbedingungen gefordert

[09.12.2025] Die Energieministerkonferenz in Stralsund hat ein gemeinsames Signal an den Bund gesendet: Für den Erfolg der Energiewende braucht es verlässliche Rahmenbedingungen, bezahlbaren Strom und Tempo beim Wasserstoffhochlauf. Ländervertretern zufolge stocken zentrale Projekte wie Kernnetz, Elektrolyse und Offshore-Ausbau, während die Industrie Planungssicherheit einfordert. mehr...

Energiepolitik: Länder warnen vor Ausbremsen der Energiewende

[02.12.2025] Sieben Bundesländer fordern vom Bund mehr Klarheit und Verlässlichkeit in der Energiepolitik. Ein gemeinsames Positionspapier warnt vor Einschnitten bei Förderprogrammen und beim Ausbau der Erneuerbaren. mehr...