denaNetz braucht integrierte Planung
Eine integrierte Planung der verschiedenen Energie-Infrastrukturen ist unerlässlich für ein klimaneutrales Energiesystem. Deshalb schlägt die dena die Einführung eines Systementwicklungsplans vor, der den Netzentwicklungsplänen Strom und Gas vorangestellt ist. Die Methodik eines solchen Systementwicklungsplans konnte in Zusammenarbeit mit dem vom Bundeswirtschaftsministerium geförderten Forschungsprojekt der Langfristszenarien 3 und dem Stakeholderdialog der dena-Netzstudie III nun erstmals getestet werden. Durch die Betrachtung von drei Szenarien und die darauf aufbauenden Diskussionen im Partnerkreis der dena-Netzstudie III konnten für die Energie-Infrastruktur zentrale Entwicklungen identifiziert, Planungsprämissen abgeleitet und dringende Handlungsbedarfe festgestellt werden. Diese Ergebnisse wurden heute im Rahmen eines Zwischenberichts der dena-Netzstudie III detailliert veröffentlicht.
„Ein Systementwicklungsplan als Grundlage der Szenariorahmen der Netzentwicklungspläne sollte im Rahmen des geplanten Klimaschutz-Sofortprogramms der kommenden Bundesregierung im Energiewirtschaftsgesetz festgeschrieben werden“, sagt Andreas Kuhlmann, Vorsitzender der Geschäftsführung der dena. Ein vollständiger Systementwicklungsplan, der in einem partizipativen, politisch legitimierten Prozess auch konsistente quantitative Eckpunkte für die Netzentwicklungspläne festlegt, sollte in Zukunft die Basis für die Netzentwicklungspläne sein. Gemeinsame Eckpunkte für die Planung der verschiedenen Infrastrukturen, die sich in einem Systementwicklungsplan ermitteln lassen, sind Elektrolyseur-Kapazitäten und Backup-Kraftwerke sowie ihre Standorte ebenso wie das zu erwartende Angebot und die Nachfrage nach den verschiedenen Energieträgern. Im Stromnetz etwa wird der Ausbaubedarf der Übertragungsnetze und der Verteilnetze weiterhin hoch sein. Außerdem sollten Anreize für eine netzorientierte Allokation von Elektrolyseuren und von Backup-Kraftwerken gesetzt werden. Die Rolle der Gasnetze wird sich durch die perspektivische Abkehr von fossilem Erdgas stark wandeln. Ein Teil des bestehenden Gasnetzes kann zu einem Wasserstoff-Startnetz umgewidmet werden, das zunächst zur Versorgung der Industrie mit Wasserstoff benötigt wird und Industriezentren mit Erzeugungs- und Speicherzentren sowie Importrouten verbindet. Die zukünftige Rolle klimaneutraler Gase insbesondere für die Wärmebereitstellung ist aktuell noch unklar.
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