StudiePolitik setzt Stadtwerke unter Druck

Qualitative Studie: Stadtwerken geben der Bundespolitik schlechte Noten, die Kommunalpolitik wird positiv beurteilt.
(Bildquelle: PEAK Agentur für Kommunikation)
Die Energiewende, massive Marktasymmetrien und die zunehmende Wechselbereitschaft von Verbrauchern sind derzeit die größten Herausforderungen für die Stadtwerke in Deutschland. Dies sind Kernergebnisse einer Studie, welche die Heidelberger Gesellschaft für Innovative Marktforschung in Kooperation mit unserer Zeitschrift stadt+werk durchgeführt hat. Weitere Ergebnisse der qualitativen Forschungsstudie: Der Markteintritt branchenfremder Unternehmen in den Energiemarkt und die teils negative Berichterstattung über die Qualität von Stadtwerken als service- und kundenorientierte Unternehmen bringen die kommunalen Versorger ebenfalls unter Druck. Und: Etablierte Unternehmen setzen bei ihren Zukunftsstrategien andere Akzente als neue gegründete Stadtwerke. Für die Kooperationsstudie wurden im November 2014 ausgewählte Geschäftsführer und Entscheider von Stadtwerken persönlich interviewt. Zudem wurden mit Interviews kombinierte Gruppendiskussionen mit Privatkunden von Stadtwerken geführt.
Dabei zeigte sich auch, dass die Verantwortlichen in den Stadtwerken die Steuerung der Energiewende durch die Politik als diffus und unzuverlässig wahrnehmen. Insgesamt würden dadurch eine solide Unternehmensplanung behindert und strategische, zukunftsweisende Entscheidungen erschwert. Für Stadtwerke, die sich im Spannungsfeld zwischen einer unvollendeten Marktliberalisierung, komplexen gesetzlichen Regularien und zahlreichen Gremien bewegen, bedeute dies sehr hohe Hürden, um künftig als kundenorientierte Unternehmen erfolgreich wirtschaften zu können. Recht positiv stehen die Stadtwerke hingegen den lokalen politischen Entscheidungsträgern gegenüber. Von der Kommunalpolitik sieht man sich insgesamt gut unterstützt, beispielsweise beim Thema Bürgernähe oder auch bezüglich Kooperationen mit Unternehmen in der Umgebung, um die Wertschöpfung in der Region zu behalten.
Die detaillierten Ergebnisse der Studie werden in stadt+werk, Ausgabe 5/6, veröffentlicht. Das Heft erscheint am 21. Mai 2015. Die Zeitschrift können Sie hier abonnieren.
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