Freitag, 20. März 2026

KlimaschutzRuf nach konkreten Maßnahmen

[25.04.2016] Auf die Unterzeichnung des Weltklimaabkommens in New York müssen jetzt konkrete Maßnahmen und Weichenstellungen folgen. Das fordern Politiker und Verbände.
Auf die Unterzeichnung des Weltklimaabkommens müssen Taten folgen

Auf die Unterzeichnung des Weltklimaabkommens müssen Taten folgen, fordern Politiker und Verbände.

(Bildquelle: gnubier  / pixelio.de)

Anlässlich der Unterzeichnung des Pariser Weltklimaabkommens durch Vertreter von rund 150 Staaten am 22. April 2016 am Sitz der Vereinten Nationen in New York sind Rufe nach politischen Weichenstellungen und konkreten Maßnahmen laut geworden. Die hessische Ministerin für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz Priska Hinz (Bündnis 90/Die Grünen) kommentierte: „Klimaschutz ist Pflicht und keine Kür.“ Nachdem sich die Weltgemeinschaft verpflichtet habe, den globalen Temperaturanstieg auf deutlich unter zwei Grad zu senken, sei es jetzt an den einzelnen Staaten, konkrete Maßnahmen zu ergreifen. Entsprechend fordert auch die Deutsche Umwelthilfe (DUH) konkrete Weichenstellungen von der Bundesregierung. Als Schlüsselfaktoren nennen die Umweltschützer einen zügigen Ausstieg aus der Kohle, keine Deckelung der erneuerbaren Energien, ernsthafte Anstrengungen bei der Energieeffizienz sowie die Einleitung der Verkehrswende. Der aktuelle Klimaschutzplan 2050 reiche nicht aus, um die Forderungen des Pariser Abkommens zu erfüllen. Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der DUH, kritisiert: „Obwohl jeder weiß, dass es mit der Kohle zu Ende geht, verweigert die Bundesregierung den dringend notwendigen gesellschaftlichen Dialog über einen langfristigen planbaren Ausstieg aus Kohleabbau und Kohleverbrennung. Sie riskiert damit wirtschaftliche Strukturbrüche in den betroffenen Regionen, die vermeidbar wären.“ Der vorliegende Vorschlag zur Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) werde die Energiewende ausbremsen anstatt sie voranzubringen. Müller-Kraenner: „Um die Klimaschutzziele zu erreichen, brauchen wir nicht weniger sondern mehr erneuerbare Energien. Das bereits vor Paris vereinbarte Ziel, den Anteil der Erneuerbaren bis zum Jahr 2025 auf bis zu 45 Prozent auszubauen, ist nach dem Signal der internationalen Staatengemeinschaft nicht mehr ausreichend.“ Die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) wird in Bezug auf den Beitrag der Erneuerbaren zum Klimaschutz konkreter. In einer Pressemitteilung heißt es, die Erneuerbaren hätten in den vergangenen 20 Jahren 1,8 Milliarden Tonnen CO2-Äquivalent eingespart. Dabei spiele die Bioenergie eine wesentliche Rolle und trage knapp die Hälfte zu diesem Ergebnis bei. Als Ursache für den hohen Bioenergiebeitrag nennt die FNR die Vielseitigkeit dieser Energiequelle: So gehen nach FNR-Angaben fast 88 Prozent der erneuerbaren Energien im Wärmesektor und knapp 92 Prozent im Verkehrssektor auf Biomasse zurück. Zur regenerativen Stromerzeugung trage sie rund ein Viertel bei. Da die Bioenergie außerdem speicher- und regelbar ist, kann sie die Energie aus wetterabhängigen Quellen wie Sonne und Wind ergänzen. Deshalb fordert auch die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe, jetzt die richtigen politischen Rahmenbedingungen zu schaffen.





Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Klimaschutz

Sachsen: Studie zeigt Dekarbonisierungsoptionen

[19.03.2026] Eine neue Studie zeigt konkrete Dekarbonisierungsoptionen für zentrale Branchen der sächsischen Wirtschaft auf. Sie richtet sich vor allem an mittelständische Unternehmen und soll ihnen Orientierung bei technologischen und wirtschaftlichen Entscheidungen auf dem Weg zur Klimaneutralität geben. mehr...

Düsseldorf: Energie-Kommune dank Wärme- und Verkehrswende

[11.03.2026] Die Stadt Düsseldorf möchte ihre Treibhausgasemissionen deutlich reduzieren. Dabei spielen Fachkräfte, die Wärmewende und neue Mobilitätsangebote eine zentrale Rolle. Für ihr Engagement wurde die Stadt nun von der AEE zur Energiekommune des Monats Februar gekürt. mehr...

Rheinland-Pfalz: Ein Drittel ist mit Wärmeplanung fertig

[10.03.2026] Rund ein Drittel der Kommunen in Rheinland-Pfalz hat die gesetzlich vorgeschriebene kommunale Wärmeplanung bereits abgeschlossen. Die Pläne sollen den Weg zu einer treibhausgasneutralen Wärmeversorgung weisen und entscheiden mit darüber, wo künftig Wärmenetze entstehen oder dezentrale Lösungen dominieren. mehr...

AEE: Greifswald ist Energie-Kommune 2025

[02.03.2026] Die Stadt Greifswald hat die bundesweite Abstimmung zur „Energie-Kommune des Jahres 2025” gewonnen. Dies teilte die Agentur für erneuerbare Energien mit. 42,3 Prozent der Stimmen entfielen auf die Universitäts- und Hansestadt. mehr...

Region Mitte Niedersachsen: Förderung dreier Klimaschutz-Projekte

[02.03.2026] Die Zukunftsregion Mitte Niedersachsen fördert drei Projekte zu Mikrowärmenetzen, energetischer Sanierung und Abfallpädagogik mit rund 540.000 Euro. Die Bescheide übergab Landesbeauftragter Ottmar von Holtz in Rehburg-Loccum und setzte damit ein Signal für die interkommunale Zusammenarbeit in Klimaschutz und Kreislaufwirtschaft. mehr...

bericht

Würzburg: Fahrplan zur ­Klimaneutralität

[23.02.2026] Bis 2028 soll die Stadtverwaltung Würzburg treibhausgasneutral werden. Dabei stützt sie sich unter anderem auf einen kapazitätsoptimierten Sanierungsfahrplan für städtische Liegenschaften. mehr...

Anklam: Bioenergie-Cluster und H2-Kraftwerk

[17.02.2026] Die Hansestadt Anklam setzt auf Bioenergie, Wasserstoff und kommunale Wärmeplanung. Im Mittelpunkt stehen zwei Projekte: das Innovationsbündnis biogeniV und ein geplantes Verbundkraftwerk. Das Ziel ist Klimaneutralität bis 2040. mehr...

Mannheim: Phosphorrecyclinganlage in Betrieb gegangen

[16.02.2026] MVV Energie hat in Mannheim eine Phosphorrecyclinganlage in ihre bestehende Abfallverbrennung integriert. Damit gewinnt das Unternehmen aus Klärschlamm bis zu 90 Prozent des enthaltenen Phosphors zurück und stärkt die regionale Kreislaufwirtschaft in Baden-Württemberg. mehr...

Kreis Nienburg: Land fördert modulare Thermolyseanlage

[13.02.2026] Niedersachsen fördert den Bau einer modularen Thermolyseanlage des Unternehmens Waste2Value im Landkreis Nienburg mit 6,05 Millionen Euro. Die Anlage soll schwer recycelbare Kunststoffe chemisch verwerten, 27 Arbeitsplätze schaffen und den Strukturwandel in der Region vorantreiben. mehr...

bericht

Klimamanagement: Software und Beratung aus einer Hand

[11.02.2026] Der IT-Dienstleister regio iT unterstützt Kommunen mit einem modularen Lösungspaket bei Klimaschutz- und Klimaanpassungsstrategien. Es handelt sich um eine synergetische Kombination aus IT-gestütztem Datenmanagement, strategischer Beratung und effizienter Beschaffung. mehr...

Hessischer Staatspreis Energie 2026: Bewerbungsphase gestartet

[11.02.2026] In Hessen hat die Bewerbungsphase für den Staatspreis Energie 2026 begonnen. Bis Ende April können Projekte eingereicht werden, die zu einer sicheren, klimafreundlichen und bezahlbaren Energieversorgung beitragen. mehr...

Trianel: evm entwickelt Strategie für erneuerbare Stromversorgung

[09.02.2026] Die Energieversorgung Mittelrhein entwickelt mit Trianel eine Gesamtportfoliostrategie für eine vollständig erneuerbare Stromversorgung. Ziel ist es, Planung, Betrieb und Vermarktung so zu verzahnen, dass Klimaziele, Wirtschaftlichkeit und Marktrisiken zusammenpassen. mehr...

Baden-Württemberg: Klimaschutz-Programm reaktiviert

[04.02.2026] Kommunen in Baden-Württemberg können wieder Förderanträge für Beratungs- und Begleitmaßnahmen zur energetischen Sanierung öffentlicher Gebäude stellen. Das Land reaktiviert dafür den zweiten Teil des Programms Klimaschutz-Plus und ergänzt die bereits laufende Investitionsförderung. mehr...

Energie-Kommune des Jahres: Drei Finalisten stehen fest

[04.02.2026] Greifswald, der Landkreis Regensburg und Schwalmtal stehen im Finale um den Titel „Energie-Kommune des Jahres 2025“. Die Entscheidung fällt am 26. Februar bei einer digitalen Auszeichnungsveranstaltung nach öffentlicher Abstimmung. mehr...

Hamburg: Forschungsgebäude für Energiewende geplant

[03.02.2026] Die Freie und Hansestadt Hamburg plant am Energie-Campus der HAW Hamburg ein neues Forschungsgebäude für die Energiewende. Rund 20 Millionen Euro fließen in Labore, Büros und einen Showroom für Zukunftstechnologien, der 2028 in Betrieb gehen soll. mehr...