Samstag, 17. Januar 2026

FriedrichshafenSektorübergreifende Nahwärme

[17.02.2017] Das Friedrichshafener Quartier Heinrich-Heine-Straße wird mit Abwärme aus dem Rolls Royce-Tochterunternehmen MTU versorgt. Als Dienstleister für beide Seiten tritt das Stadtwerke am See auf. Für den Transport hat es ein 1.200 Meter langes Nahwärmenetz gebaut.
In der neuen Wärmeübergabestation wird Wärme aus dem MTU-Netz in das Nahwärmenetz des Stadtwerks am See eingespeist und von dort an die Abnehmer weitergeleitet.

In der neuen Wärmeübergabestation wird Wärme aus dem MTU-Netz in das Nahwärmenetz des Stadtwerks am See eingespeist und von dort an die Abnehmer weitergeleitet.

v.l.: Albin Berg, Infrastrukturverantwortlicher bei MTU; Paul Stampfer, Geschäftsführer SWG; Alexander-Florian Bürkle, Geschäftsführer Stadtwerk am See; Dr. Stefan Köhler, Erster Bürgermeister der Stadt Friedrichshafen

(Bildquelle: STADTWERK AM SEE GmbH & Co. KG)

Das Stadtwerk am See und das Unternehmen MTU Friedrichshafen, eine Marke der Rolls-Royce Power Systems, haben heute im Friedrichshafener Norden die Energiezentrale für das Quartier Heinrich-Heine-Straße in Betrieb genommen.
Ziel ist es, Abwärme, die bei der Industrieproduktion entsteht, nutzbar zu machen. Partner, für das vom Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) geförderten Projekts sind neben dem Stadtwerk am See, Industriebetrieben und der Stadt Friedrichshafe, die Städtische Wohnbaugesellschaft (SWG). Vor einem Jahr wurde der erste Bauabschnitt des Nahwärmenetzes gestartet, jetzt werden 258 Wohnungen von SWG mit Wärme versorgt. Diese stammt aus dem Wärmenetz des benachbarten MTU-Werks.
Albin Berg, Infrastrukturverantwortlicher bei MTU, erläutert: „MTU startet dieses Projekt der Nahwärmeversorgung über ihr bereits bestehendes Wärmenetz, zu dem auch ein Blockheizkraftwerk von MTU Onsite Energy gehört. In einem zweiten Schritt werden wir auch Industrieabwärme, beispielsweise von Motorenprüfständen, einspeisen.“ Auch für SWG-Geschäftsführer Paul Stampfer handelt es sich um ein Vorzeigeprojekt: „Unsere Mieter bekommen ökologische Wärme zum günstigen Komplettpreis. Und wir als SWG ersparen uns die Kosten für neue Heizungen – und die fälligen Wartungen und Reparaturen gleich mit dazu.“
Zentraler Dienstleister für beide Seiten ist das Stadtwerk am See. Nach eigenen Angaben kauft es die Wärme von der Industrie und liefert sie an die SWG-Wohnungen und ein benachbartes Obdachlosenheim. Dazu hat das Stadtwerk ein 1.200 Meter langes Nahwärmenetz aufgebaut. „Das Projekt ist ein Ausblick in die Energiezukunft“, betont Stadtwerk-Geschäftsführer Bürkle. „Wir verbinden in diesem städtischen Quartier die ansässige Industrie mit Wärmeverbrauchern in der Nachbarschaft. Damit sparen wir rund 500 Tonnen CO2 pro Jahr ein.“ Dieser Öko-Vorteil habe das Projekt auch für eine Förderung durch die Landesregierung und die Europäische Union ausgezeichnet.
Auch der erste Bürgermeister der Stadt Friedrichshafen Stefan Köhler lobt: „Industrie, Wohnungsbau, Stadtwerk und Stadt gemeinsam haben hier ein Vorzeigeprojekt von europäischer Dimension geschaffen.“ Das Projekt zeige, dass es Friedrichshafen ernst meine mit dem Klimaschutz und hierfür auch starke Partner habe. Den Fördergebern von Land und EU dankte das Stadtoberhaupt.





Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Wärmeversorgung

Rhein-Hunsrück-Kreis: Wärmeplanung abgeschlossen

[16.01.2026] Im Rhein-Hunsrück-Kreis ist die kommunale Wärmeplanung abgeschlossen und zeigt Wege zu einer klimaneutralen Wärmeversorgung auf. Kennzeichnend ist die interkommunale Zusammenarbeit mehrerer Kommunen, die ihre gesetzlich geforderten Wärmepläne gemeinsam erarbeitet haben. mehr...

bericht

Wärmeversorgung: Hoher Energieeinsatz, große Hebel

[13.01.2026] Wie Gewerbegebiete die Wärmewende vorantreiben können, zeigt ein Projekt im Ruhrgebiet. Im Rahmen von EMG.Ruhr sollen wirtschaftlich genutzte Flächen systematisch für eine klimafreundliche Energie-Infrastruktur erschlossen werden. mehr...

Fellbach: Fortschritte bei Wärmeplanung

[09.01.2026] Fellbach treibt die kommunale Wärmeplanung mit dem Ziel einer klimaneutralen Wärmeversorgung bis 2040 voran. Der Gemeinderat setzt dabei auf Machbarkeitsstudien für Wärmenetze, den Ausbau von Photovoltaik und Wärmepumpen sowie auf eine intensive Information der Bürgerschaft. mehr...

Stadtwerke Osnabrück: Zwischenbilanz zu Wärmepumpen-Komplettpaket

[08.01.2026] Nach einem Jahr ziehen die Stadtwerke Osnabrück eine positive Zwischenbilanz ihres Wärmepumpen-Komplettpakets. Das gemeinsam mit Industriepartnern und regionalem Handwerk entwickelte Modell stößt auf anhaltendes Interesse und wird inzwischen durch PV- und Speicherlösungen ergänzt. mehr...

bericht

Hamburg: Wärme aus Abwasser

[07.01.2026] Mit der größten Abwasserwärmepumpe Deutschlands treiben die Hamburger Energiewerke und Hamburg Wasser die Wärmewende voran. Das Pionierprojekt im Energiepark Hafen demonstriert, wie Städte ihre lokalen Energiepotenziale nutzen können. mehr...

bericht

Wärmeversorgung: Das Jahrhundert der Großwärmepumpe

[05.01.2026] Vor einem Jahr ging auf dem Hafengelände der dänischen Stadt Esbjerg die weltweit größte Meerwasserwärmepumpe mit CO2 als natürlichem Kältemittel in Betrieb. Die Anlage produziert nicht nur klimaneutral Wärme, sondern trägt auch zur Netzstabilisierung bei. mehr...

Stiftung Umweltenergierecht: Leitfäden für die Wärmewende

[05.01.2026] Neue Leitfäden sollen Kommunen, Energieversorgern sowie Bürgerinnen und Bürgern den Weg von der kommunalen Wärmeplanung in die praktische Umsetzung erleichtern. Sie bündeln rechtliche Hinweise, Handlungsempfehlungen und Beispiele aus der Praxis für die lokale Wärmewende. mehr...

Osnabrück: Kommunale Wärmeplanung abgeschlossen

[18.12.2025] Die Stadt Osnabrück hat ihre kommunale Wärmeplanung abgeschlossen und damit frühzeitig die Grundlage für eine klimaneutrale Wärmeversorgung bis 2040 gelegt. Der Stadtrat hat das Konzept samt erster Umsetzungsaufträge beschlossen und damit den Übergang von der Planung in die Praxis eingeleitet. mehr...

Nordrhein-Westfalen: Bündnis für Heizwende gegründet

[15.12.2025] Nordrhein-Westfalen bündelt Kräfte aus Politik, Wirtschaft und Verbraucherschutz, um den Umstieg auf moderne und sparsame Heizsysteme zu erleichtern. Ein neues Bündnis startet unter dem Titel „Heizkeller der Zukunft“ eine landesweite Offensive für bezahlbares und klimafreundliches Heizen. mehr...

Schornsheim: Klimaneutrales Neubaugebiet fertiggestellt

[11.12.2025] Schornsheim hat das neue Neubaugebiet Gänsweide übernommen, das komplett auf Erdwärme setzt. MVV zufolge ist es das erste Gebiet der Verbandsgemeinde Wörrstadt, das mit einem kalten Nahwärmenetz erschlossen wurde. mehr...

Agentur für Erneuerbare Energien: Hintergrundpapier bewertet Wärmewende

[11.12.2025] Ein Hintergrundpapier der Agentur für Erneuerbare Energien zeigt deutliche Unterschiede beim Fortschritt der Wärmewende in den Bundesländern. Die Analyse beleuchtet sowohl den Ausbau erneuerbarer Wärme als auch den Stand der kommunalen Wärmeplanung. mehr...

Stadtwerke Ludwigsburg-Kornwestheim: Bürgerbeteiligung beeinflusst Fernwärmeplanung

[11.12.2025] In Ludwigsburg und Kornwestheim beeinflusst die Bürgerbeteiligung erstmals spürbar die Fernwärmeplanung. Wie die Stadtwerke Ludwigsburg-Kornwestheim berichten, führt die Nachfrage der Anwohner direkt zu vorgezogenen Ausbauschritten. mehr...

naturstrom: Zuschlag für Wärmeplanung erhalten

[10.12.2025] naturstrom und EnergyEffizienz haben erstmals gemeinsam den Zuschlag für eine kommunale Wärmeplanung erhalten. Die beiden Unternehmen sollen die Wärmeplanung für die Kommunale Allianz Aurach-Zenn in Nordbayern erarbeiten. mehr...

Wärmewende Akademie: Positive Bilanz nach einem Jahr

[10.12.2025] Die Mannheimer Wärmewende Akademie zieht ein Jahr nach ihrer Eröffnung eine positive Bilanz: Über 90 Handwerksbetriebe haben ihre Schulungen durchlaufen und unterstützen die Umstellung auf klimafreundliche Heizsysteme. mehr...

Neutraubling: Biomasseheizwerk ans Wärmenetz gegangen

[08.12.2025] REWAG hat in Neutraubling jetzt ein Biomasseheizwerk offiziell in Betrieb genommen. Die Anlage soll das Wärmenetz stabilisieren und ein weiterer Schritt zur Dekarbonisierung sein. mehr...