Freitag, 24. April 2026

AEESolarstrom hat Gewicht

[19.02.2015] Die Solarenergie entwickelt sich zu einer tragenden Säule der Stromversorgung in Süddeutschland, meldet die Agentur für Erneuerbare Energien (AEE). Dennoch stockt der Zubau neuer Anlagen.
An sonnenreichen Tagen kann die Solarenergie bereits mehr als die Hälfte der Verbrauchsspitzen decken.

An sonnenreichen Tagen kann die Solarenergie bereits mehr als die Hälfte der Verbrauchsspitzen decken.

(Bildquelle: AEE)

Mit einer Gesamtleistung von rund 38 Gigawatt kann die Solarenergie in Deutschland an sonnenreichen Tagen im Sommer bereits mehr als die Hälfte der Verbrauchsspitzen zur Mittagszeit decken. In den beiden südlichsten Bundesländern Bayern und Baden-Württemberg wären es sogar zwei Drittel, meldet die Agentur für Erneuerbare Energien (AEE). Zudem übernehme die Solarenergie immer mehr Systemdienstleistungen, die zur Stabilisierung des Stromnetzes beitragen. Dazu gehörten unter anderem die Frequenzhaltung von 50 Hertz im Stromnetz: Wenn zu viel Strom im Netz ist und die Netzfrequenz dadurch auf mehr als 50,2 Hertz steigt, müssen sich Solarstromanlagen zur Systemstabilisierung schrittweise vom Netz trennen. Ältere Solarstromanlagen mit einer Spitzenleistung von mehr als zehn Kilowatt mussten für diese Funktion ein technisches Update erhalten (20821+wir berichteten). „Gerade in Regionen mit einem großen Bestand übernehmen Solarstromanlagen mehr Systemverantwortung“, sagt AEE-Geschäftsführer Philipp Vohrer. „Die beiden süddeutschen Bundesländer, in denen die Solarenergie bereits zu einer tragenden Säule der Stromversorgung geworden ist, profitieren dank der Nachrüstung auch von einer sicheren Versorgung mit regionalem Strom.“ Ebenfalls systemstabilisierend wirke sich der Ausbau intelligenter Solarstromspeicher aus. Aufgrund eines starken Preisverfalls sei die Nachfrage nach Solarstromspeichern im Jahr 2014 um rund 30 Prozent gestiegen.
Laut AEE hat sich die installierte Leistung der Photovoltaik-Anlagen in Deutschland seit dem Jahr 2010 von 18 auf 38 Gigawatt mehr als verdoppelt. Im Jahr 2014 sei der Ausbau jedoch in allen Bundesländern deutlich eingebrochen. Etwa 1,9 Gigawatt installierter Leistung kamen neu hinzu, was deutlich unter dem von der Bundesregierung vorgegebenen Ausbaukorridor von 2,5 Gigawatt liegt. Bundesweit steht das Land Bayern mit 427 Megawatt neu installierter Leistung erneut an der Spitze. Allerdings habe sich der Anlagenzubau auch hier deutlich reduziert. In den Stadtstaaten Hamburg, Bremen und Berlin kamen nur wenige Megawatt neuer Anlagen hinzu.





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