Donnerstag, 21. Mai 2026

DüsseldorfStadt startet kommunale Wärmeplanung

[10.04.2024] Die Stadt Düsseldorf plant bis 2026 eine Kommunale Wärmeplanung, um eine klimaneutrale Wärmeversorgung zu ermöglichen. Schlüsselakteure betonen die Bedeutung dieser Initiative für die Klimaneutralität und die Zusammenarbeit mit verschiedenen Organisationen.
Auftaktveranstaltung mit Stakeholdern zum Start der kommunalen Wärmeplanung am 19. März in Düsseldorf.

Auftaktveranstaltung mit Stakeholdern zum Start der kommunalen Wärmeplanung am 19. März in Düsseldorf.

(Bildquelle: Young)

Die Landeshauptstadt Düsseldorf hat jetzt die kommunale Wärmeplanung gestartet. Wie die Landeshauptstadt mitteilt, sind alle deutschen Großstädte gesetzlich verpflichtet, eine kommunale Wärmeplanung bis spätestens 30. Juni 2026 zu erstellen. Bereits Ende 2025 soll das Ergebnis zur kommunalen Wärmeplanung für die Landeshauptstadt vorliegen.
Unerlässlich sei bei dem umfangreichen Projekt die Einbindung wichtiger Interessenvertreterinnen und -vertreter. Für diese Stakeholder hat am Dienstag, 19. März, eine Auftaktveranstaltung im Haus der Universität stattgefunden. Dabei waren Fachleute von rund 30 unterschiedlichen Organisationen vertreten.
Unterstützt werde die Stadt bei der Erstellung der kommunalen Wärmeplanung von dem Unternehmen PricewaterhouseCoopers und den Stadtwerken Düsseldorf. Mit der Vorstellung des Auftragnehmers PricewaterhouseCoopers im Ausschuss für Umwelt-, Klima- und Verbraucherschutz sei am 29. Februar 2024 der offizielle Startschuss zur Erstellung der kommunalen Wärmeplanung erfolgt. Diese werde durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz gefördert.

Frühzeitige Planungs- und Investitionssicherheit

Bürgerinnen und Bürger, aber auch Unternehmen sollen mit der kommunalen Wärmeplanung frühzeitig Planungs- und Investitionssicherheit erhalten. Mit der kommunalen Wärmeplanung werde die Frage geklärt, welches Heizsystem und welcher Energieträger im Quartier die gesetzlichen Vorgaben nach dem neuen Heizungsgesetz erfüllen. Es werde ein technologieoffener Ansatz bei der Erstellung verfolgt, der neben einer zentralen Wärmeversorgung mit Fern- oder Nahwärmenetzen auch dezentrale Lösungen wie Wärmepumpen oder industrielle Abwärmepotenziale betrachtet.
Entsprechend besitzen die Handwerkskammer und die Kreishandwerkerschaft eine wichtige Rolle im Prozess. Lutz Denken, Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Düsseldorf, betont: „Die Kreishandwerkerschaft Düsseldorf befürwortet eine zuverlässige kommunale Wärmeplanung. Unsere Mitgliedsbetriebe bieten individuelle Beratung zu Maßnahmen für eine effiziente Wärmeversorgung und unterstützen bei der Umsetzung. Unsere Expertise trägt dazu bei, nachhaltige Energieinfrastrukturen in Düsseldorf zu etablieren.“

Enge Zusammenarbeit unterschiedlicher Akteure

Wichtig ist hierbei die enge Zusammenarbeit der unterschiedlichen Akteure. Andreas Ehlert, Präsident der Handwerkskammer Düsseldorf, stellt klar: „Die kommunale Wärmeplanung ist die Grundlage für eine klima- und umweltfreundliche Wärmeversorgung vor Ort. Nur in enger Kooperation mit den lokalen Handwerksbetrieben können innovative Lösungen entwickelt werden, um energetische Sanierungsmaßnahmen zu fördern und erneuerbare Energien zu nutzen. Daher muss auch die kommunale Wärmeplanung in enger Abstimmung mit dem Handwerk erfolgen. Die Stadt Düsseldorf geht hier mit einem guten Beispiel voran.“
Die Industrie- und Handelskammer sei darüber hinaus ein wichtiger Interessensvertreter, um die Planungs- und Versorgungssicherheit mit Wärme für die Betriebe zu gewährleisten. Gregor Berghausen, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer zu Düsseldorf: „Für die Wirtschaft ist die Planungssicherheit das wichtigste Gut. Nachdem die Bundesregierung in der Vergangenheit bei Klimaschutzmaßnahmen für große Verunsicherung gesorgt hat, begrüßen wir das Vorgehen der Landeshauptstadt sehr, die kommunale Wärmeplanung im Schulterschluss mit der Wirtschaft zu diskutieren und umzusetzen. Als Industrie- und Handelskammer nehmen wir gerne die Interessenvertretung unserer zahlreichen Mitgliedsbranchen wahr und informieren unsere Unternehmen über die konkreten Handlungsschritte sowie Fördermöglichkeiten, um nachhaltige Technologien einzusetzen und die energetische Transformation voranzutreiben.“

Wichtiger Ansprechpartner

Der Stadt zufolge ist für Bürgerinnen und Bürger, die auf dem Weg zu einer adäquaten Wärmeversorgung die richtige Entscheidung treffen möchten, die Verbraucherzentrale NRW als unabhängige Beratungsinstitution wiederum ein wichtiger Ansprechpartner. Wolfgang Schuldzinski, Vorstand der Verbraucherzentrale NRW, erklärt: „Die Verbraucherzentrale NRW unterstützt eine sorgfältige kommunale Wärmeplanung. Eine breite Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger sowie die Förderung innovativer Technologien sind dabei entscheidend. Ziel ist es, eine effiziente, nachhaltige und bezahlbare Wärmeversorgung für alle Bevölkerungsgruppen zu ermöglichen.“





Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Wärmeversorgung

Böhlen: Klimaneutrale Wärme

[20.05.2026] In der sächsischen Stadt Böhlen soll die Wärmeversorgung künftig auf erneuerbare Energien umgestellt werden. Das Projekt umfasst den Bau einer neuen Energiezentrale und die Modernisierung des bestehenden Wärmenetzes. mehr...

Zwei große, zylindrische Wärmespeicher mit dem Schriftzug „BS|ENERGY“ stehen hinter Bäumen unter blauem Himmel. Im Vordergrund sind herbstlich gefärbte Blätter und eine Straßenlaterne zu sehen.

BS Energy: Plan für klimaneutrale Wärme

[18.05.2026] BS Energy hat einen Transformationsplan für die Dekarbonisierung der Wärmeerzeugung und den Ausbau der Fernwärmeversorgung in Braunschweig veröffentlicht. Nach Angaben des Unternehmens erfüllt der Energieversorger damit Vorgaben des Bundesgesetzes für die Wärmeplanung und zur Dekarbonisierung der Wärmenetze. mehr...

E.ON: Wärmepumpe spart Energiekosten

[13.05.2026] Eine Analyse von E.ON beziffert das Einsparpotenzial von Wärmepumpen in deutschen Einfamilienhäusern für die Heizsaison 2025/26 auf rund 2,28 Milliarden Euro. Zugleich zeigt die Berechnung, wie stark der Wechsel von Öl und Gas zu elektrischen Heizsystemen auch den CO2-Ausstoß senken könnte. mehr...

Blick auf den Energiestandort Süd der Stadtwerke München mit dem neuen Wärmespeicher. Der große, zylindrische Speicher steht neben mehreren Schornsteinen des Heizkraftwerks am Ufer der Isar. Im Vordergrund sind Bäume und das Flussufer zu sehen, im Hintergrund Teile des Münchner Stadtgebiets.

Stadtwerke München: Wärmespeicher startet Betrieb

[12.05.2026] Mit einem Wärmespeicher wollen die Stadtwerke München die Fernwärmeversorgung flexibler gestalten und die Wärmewende vorantreiben. Der Speicher ist nun in Betrieb gegangen, zwei Fernwärmenetze sind bereits angeschlossen. mehr...

Mannheim: Wärmewende Akademie ist jetzt ein Verein

[04.05.2026] Die Mannheimer Wärmewende Akademie hat sich als eingetragener Verein neu aufgestellt. Damit erhält das bisherige Netzwerk aus Stadt, Energieversorgern und Handwerk eine dauerhafte Organisationsform, die Qualifizierung und Umsetzung der kommunalen Wärmewende verstetigen soll. mehr...

Augsburg: Wärmeplanung liegt öffentlich aus

[04.05.2026] Augsburg hat den Entwurf seiner kommunalen Wärmeplanung veröffentlicht und legt damit erstmals ein konkretes Szenario für die künftige Wärmeversorgung der Stadtteile vor. Bürger, Unternehmen und Verbände können den Plan nun prüfen und bis 20. Mai Hinweise einreichen, bevor die Stadt den Kurs bis 2040 festsetzt. mehr...

Nexiga: Dashboard zum Wärmebedarf

[29.04.2026] Eine frei zugängliche Internet-Plattform zeigt Daten zum Heizwärme- und Warmwasserbedarf auf Postleitzahl- und Gemeindeebene. Nach Angaben des Anbieters Nexiga soll das Angebot Kommunen, Energieversorgern und weiteren Akteurinnen bei der Wärmeplanung helfen. mehr...

Oldenburg: Dialogprozess fließt in Wärmeplanung ein

[28.04.2026] Oldenburg passt seinen kommunalen Wärmeplan nach einem breit angelegten Bürgerdialog an drei zentralen Stellen an. Der jetzt vorliegende Dialogbericht zeigt, welche Beratungs- und Umsetzungsangebote die Stadt für Wärmepumpe, Heizungstausch und energetische Sanierung nachschärfen will. mehr...

SAENA: Broschüre zur Abwärmenutzung aktualisiert

[28.04.2026] Die Sächsische Energieagentur hat ihre Broschüre zu Technologien der industriellen Abwärmenutzung grundlegend aktualisiert und in dritter Auflage veröffentlicht. Der Leitfaden zeigt Unternehmen, wie sich ungenutzte Prozesswärme technisch erschließen lässt, um Energiekosten zu senken und den Umbau hin zu klimaneutralen Prozessen abzufedern. mehr...

Infografik mit einer stilisierten Karte von Konstanz und markierten Projektgebieten für den Ausbau von Wärmenetzen. Farbig hervorgehobene Stadtteile zeigen unterschiedliche Planungsstände: Hafner und Bodensee-Therme in Dunkelgrün (fortgeschrittene Projektentwicklung), Berchengebiet, Paradies und Altstadt in Hellgrün (Machbarkeitsstudie abgeschlossen), Petershausen West in Gelb (Voruntersuchungen), Petershausen West/Königsbau sowie Klinikum in Grau (Voruntersuchungen in Planung). In Sprechblasen stehen jeweils die vorgesehenen Energiequellen wie Seethermie, Außenluft, Abwärme aus Kläranlage oder Kehrichtverwertungsanlage. Rechts oben erklärt eine Legende die Farben und Symbole.

Konstanz: 30 Millionen Euro für Wärmenetze

[27.04.2026] Der Gemeinderat in Konstanz hat den Ausbau klimafreundlicher Wärmenetze beschlossen. Die Stadt will die Stadtwerke über 15 Jahre mit insgesamt 30 Millionen Euro stärken. Damit sollen neue Projekte in geeigneten Stadtgebieten ermöglicht werden. mehr...

Ein großer Autokran hebt auf einer Baustelle einen zylinderförmigen Industriebehälter aus Metall an. Das Bauteil liegt auf Schienen und ist mit mehreren Rohranschlüssen versehen. Im Hintergrund sind Baugeräte, Fahrzeuge und freie Flächen zu sehen. Darüber spannt sich ein blauer Himmel mit dünnen Wolken.

enercity: Großwärmepumpe ersetzt Kohleblock

[23.04.2026] In Hannover hat der Bau einer 30-Megawatt-Großwärmepumpe am Klärwerk Herrenhausen eine neue Phase erreicht. Nach Angaben von enercity hat die Montage zentraler Bauteile begonnen. Die Anlage soll bis Ende 2026 in Betrieb gehen und Wärme für bis zu 13.000 Haushalte liefern. mehr...

Münster: Finaler Entwurf der Wärmeplanung liegt vor

[21.04.2026] Münster plant den Umbau seiner Wärmeversorgung mit mehr Fernwärme und Wärmepumpen. Der jetzt vorliegende Wärmeplan zeigt, wie die Stadt bis 2045 klimaneutral werden will, und steht im Mai zur politischen Entscheidung. mehr...

Frontansicht des Bremer Rathauses mit reich verzierter Backsteinfassade, großen Fenstern und historischem Giebel. Über dem Gebäude wehen die deutsche Flagge sowie weitere Fahnen. V

Freie Hansestadt Bremen: Kommunaler Wärmeplan beschlossen

[16.04.2026] Der Bremer Senat hat den kommunalen Wärmeplan beschlossen. Er soll den Umbau der Wärmeversorgung hin zu klimafreundlichen Lösungen steuern und Bürgerinnen und Bürgern Orientierung geben. mehr...

Industrielle Hochtemperatur-Wärmepumpe von Evonik in Herne auf Containerbasis mit Lüftungseinheiten und Rohrleitungen auf Werksgelände.

Uniper / Evonik: Wärmepumpen-Projekt in Herne

[15.04.2026] In Herne geht eine Hochtemperatur-Wärmepumpe in Betrieb, die industrielle Abwärme für die Fernwärmeversorgung nutzt. Nach Angaben der beteiligten Unternehmen können damit rund 1.000 Haushalte im Ruhrgebiet versorgt werden. Zudem sollen jährlich bis zu 1.750 Tonnen Kohlendioxid eingespart werden. mehr...

Schwerin: Zwischenstand zur Wärmeplanung

[13.04.2026] Schwerin setzt in seiner Wärmeplanung auf einen massiven Ausbau der Fernwärme und eine klare Gebietseinteilung bis 2045. Die jetzt vorgestellten Szenarien zeigen, wo zentrale Netze dominieren – und wo Gebäudeeigentümer selbst Lösungen finden müssen. mehr...