RWEStromabnahmevertrag mit Amazon geschlossen

RWE und Amazon haben einen Stromabnahmevertrag über 110 MW Offshore-Windenergie aus dem Projekt Nordseecluster B geschlossen.
(Bildquelle: RWE)
Einen langfristigen Stromabnahmevertrag über 110 Megawatt (MW) Offshore-Windenergie aus dem Projekt Nordseecluster B haben RWE und Amazon vereinbart. Wie RWE mitteilt, stammt die vereinbarte Leistung aus dem deutschen Offshore-Windpark Nordseecluster in der Nordsee und baut auf einer im Juni 2025 geschlossenen strategischen Rahmenvereinbarung beider Unternehmen auf. Ziel der Kooperation ist es demnach, Amazons Betrieb mit CO2-freier Energie zu unterstützen und zugleich die digitale Transformation von RWE durch Cloud-Dienste, KI und Datenanalyse von Amazon Web Services voranzubringen.
Die vereinbarte Kapazität von 110 MW entspricht laut RWE einer jährlichen Strommenge, die rechnerisch mehr als 139.000 deutsche Haushalte versorgen könnte. Der Offshore-Windpark Nordseecluster liegt rund 50 Kilometer nördlich der Insel Juist und wird in zwei Bauphasen realisiert. Nordseecluster A mit einer Gesamtleistung von 660 MW befindet sich derzeit im Bau und soll Anfang 2027 in Betrieb gehen. Die zweite Ausbaustufe, Nordseecluster B, soll weitere 900 MW liefern und ab 2029 kommerziell Strom erzeugen. Eigentümer des Projekts sind RWE mit einem Anteil von 51 Prozent und Norges Bank Investment Management mit 49 Prozent.
RWE sieht in Stromabnahmeverträgen ein zentrales Instrument für den Ausbau der Offshore-Windenergie. Ulf Kerstin, Chief Commercial Officer von RWE Supply & Trading, erklärte laut Unternehmensangaben: „Stromabnahmeverträge wie dieser mit Amazon sind entscheidend, um die Dekarbonisierung Deutschlands zu beschleunigen und gleichzeitig die langfristige Versorgungssicherheit zu stärken.“ Durch großskalige Offshore-Projekte wie den Nordseecluster könne mehr CO2-freier Strom zuverlässig in das Netz eingespeist werden.
Für Amazon ist der Vertrag Teil der unternehmensweiten Klimastrategie. Das Unternehmen verfolgt das Ziel, bis 2040 in allen Geschäftsbereichen CO2-neutral zu werden. In Deutschland betreibt Amazon nach eigenen Angaben bereits sechs Solaranlagen an Unternehmensstandorten. Der neue Vertrag mit RWE ist der vierte große Offshore-Wind-PPA des Konzerns in Deutschland. Insgesamt summieren sich die dortigen Projekte auf eine Leistung von mehr als 790 MW. Sobald alle Anlagen in Betrieb sind, sollen sie rechnerisch Strom für mehr als eine Million Haushalte pro Jahr erzeugen.
Rocco Bräuniger, Country Manager von Amazon Deutschland, betonte laut Mitteilung die Bedeutung der Vereinbarung für die Energiewende und erklärte, die Kooperation trage dazu bei, den Übergang zu einer CO2-freien Energieversorgung in Deutschland zu beschleunigen.
Über Deutschland hinaus haben Amazon und RWE nach Unternehmensangaben weltweit bereits Verträge über mehr als ein Gigawatt erneuerbare Erzeugungskapazität aus mehreren RWE-Projekten geschlossen. Der nun vereinbarte Stromabnahmevertrag für Nordseecluster B ist die erste Zusammenarbeit beider Unternehmen außerhalb der Vereinigten Staaten.
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