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SuedLink / SuedOstLinkÜNB stellen Streckenführung vor

[09.03.2017] Die Übertragungsnetzbetreiber haben jetzt die Vorschlagskorridore und Alternativen für SuedLink und SuedOstLink vorgestellt. Erste Reaktionen fallen geteilt aus.
Vorschlag zum Trassenverlauf von SuedLink.

Vorschlag zum Trassenverlauf von SuedLink.

(Bildquelle: TransnetBW GmbH)

Die Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) TenneT TSO, 50 Hertz und TransnetBW haben jetzt den bevorzugten Streckenverlauf und Alternativen für die Hochspannungs-Gleichstrom-Vorhaben SuedLink und SuedOstLink veröffentlicht und angekündigt, die Anträge auf Bundesfachplanung in Kürze bei der Bundesnetzagentur (BNetzA) einzureichen. Dies wäre der Auftakt für das offizielle Genehmigungsverfahren. Vorausgegangen waren Vor-Ort-Diskussionen mit den verschiedenen Interessengruppen und der Bevölkerung. So wurden die Vorschlagskorridore und Alternativen auf Basis bisher erfolgter Untersuchungen und aufgrund der von der Bevölkerung eingegangenen Hinweise festgelegt.

Erst in die Bundesfachplanung, dann in die Planfeststellung

Beide Verbindungen sollen vorrangig unterirdisch als Erdkabel verlegt werden. Während SuedLink ab 2025 die windreichen Regionen Norddeutschlands mit Bayern und Baden-Württemberg verbinden soll, werde SuedOstLink den im Norden und Osten erzeugten Windstrom in das verbrauchsstarke Bayern führen. SuedLink ist in insgesamt fünf Teilabschnitte aufgeteilt und führt von Wilster und Brunsbüttel nach Grafenrheinfeld und Großgartach, SuedOstLink verläuft in vier Abschnitten von Wolmirstedt in Sachsen-Anhalt bis nach Isar bei Landshut im südöstlichen Bayern.
Die BNetzA kündigte bereits an, den Vorschlagskorridor und die Alternativen im Rahmen der Bundesfachplanung detaillierter zu untersuchen und im Anschluss einen zirka 500 bis 1.000 Meter breiten Leitungskorridor für die anschließende Planfeststellung festzulegen.
Lex Hartman, Mitglied der Geschäftsführung vonTenneT TSO, sagte: „Uns ist es wichtig, einen Korridor zu finden, der Mensch und Natur möglichst wenig belastet. Wir haben dafür die Hinweise der Bürger vor Ort mit berücksichtigt.“ Dies habe man über die umfassendste Bürgerbeteiligung, die es je zu einem Netzausbauprojekt in Deutschland gegeben habe, erreicht. Auch im formellen Genehmigungsprozess werden die Bürger weitere Mitsprachemöglichkeiten haben, informierte Hartmann.
Werner Götz, Vorsitzender der Geschäftsführung von TransnetBW, ergänzte: „Der Vorschlagskorridor ist ein erstes Zwischenergebnis und der Auftakt für detaillierte Untersuchungen. In den nächsten beiden Jahren können sich weitere Veränderungen ergeben, bevor die Bundesnetzagentur über den tatsächlichen Verlauf entscheidet.“ Die kommenden Untersuchungen werden laut Götz für alle Korridorvarianten in der gleichen Detailtiefe durchgeführt.

Geteilte Reaktionen auf Streckenverlauf

Bayerns Energieministerin Ilse Aigner (CSU) hält die politische Vereinbarung vom 1. Juli 2015 für erfüllt: „Weder der Vorzugskorridor noch die Alternative sehen eine Stammstreckenführung des SuedLink über Grafenrheinfeld vor. Die Rhön wird in beiden Varianten umgangen.“ Insgesamt gebe es durch den Wegfall einiger Varianten weniger Betroffene, allerdings werde man bei beiden Projekten noch genauer hinschauen müssen. Im weiteren Verfahren werde sich die Landesregierung für die Umgehung von Siedlungsräumen und Naturschutzgebieten und für eine Bündelung mit Autobahnen und anderen Fernstraßen einsetzen.
Thüringens Umwelt- und Energieministerin Anja Siegesmund (Bündnis 90/Die Grünen) gab bereits bekannt, dass sie die aktuelle Planung für die Stromtrasse SuedLink durch Thüringen entschieden ablehnt. So machte die Ministerin deutlich: „Thüringen sagt Ja zur Energiewende, Thüringen sagt aber Nein zur neuen Trassenplanung von TenneT mit der Brechstange durch Thüringen.“ Siegesmund fordert eine faire Lastenverteilung und den Erhalt von Naturschätzen: „Der Bund fördert den Lückenschluss am Grünen Band. Und hier will ein Netzbetreiber mit einer Stromtrasse das Grüne Band wieder zerschneiden. Das wollen wir nicht zulassen. Wir werden die Ausweisung des Grünen Bandes als Nationales Naturmonument sehr zügig vorantreiben“, sagte die Ministerin.





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