Sonntag, 15. März 2026

Nordrhein-WestfalenWärmeplanung auf Kurs

[25.11.2024] Eine Umfrage von NRW.Energy4Climate zeigt, dass viele Städte und Gemeinden in Nordrhein-Westfalen ihre Wärmeplanung bereits vorantreiben. Zwei Drittel der Kommunen arbeiten dabei eng mit Stadtwerken oder lokalen Energieversorgern zusammen.

Grafische Darstellung der Ergebnisse der Umfrage „Kommunale Wärmeplanung in NRW“.

(Bildquelle: NRW.Energy4Climate)

Die Landesgesellschaft NRW.Energy4Climate hat zum zweiten Mal den Stand der Wärmeplanung in den Kommunen Nordrhein-Westfalens untersucht. Das Ergebnis: Die Mehrheit der teilnehmenden Städte und Gemeinden ist bereits aktiv in den Planungsprozess eingebunden. Sie seien auf einem guten Weg, die gesetzlichen Fristen einzuhalten. Diese sehen vor, dass größere Kommunen ihre Wärmeplanung bis 2026, kleinere bis 2028 abgeschlossen haben müssen.

Kamp-Lintfort hat Wärmeplan schon beschlossen

Nach der Umfrage, an der sich 112 von insgesamt 396 Kommunen in NRW beteiligten, haben rund 40 Prozent der Befragten bereits mit der Planung begonnen, über 28 Prozent sind sogar schon weit fortgeschritten. Nur noch zehn Prozent gaben an, zunächst abwarten zu wollen – ein deutlicher Rückgang gegenüber dem Vorjahr, als noch 20 Prozent diese Position vertraten. Weitere 21 Prozent der befragten Kommunen befinden sich derzeit in der Vorbereitungsphase.

Einige Kommunen haben ihre Wärmepläne sogar schon vor dem Stichtag fertiggestellt. Laut der Landesgesellschaft werden Coesfeld und Borken die inhaltliche Erarbeitung des kommunalen Wärmeplans zum Jahresende abschließen, Mönchengladbach plant den Ratsbeschluss im Dezember und als eine der ersten Kommunen bundesweit hat Kamp-Lintfort bereits seinen beschlossenen Wärmeplan veröffentlicht.

Enge Zusammenarbeit mit Stadtwerken

Laut der Erhebung arbeiten zwei Drittel der Kommunen bei der Erstellung ihrer Wärmepläne eng mit Stadtwerken oder lokalen Energieversorgern zusammen. Diese Zusammenarbeit soll durch das in Kürze zu erwartende Landeswärmeplanungsgesetz NRW gestärkt werden, das den Austausch mit allen relevanten Akteuren wie Energieversorgern, Wohnungswirtschaft und Bürgerenergiegenossenschaften vorschreibt. Ziel ist es, qualitativ hochwertige Wärmepläne zu erstellen, die später auch gut umgesetzt werden können.

Bei den eingesetzten Energieträgern zeichnet sich ein klarer Trend ab. Wasserstoff und Biomethan werden eher als ergänzende Lösungen gesehen, während erneuerbare Energiequellen wie Umweltwärme, Abwärme, Abwasser oder Geothermie deutlich mehr Potenzial bieten.

Wärmeplanungsgesetz NRW setzt den Rahmen

„Die Wärmeplanung in den nordrhein-westfälischen Kommunen kommt richtig in Schwung“, sagt Christian Mildenberger, Geschäftsführer von NRW.Energy4Climate. „Wir sind überzeugt, dass wir diese Entwicklung weiter beflügeln können. Auch wer jetzt erst einsteigt, kann die Wärmeplanung fristgerecht abschließen. Dabei helfen wir neben den bereits bestehenden Förderangeboten auch mit dem Umsetzungsleitfaden, der zum Wärmeplanungsgesetz NRW erscheint.“

Das Landeswärmeplanungsgesetz NRW (wir berichteten), dessen Verabschiedung noch in diesem Jahr erwartet wird, soll den ordnungspolitischen Rahmen setzen. Unter anderem wird die bisherige Förderung durch die Konnexitätszahlung ersetzt. Diese stellt jeder Kommune 165.000 Euro plus 1,36 Euro pro Einwohner für die erstmalige Erstellung des kommunalen Wärmeplans zur Verfügung. Mit diesen Unterstützungsangeboten und der engagierten Arbeit der Kommunen sei Nordrhein-Westfalen auf einem guten Weg, die Wärmeplanung voranzubringen und die Energiewende aktiv zu gestalten, so NRW.Energy4Climate.





Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Wärmeversorgung

BEE: Positionspapier empfiehlt Holzenergie für die Wärmeversorgung

[09.03.2026] Ein neues Positionspapier des Bundesverbands Erneuerbare Energie stellt Holzenergie als zentralen Baustein der Wärmewende dar. Angesichts geopolitischer Risiken und steigender Preise für Öl und Gas fordert der Verband, heimische Holzwärme stärker in der Wärmeversorgung zu berücksichtigen. mehr...

Jade Hochschule: Vereinheitlichung der kommunalen Wärmeplanung

[04.03.2026] Die Jade Hochschule will die kommunale Wärmeplanung in Niedersachsen mit einem landesweit einheitlichen Daten- und Methodenstandard harmonisieren. Ein neues, vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördertes Forschungsprojekt soll Kommunen schneller zu belastbaren Entscheidungen über Wärmenetze oder dezentrale Lösungen führen. mehr...

Saarland: Studie analysiert Wärmeversorgung

[04.03.2026] Eine neue Studie analysiert die Wärmeversorgung im Saarland und zeigt Wege zur klimaneutralen Wärmewende auf. Die Untersuchung soll Kommunen eine belastbare Grundlage für ihre Wärmeplanung bis 2045 liefern. mehr...

Region Mitte Niedersachsen: Förderung dreier Klimaschutz-Projekte

[02.03.2026] Die Zukunftsregion Mitte Niedersachsen fördert drei Projekte zu Mikrowärmenetzen, energetischer Sanierung und Abfallpädagogik mit rund 540.000 Euro. Die Bescheide übergab Landesbeauftragter Ottmar von Holtz in Rehburg-Loccum und setzte damit ein Signal für die interkommunale Zusammenarbeit in Klimaschutz und Kreislaufwirtschaft. mehr...

Braunschweig: Holzheizkessel in Betrieb genommen

[27.02.2026] BS Energy und SH Kraft & Wärme haben im Braunschweiger Energie Effizienz Quartier Gliesmarode/Querum einen zweiten Holzheizkessel in Betrieb genommen. Mit der Leistungssteigerung um 50 Prozent wächst der Anteil erneuerbarer Wärme im Quartiersnetz weiter und das Ziel einer vollständig regenerativen Versorgung bis 2040 rückt näher. mehr...

Gebäudemodernisierungsgesetz: Kritik und Lob von Branchenverbänden

[26.02.2026] Das neue Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG) setzt auf eine Grüngasquote, eine entfristete Bio-Treppe und stärkere Förderung für Fernwärmenetze. Verbände aus der Energie- und Wärmewirtschaft begrüßen den Kurswechsel, warnen aber vor Preisrisiken, fehlender Planungssicherheit und offenen Detailfragen. mehr...

Böhl-Iggelheim: Entstehung von kaltem Nahwärmenetz

[26.02.2026] In Böhl-Iggelheim entsteht an der Jakob-Heinrich-Lützel-Grundschule ein kaltes Nahwärmenetz auf Basis von Erdsonden und Sole-Wasser-Wärmepumpen. Das Projekt soll die kommunale Wärmeversorgung ab 2026 klimafreundlich sichern und perspektivisch ein ganzes Quartier einbinden. mehr...

Sechsstufige Wärmepumpenanlage „Energy Unit 2.0“ in der XL-Variante: Außen aufgestellte Luft/Wasser-Wärmepumpenmodule in schallgedämmter Einhausung vor einem Mehrfamilienhaus, teilweise mit geöffneten Schutzgittern.

Vaillant: XL-Wärmepumpe für Mehrfamilienhäuser

[23.02.2026] In Dortmund wurde erstmals eine sechsstufige Wärmepumpenanlage der XL-Variante in Betrieb genommen. Das System versorgt zwei Mehrfamilienhäuser aus den 1960er-Jahren. Laut den Beteiligten spart es jährlich 20,5 Tonnen CO₂ ein. mehr...

Stadtwerke Lemgo: Beteiligungsvolumen für Großwärmespeicher ausgeschöpft

[20.02.2026] Das Beteiligungsvolumen für den Großwärmespeicher der Stadtwerke Lemgo ist binnen weniger Tage vollständig ausgeschöpft. Zwei Millionen Euro flossen in das Projekt zur klimaneutralen Wärmeversorgung und zeigen die breite Unterstützung für die Wärmewende vor Ort. mehr...

Enpal: Wärmepumpe kompensiert Fernwärmenetz

[20.02.2026] Enpal steigt in die kommunale Wärmeplanung ein und übernimmt für Städte und Gemeinden die Versorgung von Haushalten außerhalb bestehender Fernwärmenetze mit Wärmepumpen. Damit reagiert das Unternehmen auf den wachsenden Handlungsdruck der Kommunen und will mit hoher Installationskapazität eine Lücke in der lokalen Wärmewende schließen. mehr...

BBSR: Studie zur Wärmeplanung mit Digitalen Zwillingen

[18.02.2026] Eine neue Studie untersucht, wie Digitale Zwillinge die kommunale Wärmeplanung strategisch unterstützen. Der Bericht des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung zeigt anhand von 189 Kommunen, wann sich der Einsatz digitaler Modelle lohnt und wo ihre Grenzen liegen. mehr...

Cuxhaven: Alter Fischereihafen erhält Energiespundwand

[13.02.2026] Niedersachsen fördert im Alten Fischereihafen Cuxhaven eine bundesweit einzigartige Energiespundwand, die Wärme direkt aus dem Meerwasser gewinnt. Das 3,1-Millionen-Euro-Projekt soll ein 61.000 Quadratmeter großes Quartier klimaneutral mit Heiz- und Kühlenergie versorgen und gilt als Modell für die Wärmewende in Häfen. mehr...

SAENA: Kostenfreies Webinar zur Wärmeplanung

[12.02.2026] Die Sächsische Energieagentur SAENA bietet am 27. Februar 2026 ein kostenfreies Webinar zu Ausschreibung und Vergabe in der kommunalen Wärmeplanung an. mehr...

Stiftung Umweltenergierecht: Webinar zur Wärmeplanung

[09.02.2026] Neue Leitfäden sollen Kommunen den Schritt von der Wärmeplanung in die praktische Umsetzung erleichtern. Die Stiftung Umweltenergierecht stellt zentrale Inhalte und Empfehlungen in einem kostenfreien Online-Seminar vor. mehr...

Stuttgart: Abwärme von Rechenzentrum macht Schule

[06.02.2026] Ein Rechenzentrum in Stuttgart speist seine Abwärme erstmals systematisch in ein lokales Wärmenetz ein. Das Projekt von nLighten und Wärmelösungen Synergiepark Stuttgart zeigt, wie digitale Infrastruktur konkret zur Dekarbonisierung städtischer Wärmeversorgung beitragen kann. mehr...