Freitag, 9. Januar 2026

Nordrhein-WestfalenWärmeplanung auf Kurs

[25.11.2024] Eine Umfrage von NRW.Energy4Climate zeigt, dass viele Städte und Gemeinden in Nordrhein-Westfalen ihre Wärmeplanung bereits vorantreiben. Zwei Drittel der Kommunen arbeiten dabei eng mit Stadtwerken oder lokalen Energieversorgern zusammen.

Grafische Darstellung der Ergebnisse der Umfrage „Kommunale Wärmeplanung in NRW“.

(Bildquelle: NRW.Energy4Climate)

Die Landesgesellschaft NRW.Energy4Climate hat zum zweiten Mal den Stand der Wärmeplanung in den Kommunen Nordrhein-Westfalens untersucht. Das Ergebnis: Die Mehrheit der teilnehmenden Städte und Gemeinden ist bereits aktiv in den Planungsprozess eingebunden. Sie seien auf einem guten Weg, die gesetzlichen Fristen einzuhalten. Diese sehen vor, dass größere Kommunen ihre Wärmeplanung bis 2026, kleinere bis 2028 abgeschlossen haben müssen.

Kamp-Lintfort hat Wärmeplan schon beschlossen

Nach der Umfrage, an der sich 112 von insgesamt 396 Kommunen in NRW beteiligten, haben rund 40 Prozent der Befragten bereits mit der Planung begonnen, über 28 Prozent sind sogar schon weit fortgeschritten. Nur noch zehn Prozent gaben an, zunächst abwarten zu wollen – ein deutlicher Rückgang gegenüber dem Vorjahr, als noch 20 Prozent diese Position vertraten. Weitere 21 Prozent der befragten Kommunen befinden sich derzeit in der Vorbereitungsphase.

Einige Kommunen haben ihre Wärmepläne sogar schon vor dem Stichtag fertiggestellt. Laut der Landesgesellschaft werden Coesfeld und Borken die inhaltliche Erarbeitung des kommunalen Wärmeplans zum Jahresende abschließen, Mönchengladbach plant den Ratsbeschluss im Dezember und als eine der ersten Kommunen bundesweit hat Kamp-Lintfort bereits seinen beschlossenen Wärmeplan veröffentlicht.

Enge Zusammenarbeit mit Stadtwerken

Laut der Erhebung arbeiten zwei Drittel der Kommunen bei der Erstellung ihrer Wärmepläne eng mit Stadtwerken oder lokalen Energieversorgern zusammen. Diese Zusammenarbeit soll durch das in Kürze zu erwartende Landeswärmeplanungsgesetz NRW gestärkt werden, das den Austausch mit allen relevanten Akteuren wie Energieversorgern, Wohnungswirtschaft und Bürgerenergiegenossenschaften vorschreibt. Ziel ist es, qualitativ hochwertige Wärmepläne zu erstellen, die später auch gut umgesetzt werden können.

Bei den eingesetzten Energieträgern zeichnet sich ein klarer Trend ab. Wasserstoff und Biomethan werden eher als ergänzende Lösungen gesehen, während erneuerbare Energiequellen wie Umweltwärme, Abwärme, Abwasser oder Geothermie deutlich mehr Potenzial bieten.

Wärmeplanungsgesetz NRW setzt den Rahmen

„Die Wärmeplanung in den nordrhein-westfälischen Kommunen kommt richtig in Schwung“, sagt Christian Mildenberger, Geschäftsführer von NRW.Energy4Climate. „Wir sind überzeugt, dass wir diese Entwicklung weiter beflügeln können. Auch wer jetzt erst einsteigt, kann die Wärmeplanung fristgerecht abschließen. Dabei helfen wir neben den bereits bestehenden Förderangeboten auch mit dem Umsetzungsleitfaden, der zum Wärmeplanungsgesetz NRW erscheint.“

Das Landeswärmeplanungsgesetz NRW (wir berichteten), dessen Verabschiedung noch in diesem Jahr erwartet wird, soll den ordnungspolitischen Rahmen setzen. Unter anderem wird die bisherige Förderung durch die Konnexitätszahlung ersetzt. Diese stellt jeder Kommune 165.000 Euro plus 1,36 Euro pro Einwohner für die erstmalige Erstellung des kommunalen Wärmeplans zur Verfügung. Mit diesen Unterstützungsangeboten und der engagierten Arbeit der Kommunen sei Nordrhein-Westfalen auf einem guten Weg, die Wärmeplanung voranzubringen und die Energiewende aktiv zu gestalten, so NRW.Energy4Climate.





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