Donnerstag, 23. Juli 2026

NetzengpässeZuschaltbare Lasten sollen gegenwirken

[09.03.2016] Zuschaltbare Lasten sollen Strom bei Netzengpässen künftig verstärkt nutzen. Dies fordern das Energiewendeministerium Schleswig-Holstein und andere Bundesländer.

Nach Vorstellung des Energiewendeministeriums Schleswig-Holstein soll Strom aus erneuerbaren Energien künftig genutzt statt abgeschaltet werden. Dies könne zum Beispiel durch Speicher, in Industrieprozessen oder in Wärmenetzen geschehen. Wie das Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume Schleswig-Holstein mitteilt, unterstützen auch andere Bundesländer diese Forderung, der Bundesrat habe sich bereits entsprechend positioniert. Um die rechtlichen Rahmenbedingungen zügig verbessern zu können, hat das Land außerdem ein Gutachten bei der Stiftung Umweltenergierecht und dem Fraunhofer Institut für System- und Innovationsforschung (ISI) in Auftrag gegeben. Die Ergebnisse der Studie hat jetzt Staatssekretärin Ingrid Nestle in Berlin vorgestellt. Nestle sagte: „Wenn wir zielgerichtet Strom vor den Netzengpässen effizient nutzen, können die Erneuerbare-Energien-Anlagen häufiger laufen und die Kosten für die Engpassbewirtschaftung gesenkt werden.“ Des Weiteren wies die Staatssekretärin darauf hin, dass für netzbedingt stillstehende Anlagen häufig fossile Kraftwerke hochgefahren werden müssen. Die Betreiber dieser Kraftwerke müssten bezahlt, die Kosten würden über die Stromrechnung auf die Verbraucher umgelegt. Die Verfasser des Gutachtens fordern einerseits eine Verordnung für zuschaltbare Lasten und andererseits die Schaffung eines Anreizsystems für die Betreiber von zuschaltbaren Lasten, also beispielsweise Speicher oder Power-to-Heat-Anlagen. Eine Abregelung von Anlagen soll erst dann erlaubt werden, wenn sich keine weiteren Lasten zuschalten lassen. Hierzu bedürfe es einer Pflicht zur Ausschreibung zuschaltbarer Lasten auf Übertragungsnetzbetreiber-Ebene. In der Verordnung für zuschaltbare Lasten müssten Regelungen zu deren Abgrenzung von bisherigen Redispatch-Maßnahmen, für Ausschreibungsmengen, zur Vergütung und zu den technischen Anforderungen und den Präqualifikationsbedingungen enthalten sein. Um den Abruf der zuschaltbaren Lasten zu gewährleisten, müsse ferner eine Einsatzpflicht in der Maßnahmenreihenfolge des Einspeise-Managements neu geregelt werden. Diese sei bestenfalls im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) zu verankern. Ferner könne das Instrument so ausgestaltet werden, dass keine zusätzlichen Kosten für das Stromsystem anfallen, wobei die Zusätzlichkeit der Lasten entscheidend sei. Da für den ohne zuschaltbare Lasten gar nicht produzierten Strom keine Beiträge zu Steuern und Abgaben geleistet werden, sei es sinnvoll und zulässig, auch den produzierten Strom nicht mit der EEG-Umlage und Netzentgelten zu belasten. Mit dem für den Strom neu gezahlten Preis könnten so alle anderen Stromkunden entlastet werden.





Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Netze | Smart Grid

Stadtwerke Fellbach: Pilotprojekt zu dynamischen Zwillingen

[23.07.2026] Smight und retoflow entwickeln gemeinsam einen dynamischen Zwilling für Niederspannungsnetze. Das Pilotprojekt bei den Stadtwerken Fellbach zeigt, wie sich Mess- und Netzdaten innerhalb kurzer Zeit zu einem Modell für Planung und Netzbetrieb verknüpfen lassen. mehr...

Mitnetz Strom: Anschluss von Rechenzentrum

[21.07.2026] Mitnetz Strom schließt in Lübbenau das bislang größte Rechenzentrum seines Netzgebiets an das 110-Kilovolt-Hochspannungsnetz an. Das Projekt steht für den stark wachsenden Strombedarf von Rechenzentren und zeigt, wie sich die Anforderungen an die Verteilnetze im Zuge der Energiewende verändern. mehr...

Berlin: Umspannwerke ohne Treibhausgas

[17.07.2026] Stromnetz Berlin lässt zwei neue 110-Kilovolt-Umspannwerke in Wittenau und Neukölln errichten. Dabei kommen dabei SF₆-freie gasisolierte Schaltanlagen zum Einsatz. Die Projekte sollen die Netzinfrastruktur der Hauptstadt modernisieren und die Stromversorgung absichern. mehr...

Wiesbaden: Umspannwerk für die City

[16.07.2026] Die Stadtwerke Wiesbaden Netz haben mit dem Bau eines neuen Umspannwerks begonnen. Das Unternehmen investiert nach eigenen Angaben 39 Millionen Euro in das Projekt, das Anfang 2031 in Betrieb gehen soll. mehr...

TenneT: Ostbayernring vollständig in Betrieb

[15.07.2026] Die Höchstspannungsleitung Ostbayernring ist auf ihrer gesamten Länge von rund 185 Kilometern in Betrieb gegangen. Die Leitung erhöht die Transportkapazität für Strom und soll die Integration erneuerbarer Energien sowie die Versorgungssicherheit verbessern. mehr...

Thüga: Regler für mehr Solarstrom im Netz

[01.07.2026] Ein Pilotprojekt in Thüringen erprobt eine neue Technologie zur besseren Nutzung bestehender Stromnetze. Nach Angaben der Thüga kann ein neuer Mittelspannungslängsregler die Aufnahme von Photovoltaik-Strom deutlich erhöhen und so den Ausbau erneuerbarer Energien beschleunigen. mehr...

Ein Techniker installiert ein intelligentes Messsystem (Smart Meter) in einem Stromzählerkasten. Das digitale Messgerät mit Kommunikationsmodul wird in die bestehende Strominfrastruktur eingebaut und ermöglicht die automatische Erfassung und Übermittlung von Verbrauchsdaten.

Stadtwerke Düsseldorf / EnBW: Kooperation für intelligente Stromnetze

[22.06.2026] Die Stadtwerke Düsseldorf und EnBW Utility Services bauen ihre Zusammenarbeit bei intelligenten Messsystemen aus. Künftig umfasst die Partnerschaft auch das sogenannte CLS-Management zur Steuerung dezentraler Energieanlagen. mehr...

Zwei Monteure in orangefarbener Schutzkleidung steigen an einem Hochspannungsmast aus Stahl empor. Im Hintergrund sind Stromleitungen vor blauem Himmel mit wenigen Wolken zu sehen.

BDEW: Schnellere Genehmigungen für den Netzausbau

[19.06.2026] Der BDEW hat Vorschläge zur Beschleunigung des Stromnetzausbaus vorgelegt. Nach Angaben des Verbands könnten Änderungen im Energiewirtschaftsgesetz und im Infrastruktur-Zukunftsgesetz dazu beitragen, Planungs- und Genehmigungsverfahren zu verkürzen. Im Fokus stehen Vereinfachungen bei der Modernisierung bestehender Netze und bei Genehmigungsprozessen. mehr...

bne: Studie verweist auf Rekordrenditen bei VNB

[18.06.2026] Eine Analyse des Bundesverbands Neue Energiewirtschaft zeigt Rekordrenditen bei Deutschlands größten Verteilnetzbetreibern. Gleichzeitig verschärfen sich die Probleme beim Netzausbau und bei neuen Netzanschlüssen für die Energiewende. mehr...

TransnetBW/EWE Netz: Energiewende-App bald in Niedersachsen verfügbar

[18.06.2026] Die Energiewende-App StromGedacht wird künftig auch im Netzgebiet von EWE Netz in Niedersachsen verfügbar sein. Die Kooperation mit TransnetBW erweitert das Konzept netzdienlichen Verbrauchs erstmals auf ein großes Verteilnetz und soll Verbraucher stärker in die Netzstabilisierung einbinden. mehr...

Mitnetz Strom: Einbindung der Bürgerinnen und Bürger in die Planung

[16.06.2026] Mitnetz Strom setzt beim Bau einer neuen Hochspannungsleitung auf einen frühen und intensiven Dialog mit den Bürgern. Der Netzbetreiber will Konflikte vermeiden, die Feinplanung verbessern und Akzeptanz für den Ausbau der Energieinfrastruktur schaffen. mehr...

Netzanschluss: Software beschleunigt Berechnungen

[12.06.2026] Das Kölner Unternehmen envelio hat nach eigenen Angaben eine neue Technologie für die Berechnung von Stromnetzen entwickelt. Die Lösung soll Netzsimulationen erheblich beschleunigen und damit Netzanschlüsse schneller ermöglichen. mehr...

KIT: Transparenz für KI-gestützte Vorhersagen in Energiesystemen

[05.06.2026] KIT-Forschende haben mit SHAPformer eine Methode entwickelt, die KI-gestützte Vorhersagen für Energiesysteme nachvollziehbar macht. Die Lösung soll Transparenz bei kritischen Anwendungen wie Stromnetzsteuerung, Lastprognosen und Strompreisvorhersagen erhöhen und regulatorische Anforderungen erfüllen. mehr...

Hamburger Energienetze: Start von Fair-Grid-Projekt

[02.06.2026] Die Hamburger Energienetze führen mit Fair Grid ein neues Vergabeverfahren für große Stromanschlüsse ein. Das Projekt soll knappe Netzkapazitäten fair verteilen und reagiert auf den stark steigenden Leistungsbedarf durch Rechenzentren, Batteriespeicher und die Energiewende. mehr...

Smight/Thüga SmartService/Robotron: Vollständige Steuerkette umgesetzt

[06.05.2026] Smight, Thüga SmartService und Robotron haben eine vollständige Steuerkette nach §14a EnWG erstmals im Realbetrieb durchgängig umgesetzt. Damit steht Verteilnetzbetreibern eine standardkonforme End-to-End-Architektur zur Verfügung, die Netzengpässe automatisiert erkennt, marktseitig verarbeitet und steuernd auf Verbrauchseinrichtungen zugreift. mehr...