VerkehrsmanagementAlles im Fluss

Software des Unternehmens IVU Traffic Technologies optimiert und steuert Verkehrsströme und Fahrzeugflotten.
(Bildquelle: nobelium/Fotolia.com)
Die moderne Stadt ist der Inbegriff von Mobilität: Menschen und Waren, aber auch immaterielle Güter wie Dienstleistungen befinden sich in ständigem Austausch. Die Grundlage hierfür bilden Netze. Verkehrsadern sowie Versorgungsleitungen tragen dazu bei, dass alles dort ankommt, wo es benötigt wird. Auch Städte sind im Fluss. Damit aus den verschiedenen Verkehrsnetzen auf Dauer kein Verkehrschaos wird, müssen die einzelnen Knotenpunkte innerhalb der Netze intelligent miteinander verbunden werden – eine Aufgabe, die vor allem in den wachsenden Metropolregionen dieser Welt immer notwendiger wird. Lösungen bieten IT-Spezialisten wie IVU Traffic Technologies an. Das Berliner Unternehmen hat sich auf die Entwicklung von Software für den öffentlichen Personenverkehr (ÖPV), den Güterverkehr und die Logistik spezialisiert. Die Systeme von IVU planen, optimieren und steuern den Einsatz von Fahrzeugflotten und Mitarbeitern und unterstützen unter anderem bei der Standortwahl. Bereits in 350 Städten sind die Anwendungen weltweit im Einsatz. Stadtwerke, regionale Energieversorger und Kommunen profitieren von den beiden Produktfamilien IVU.Suite und IVU.Workforce.
Klare Auskunft
IVU.suite stellt laut Unternehmensangaben eine Komplettlösung für die zahlreichen Aufgabenbereiche eines Verkehrsbetriebs dar. Sie besteht aus mehreren Software-Komponenten: IVU-Systeme planen unter anderem Routen, steuern Ampeln und informieren die Fahrgäste über aktuelle Abfahrtszeiten. So auch in der Region Stuttgart: Dort hat der Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart (VVS) im Rahmen des Projekts „Nachhaltig mobile Region Stuttgart“ (NaMoReg) ein mandantenfähiges Echtzeitinformationssystem von IVU Traffic Technologies installiert. Die Lösung dient dazu, die aktuellen Verkehrsdaten von insgesamt 26 kleinen und mittelständischen Betrieben zentral zu verarbeiten und an Auskunftssysteme weiterzugeben. Die IVU-Ingenieure haben dazu neue Bordcomputer in den rund 500 Fahrzeugen der beteiligten Unternehmen installiert. Alle Rechner sind mit der Betriebssoftware IVU.cockpit ausgestattet, die den Fahrern die gegenwärtige Fahrplanlage anzeigt. So wissen sie laut IVU genau, ob sie selbst oder eine Anschlussverbindung pünktlich sind. Auf diese Weise können sie entsprechend reagieren – etwa indem sie eine Minute länger warten, um den Fahrgästen der S-Bahn den Umstieg in den Regionalbus zu ermöglichen.
Genau nach Plan
Für die Verarbeitung und Weitergabe der Echtzeitdaten sorgen IVU.fleet und IVU.realtime. Die Lösungen stellen die Daten den VVS-eigenen Angeboten sowie der Fahrplanauskunft des Landes Baden-Württemberg zur Verfügung. VVS-Kunden können sich dadurch von zu Hause aus oder per App informieren, wann der nächste Bus fährt und ob sich die aktuelle Verkehrssituation möglicherweise auf ihre Anschlussfahrten auswirkt. Laut IVU Traffic Technologies ist die Lösung nicht nur für Dienstleister in Ballungsgebieten interessant. Kerstin Wendt, Projektleiterin bei IVU Traffic Technologies erklärt: „Gerade in ländlichen Gebieten, wo die Taktung geringer ist und Busse seltener fahren, kommt es auf umfassende Echtzeitinformationen an. Davon profitieren nicht nur die Fahrgäste. Verkehrsbetriebe können damit auch neue Kunden gewinnen.“
Software für den Außendienst
Für Außendienstmitarbeiter von Versorgungsunternehmen, die zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein müssen, bietet IVU Traffic Technologies IVU.workforce an. Dabei handelt es sich um ein Workforce-Management-System, das aus zwei Komponenten besteht: einem Planungszentrum für die automatisierte Disposition der Arbeitseinsätze der Mitarbeiter sowie einer mobilen Lösung zum Erfassen der Auftragsdaten im Außendienst. IVU.workforce deckt alle im täglichen Betrieb anfallenden Aufgaben im Bereich Außendienst ab: von der Planung und Optimierung der Arbeitseinsätze und Ressourcen bis hin zur Auftragsdokumentation und Abrechnung. Laut IVU Traffic Technologies lassen sich mit der richtigen Planung bis zu 40 Prozent der bislang für die Auftragsbearbeitung notwendigen Zeit einsparen. Dabei gibt es jedoch einiges zu beachten: Mit Kunden vereinbarte Termine müssen eingehalten, Aufträge innerhalb eines bestimmten Zeitraums erledigt und gesetzliche Arbeitszeitregelungen beachtet werden. Auch kurzfristige Terminverschiebungen oder Stornierungen gehören zum Alltag. Für die Netzgesellschaft Berlin Brandenburg (NBB) kam noch ein weiteres Problem hinzu: Wie viele andere Netzbetreiber in Deutschland unterhält sie eine Reihe von Dienstleistungsunternehmen, die Instandhaltungstätigkeiten durchführen. Da die Unternehmen bei ihrer Arbeit unterschiedliche Dokumentationssysteme einsetzen, wurde eine Koordinierung der eingehenden Daten mitunter schwierig. NBB entschied sich daher für die Einführung von IVU.workforce. Um die bis dahin zum Teil noch papierbasierten Dokumentationen der Aufträge zu ersetzen, nutzte die Netzgesellschaft zusätzlich die mobile Komponente IVU.workforce.mobile. Alle Dienstleister der NBB sind nunmehr in der Lage, die anfallenden Auftragsdaten mit einheitlichen Prozessen aufzunehmen.
Auftragsdaten in Echtzeit
Die Außendienstmitarbeiter erfassen damit Messwerte, erstellen Prüfprotokolle und dokumentieren den aktuellen Bearbeitungsstatus. Fotos, Barcode-Scans oder andere Daten lassen sich direkt von dem jeweiligen Endgerät übernehmen. Zudem haben die Außendienstmitarbeiter stets Zugriff auf alle wichtigen Informationen und relevanten Dokumente. Umgekehrt können die Disponenten der NBB in Echtzeit nachvollziehen, wie der Bearbeitungsstand eines Auftrags ist. „Egal ob Anlagenakte oder Planwerksauszug – alle Informationen stehen jederzeit zur Verfügung“, erklärt NBB-Geschäftsführer Ulf Altmann. „So sparen sich unsere Kollegen die Zeit für das Zusammentragen der Informationen und können sich auf ihre eigentliche Arbeit am Netz konzentrieren.“ Auch für die Stadtwerke München erwies sich die Einführung der Lösung als vorteilhaft. Hier kommt IVU.workforce.mobile beim Ablesen der Wasser- und Stromzähler beim Kunden zum Einsatz. „Die Konfigurierbarkeit von IVU.workforce.mobile ermöglicht es uns, alle Auftragsarten zu modellieren. Von einfachen Formularen mit wenigen Feldern bis hin zu komplexen Arbeiten mit vielen hundert Einzelschritten ist alles abbildbar“, sagt Gerhard Popp, Leiter Anwendungen, Technische Geschäftsfelder bei den Stadtwerken München. Die Mitarbeiter können die Auftragsdaten praktisch in Echtzeit abrufen und weiterleiten. Gerade im Außendienst, wo relevante Auftragsinformationen jederzeit aktuell verfügbar sein müssen, ist das laut IVU Traffic Technologies von großem Vorteil.
Dieser Beitrag ist in der Juni-Sonderausgabe von stadt+werk mit Schwerpunkt IKT-Lösungen für Stadtwerke und kommunale Betriebe erschienen. Hier können Sie ein Exemplar bestellen oder die Zeitschrift abonnieren.
Stadtwerke Lübeck: Erstes eigenes Rechenzentrum in Betrieb genommen
[13.03.2026] Die Stadtwerke Lübeck haben ihr erstes eigenes Rechenzentrum in Betrieb genommen, das sensible Daten künftig direkt vor Ort verarbeitet und speichert. Das Projekt soll die digitale Souveränität der Region stärken – und stößt schon zum Start auf große Nachfrage. mehr...
Nexiga: Plattform analysiert Strommarkt-Dynamiken
[05.03.2026] Das Unternehmen Nexiga bringt mit dem Hellbrise Monitor eine neue Datenplattform zur Analyse von Strommarkt-Dynamiken an den Start. Das Tool soll Einspeisespitzen, negative Preise und strukturelle Risiken der Energiewende transparent machen und richtet sich an Versorger, Netzbetreiber, Forschung und Politik. mehr...
VertiGIS: Vorarlberger Energienetze erneuert Geo-Informationssystem
[04.03.2026] Das Unternehmen Vorarlberger Energienetze stellt sein Geo-Informationssystem auf die dritte Generation um und setzt dabei auf Technologie von VertiGIS. Der Wechsel ist wegen des auslaufenden Altsystems bis 2028 zwingend und betrifft Datenqualität, Netzbetrieb und künftige KI-Anwendungen gleichermaßen. mehr...
evm: KI-Chatbot entlastet Kundenservice
[03.03.2026] Das kommunale Unternehmen Energieversorgung Mittelrhein (evm) zieht eine Zwischenbilanz zum Einsatz seines KI-Chatbots Eva. Demnach wurden allein im Jahr 2025 mehr als 40.000 Gespräche geführt. mehr...
WEMAG: Wechsel auf S/4HANA-Plattform
[03.03.2026] Die WEMAG-Gruppe hat ihre IT-Systeme grundlegend umgestellt. Nach einer Projektzeit von 18 Monaten nutzt das Unternehmen nun die S/4HANA-Plattform von Thüga SmartService. Dabei wurden 92 Buchungskreise und knapp 500 Nutzerinnen und Nutzer migriert. mehr...
Plattformstrategie: Hybrid denken, souverän handeln
[26.02.2026] Die Erlanger Stadtwerke sind mit Microsoft 365 auf eine Plattform umgestiegen, die Mitarbeitende spürbar entlastet und die Zusammenarbeit effizienter gestaltet. Im Sinne der digitalen Souveränität wurde für die Softwarearchitektur ein hybrider Ansatz gewählt. mehr...
Wuppertaler Stadtwerke: IT-Partnerschaft mit rku․it besiegelt
[23.02.2026] Die Wuppertaler Stadtwerke bauen ihre IT mit der NextGen-Plattform von rku.it aus. Die strategische Partnerschaft soll Prozesse im SAP-Umfeld modernisieren und den kommunalen Versorger langfristig digital absichern. mehr...
cortility: Zusatzmodule an SAP S/4HANA angepasst
[20.02.2026] Das Unternehmen cortility hat mehrere Zusatzmodule für SAP S/4HANA Utilities überarbeitet. Die Lösungen nutzen die neue Systemarchitektur und lassen sich ohne große Anpassungen integrieren. Weitere Erweiterungen sind angekündigt. mehr...
Salesfive: CRM-Vorlage für Stadtwerke
[20.02.2026] Die Energieversorgung Oberhausen und Salesfive präsentieren eine CRM-Lösung für Stadtwerke. Die auf Praxiserfahrungen basierende Vorlage soll den Kundenservice schneller und effizienter machen. Laut den Unternehmen ist der Start innerhalb weniger Wochen möglich. mehr...
Martin: Umstieg auf Stackable Data Platform
[18.02.2026] Das Unternehmen Martin für Umwelt- und Energietechnik analysiert Betriebsdaten seiner Waste-to-Energy-Anlagen mit der Stackable Data Platform zentral in einer Open-Source-Umgebung. Damit will das Unternehmen Emissionen präziser steuern, Wartungen vorausschauend planen und als Teil Kritischer Infrastruktur datensouverän bleiben. mehr...
Kisters: Neue Plattform für den Energiehandel
[12.02.2026] Das Unternehmen Kisters präsentiert auf der E-world energy & water 2026 eine neue Software für das Portfoliomanagement. Die Lösung richtet sich an Energiehändler, Stadtwerke und Dienstleister. Sie soll Prozesse automatisieren und den Handel mit Strom und Gas effizienter machen. mehr...
Klimamanagement: Software und Beratung aus einer Hand
[11.02.2026] Der IT-Dienstleister regio iT unterstützt Kommunen mit einem modularen Lösungspaket bei Klimaschutz- und Klimaanpassungsstrategien. Es handelt sich um eine synergetische Kombination aus IT-gestütztem Datenmanagement, strategischer Beratung und effizienter Beschaffung. mehr...
ITC: KI-Werkzeugkasten vorgestellt
[30.01.2026] ITC hat einen cloudbasierten KI-Werkzeugkasten für Stadtwerke und Energieversorger vorgestellt, der sofort einsetzbare Funktionen für Kundenservice, Prozessautomatisierung und Energiemanagement bündelt. Ziel ist es, technische Hürden abzubauen und Künstliche Intelligenz als praktisches Arbeitsmittel im Tagesgeschäft einzuführen. mehr...
Stadtwerke Eberbach: Umstieg auf Kraftwerk-Plattform
[29.01.2026] Die Stadtwerke Eberbach ersetzen ihr bisheriges SAP-System durch die Kraftwerk-Plattform auf Basis von Microsoft Business Central. Ausschlaggebend für die Entscheidung war die Möglichkeit, alle energiewirtschaftlichen Prozesse auf einer durchgängigen Softwarelösung abzubilden. mehr...
GABO IDM: Zunehmende Bedeutung von Digitalen Informationszwillingen
[27.01.2026] Digitale Informationszwillinge sollen ungeplante Stillstände in Energieanlagen deutlich verkürzen und die Anlagenverfügbarkeit erhöhen. Nach Angaben der GABO IDM bündeln sie technische Daten, Dokumentation und Prozesse in einer zentralen, webbasierten Plattform. mehr...











