Donnerstag, 5. Februar 2026

ÜNBEEG-Umlage 2017 beträgt 6,88 Cent

[14.10.2016] Die Übertragungsnetzbetreiber haben jetzt die Höhe der EEG-Umlage 2017 bekannt gegeben. Sie beträgt 6,88 Cent je Kilowattstunde. Die Verbände nehmen die steigende Umlage zum Anlass, um die wichtige Rolle der Netze bei der Energiewende zu unterstreichen.

Die vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) 50Hertz, Amprion, TenneT und TransnetBW haben heute die Prognose der im Jahr 2017 zu erwartenden Einspeisung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) sowie die daraus resultierende EEG-Umlage für 2017 veröffentlicht. Zudem wurde die EEG-Mittelfristprognose bekannt gegeben. Die EEG-Umlage 2017 wurde auf Basis von Prognosen unabhängiger Gutachter ermittelt. Danach ergibt sich für 2017 ein Umlagebetrag von 23,98 Milliarden Euro. Dieser resultiert aus der Vergütung der Anlagenbetreiber abzüglich dem Gegenwert durch Börsenerlöse sowie Berücksichtigung des EEG-Kontostands und der Liquiditätsreserve. Im Jahr 2017 liegt die EEG-Umlage bei 6,88 Cent pro Kilowattstunde. Damit steigt die EEG-Umlage um 8,3 Prozent (EEG-Umlage 2016: 6,354 Cent pro Kilowattstunde). Der Grund: Im Jahr 2017 wird eine um knapp 11 Terawattstunden (TWh) ansteigende Erzeugung an elektrischer Energie aus Erneuerbare-Energien-Anlagen erwartet (2016: 176 TWh, 2017: 187 TWh). Abzüglich der verminderten Börsenerlöse ergibt sich für das Jahr 2017 eine prognostizierte Deckungslücke von etwa 24,4 Milliarden Euro. Die Erlöse an der Börse sinken aufgrund des niedrigen Börsenstrompreises, der vor allem das Ergebnis der Einspeisung aus EE-Anlagen ist. Aus diesen Zahlen würde sich eine EEG-Umlage von in etwa 7 Cent ergeben. Das EEG-Konto ist mit 1,9 Milliarden Euro aktuell im Plus, was die EEG-Umlage rein rechnerisch um knapp 0,6 Cent pro Kilowatttstunde senkt. Die Liquiditätsreserve federt beispielsweise wetterbedingte Schwankungen auf dem EEG-Konto ab. Die Liquiditätsreserve wurde mit 6 Prozent angesetzt und liegt damit im Jahr 2017 bei knapp 1,5 Milliarden Euro. Damit erhöht sie die EEG-Umlage um 0,4 Cent je Kilowattstunde. Die Ermittlung der EEG-Umlage erfolgte in Abstimmung mit der Bundesnetzagentur (BNetzA), die die Aufgabe hat, die Ermittlung, Festlegung, Veröffentlichung und Weitergabe der EEG-Umlage zu überwachen. Für das Jahr 2021 wird eine installierte Leistung erneuerbarer Energiequellen von knapp 121 Gigawatt erwartet, wovon 92 Prozent auf Solar und Windenergie entfallen sollen. Die prognostizierte Jahresarbeit liegt für das Jahr 2021 dann bei über 224 TWh.

Steigende Netzentgelte erhöhen die Kosten der Energiewende

Die Branchenverbände nehmen die gestiegene EEG-Umlage vor allem zum Anlass, um auf die Notwendigkeit des Netzausbaus hinzuweisen. Katherina Reiche, Hauptgeschäftsführerin des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU), kommentiert die EEG-Umlage 2017 wie folgt: „Die Kosten für die Umsetzung der Energiewende machen sich nicht mehr nur in der gestiegenen EEG-Umlage bemerkbar, sondern immer stärker durch die Steigerung der Netzentgelte.“ Der Stromnetzaus- und -umbau, vor allem aber auch der nicht stattgefundene Netzausbau verursache Ausgaben, die direkt auf die Energiewende zurückzuführen seien. So entstünden Kosten durch die Abregelung von Kraftwerken aufgrund fehlenden Netzausbaus. Die Abregelung von Erneuerbare-Energien-Anlagen ziehe kostspielige Entschädigungszahlungen nach sich. Gleichzeitig müssten jenseits des Engpasses Kraftwerke hochgefahren werden, was wiederum Kosten verursache. Diese Eingriffe seien in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen, da der Ausbau der großen Stromtrassen nicht vorankomme. „Um das Tempo der Energiewende hoch zu halten und die finanziellen Aufwendungen zu begrenzen, brauchen wir eine leistungsfähige Infrastruktur vor Ort“, sagt Reiche. Aufgrund des Ausbaus der erneuerbaren Energien werde das Thema Systemsicherheit und -stabilität künftig stärker eine lokale und regionale Aufgabe werden. Reiche: „Wir plädieren deshalb für einen zellularen Ansatz, in dem Strom, soweit möglich, lokal und regional erzeugt, gespeichert und verbraucht wird.“ Stefan Kapferer, Vorsitzender der BDEW-Hauptgeschäftsführung, sieht den Anstieg der EEG-Umlage als weiteres Signal für einen Reform-Druck bei der Erneuerbaren-Förderung: „Mit der EEG-Novelle 2017 ist ein erster sehr wichtiger Schritt gemacht: Die künftige Ermittlung der Förderung über Ausschreibungen wird zu einem deutlich kosteneffizienteren Ausbau der regenerativen Energien führen.“ Zudem brauche man ein Konzept zur langfristigen Weiterentwicklung des EEG in Richtung marktwirtschaftlier Instrumente. In den vergangenen Tagen habe es aus vielen Richtungen Vorschläge für alternative Finanzierungsmodelle des Erneuerbaren-Ausbaus gegeben. Aus Sicht von Kapferer haftet allen die gleiche Schwäche an: Sie führten vor allem zu einer Umverteilung der Kosten in andere Bereiche wie Wärme und Verkehr, anstatt einen kosteneffizienteren Ausbau in den Mittelpunkt zu rücken. Mit Blick auf die aktuelle Strompreisdebatte verwies Kapferer auf die hohen staatlichen Steuern, Abgaben und Umlagen und die Netzentgelte. Ein alleiniger Blick auf Beschaffungskosten und EEG-Umlage greife hingegen zu kurz. Steigende Netzentgelte, mit denen in vielen Regionen noch gerechnet werden müsse, führte auch Kapferer zu einem großen Teil auf Netzeingriffe (Redispatch und Einspeise-Management) zurück. Diese Kosten würden die Netzbetreiber jetzt zeitversetzt an die Verbraucher weiterreichen. Und auch Kapferer kommt zu dem Schluss: „Ohne Netzausbau wird die stark schwankende Stromeinspeisung aus Erneuerbaren Energien die Kosten weiter steigen lassen.“





Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Politik

Baden-Württemberg: Klimaschutz-Programm reaktiviert

[04.02.2026] Kommunen in Baden-Württemberg können wieder Förderanträge für Beratungs- und Begleitmaßnahmen zur energetischen Sanierung öffentlicher Gebäude stellen. Das Land reaktiviert dafür den zweiten Teil des Programms Klimaschutz-Plus und ergänzt die bereits laufende Investitionsförderung. mehr...

Steinbeis: Neue AG für Konfliktkommunikation

[02.02.2026] Eine neue Arbeitsgemeinschaft hat sich zum Ziel gesetzt, Konflikte bei Energie- und Infrastrukturprojekten zu verringern. Sie richtet sich an Verantwortliche aus Unternehmen und Kommunen. Ziel ist es, Bürgerinnen und Bürger stärker in Planungen einzubeziehen. mehr...

BDEW: Milliardeninvestitionen in den Netzausbau gefordert

[02.02.2026] Neue Regionalszenarien der Stromverteilnetzbetreiber zeigen einen drastisch steigenden Bedarf an Netzanschlüssen bis 2045. Der BDEW fordert deshalb Milliardeninvestitionen in den Netzausbau und bessere regulatorische Rahmenbedingungen, um privates Kapital zu mobilisieren. mehr...

KRITIS-Dachgesetz: BDEW fordert Tempo

[30.01.2026] Der Bundestag hat gestern das KRITIS-Dachgesetz zur Umsetzung der CER-Richtlinie verabschiedet. Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft fordert nun Tempo, klare Zuständigkeiten und eine praxisnahe Ausgestaltung, um die Resilienz kritischer Infrastrukturen wirksam zu erhöhen. mehr...

Gebäudeenergiegesetz: Spitzenverbände fordern Reform

[29.01.2026] Mehrere Spitzenverbände aus Energie-, Kommunal- und Immobilienwirtschaft fordern eine schnelle und grundsätzliche Reform des Gebäudeenergiegesetzes hin zu einem Gebäudemodernisierungsgesetz. Sie verlangen klare, investitionsfreundliche und praxistaugliche Regeln, die nationale und europäische Vorgaben zusammenführen. mehr...

VKU: Kurskorrektur beim Offshore-Ausbau gefordert

[28.01.2026] Der Verband kommunaler Unternehmen fordert anlässlich des Nordsee-Gipfels eine Kurskorrektur beim Ausbau der Offshore-Windenergie. Ziel sei ein Ausbaupfad, der Systemkosten begrenzt, Netze besser auslastet und Investitionen wirtschaftlich tragfähig macht. mehr...

BSW-Solar: Bündnis fordert Fortsetzung der Photovoltaik-Förderungen

[28.01.2026] Ein breites Bündnis aus Wirtschafts- und Zivilgesellschaftsverbänden warnt vor geplanten Kürzungen bei der Förderung von Photovoltaik auf Gebäuden. Nach Ansicht der Unterzeichner würde ein Abbau der Förderung den Solarausbau bremsen, Strompreise verteuern und die Klimaziele gefährden. mehr...

Rheinisches Revier: Gigawattpakt erreicht Ausbauziele

[26.01.2026] Der Gigawattpakt im Rheinischen Revier erreicht schneller als geplant zentrale Ausbauziele: Die installierte Leistung erneuerbarer Energien ist seit Ende 2020 auf 4,4 Gigawatt gestiegen. Damit rückt die für 2028 vorgesehene Marke von fünf Gigawatt bereits nach knapp vier Jahren in greifbare Nähe. mehr...

Schleswig-Holstein: Erhöhung des Bürgerenergiefonds

[20.01.2026] Schleswig-Holstein erhöht den Bürgerenergiefonds um weitere fünf Millionen Euro und stärkt damit die Finanzierung von Energieprojekten in Bürgerhand. Das Gesamtvolumen des Fonds steigt auf 15 Millionen Euro und soll neue Wind-, Solar- und Wärmeprojekte anschieben. mehr...

BDEW: Stellungnahme zur Kraftwerksstrategie

[19.01.2026] Bundesregierung und EU-Kommission haben sich auf Eckpunkte der Kraftwerksstrategie verständigt und damit den Weg für neue Ausschreibungen und zusätzliche gesicherte Leistung geebnet. Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft sieht darin ein wichtiges Signal für Versorgungssicherheit und Investitionen in steuerbare Kapazitäten. mehr...

BDEW: Zehn-Punkte-Papier für mehr Resilienz

[14.01.2026] Nach dem mehrtägigen Stromausfall infolge eines Brandanschlags in Berlin fordert der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft rasche politische und rechtliche Konsequenzen. Ein Zehn-Punkte-Papier soll die Resilienz Kritischer Energie- und Wasserinfrastrukturen gegen Sabotage, Ausfälle und Krisen stärken. mehr...

Deutscher Landkreistag: Änderungen an KRITIS-Dachgesetz gefordert

[12.01.2026] Ein mehrtägiger Stromausfall nach einem Anschlag im Berliner Südwesten hat aus Sicht der Landkreise gravierende Schwachstellen in der Krisenvorsorge offengelegt. Der Deutsche Landkreistag dringt deshalb auf einen umfassenderen Schutz Kritischer Infrastrukturen und auf Nachbesserungen beim geplanten KRITIS-Dachgesetz. mehr...

Sachsen: Fortsetzung der zentralen Wasserstoff-Anlaufstelle

[12.01.2026] Sachsen setzt die Arbeit seiner zentralen Wasserstoff-Anlaufstelle fort und beauftragt die bisherige Trägergemeinschaft erneut. Damit soll der Aufbau einer durchgängigen Wasserstoffwirtschaft bis 2030 weiter unterstützt werden. mehr...

Niedersachsen: Gewerbesteueraufkommen für Offshore-Windparks gesichert

[07.01.2026] Niedersachsen ordnet die Gewerbesteuer für Offshore-Windparks neu und sichert damit dauerhaft hohe Einnahmen für seine Kommunen. Kern der Regelung ist die Zuweisung der Hebeberechtigung an Wilhelmshaven ab 2026, mit umfangreichen Umverteilungseffekten über den Kommunalen Finanzausgleich. mehr...

AEE: Fortschritte bei Flächen-Ausweisungen

[07.01.2026] Die Bundesländer kommen bei der Ausweisung von Flächen für Windenergie voran, erreichen die gesetzten Zwischenziele jedoch bislang nur teilweise. Ein Hintergrundpapier der Agentur für Erneuerbare Energien zeigt zudem deutliche Unterschiede zwischen den Ländern sowie Fortschritte bei Genehmigungen und Photovoltaik-Freiflächen. mehr...