Dienstag, 27. Januar 2026

Serie Kommunales Energie-ManagementSchätze heben im Netzwerk

[14.06.2017] Wie können Städte und Gemeinden sowohl Klimaschutzmaßnahmen umsetzen als auch den Gemeindehaushalt entlasten? stadt+werk begleitet das Energieeffizienz-Netzwerk im Enzkreis auf seinem Weg, die Energieeffizienzpotenziale kommunaler Liegenschaften wirtschaftlich zu erschließen. Teil 1 der Serie.
Treffen des kommunalen Energieeffizienz-Netzwerk im Enzkreis.

Treffen des kommunalen Energieeffizienz-Netzwerk im Enzkreis.

(Bildquelle: KEA)

Viele Städte, Gemeinden und Landkreise sind bereits heute beim kostensparenden Energie-Management ihrer Liegenschaften erfolgreich. Vor allem kleine Kommunen mit geringen Ressourcen können in Baden-Württemberg jetzt leicht und wirtschaftlich nachhaltige Einsparpotenziale erschließen. Unterstützung dafür erhalten sie in kommunalen Energieeffizienz-Netzwerken (kEEn). Dort profitieren sie von den Erfahrungen anderer Kommunen. Im Südwesten gibt es bislang zwei Pilotprojekte dieser Art. Initiator ist das Kompetenzzentrum Energie-Management der KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg.

Energieeffizienzpotenziale heben

Vom Angebot der kommunalen Energieeffizienz-Netzwerke profitieren können Kommunen, die bereits über ein Klimaschutzkonzept verfügen. Voraussetzung ist die Einführung eines kommunalen Energie-Managements. Das gleiche gilt für diejenigen, die am European Energy Award (eea) teilnehmen und im Handlungsfeld kommunale Gebäude noch Potenzial haben. Ein kommunales Energieeffizienz-Netzwerk kann einen Schatz heben: Es erschließt die Energieeffizienzpotenziale aller kommunalen Liegenschaften. Schatzsucher im kEEn sind die Mitarbeiter der Kommunalverwaltungen, die mit Energiefragen beauftragt sind. Unter professioneller Leitung können sie voneinander lernen und ihr Wissen anwenden. Für die Kommune erhöht sich auf diese Weise kontinuierlich die Energieeffizienz ihrer Gebäude.

Energie-Management senkt Kosten

Nur jede dritte Kommune in Baden-Württemberg betreibt bislang kommunales Energie-Management. „Viel zu wenig“, sagt Claus Greiser, Leiter des Kompetenzzentrums Energie-Management der KEA. Aus seiner über 20-jährigen Praxiserfahrung weiß er: Mit Energie-Management lassen sich die Energiekosten in kommunalen Liegenschaften um 15 bis 25 Prozent senken – auch ohne große Investitionen. Das entlastet den Gemeindehaushalt spürbar. Greiser ist überzeugt: „In wenigen Jahren werden alle Kommunen ein professionelles Energie-Management betreiben – die finanziellen Vorteile sind einfach zu überzeugend.“
Vor rund eineinhalb Jahren wurden in Baden-Württemberg die ersten beiden Netzwerke gegründet. Eines mit acht Kommunen befindet sich im Enzkreis, ein weiteres spannt sich über den gesamten Südwesten. Im Enzkreis haben die Kommunen beispielsweise die gemeindeeigenen Gebäude untersucht, Schulungen der Mitarbeiter durchgeführt und Schwachstellen durch ein Energie-Controlling aufgespürt. Das Vorhaben wird noch bis 2018 dauern.

Der Hintergrund

Kommunale Energieeffizienz-Netzwerke sollen einen einfachen und strukturierten Einstieg in das kommunale Energie-Management ermöglichen. Dabei begleitet ein Netzwerk-Manager die Kommune mindestens drei Jahre lang. Jede teilnehmende Kommune zahlt jährlich rund 5.000 Euro für den Netzwerk-Manager und muss rund acht Arbeitstage pro Jahr aufwenden. Im Gegenzug sollen die Energiekosten um ein Mehrfaches sinken. Kommunen können bei der Einführung eines Energie-Management-Systems Landeszuschüsse erhalten. Eine Alternative dazu ist das Bundesprogramm „Förderung von Energieeffizienz-Netzwerken von Kommunen“, das das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) abwickelt.
In Baden-Württemberg werden die Kommunen vom Kompetenzzentrum Energie-Management der KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg unterstützt. Die KEA-Experten erläutern die Vorteile der Netzwerkarbeit in einer kostenfreien Initialberatung, referieren über das Thema „Kommunale Energieeffizienznetzwerke“ beispielsweise im Rahmen einer Kreistagssitzung und können einen erfahrenen Netzwerkmoderator empfehlen.





Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Klimaschutz

Rheinland-Pfalz: Ausbau der Erneuerbaren nimmt zu

[27.01.2026] Der Ausbau der erneuerbaren Energien in Rheinland-Pfalz hat 2025 deutlich zugelegt, insbesondere bei Windenergie-Genehmigungen und Photovoltaik-Zubau. Nach Angaben des Klimaschutzministeriums sieht sich das Land damit auf Kurs in Richtung Klimaneutralität bis 2040. mehr...

KlimaAgentur Hamm: Auf vier weitere Jahre

[22.01.2026] Die KlimaAgentur Hamm wird für weitere vier Jahre beauftragt und setzt ihren Beratungs- und Unterstützungsauftrag für Bürgerinnen, Bürger und Unternehmen fort. Neue Schwerpunkte liegen auf sozialverträglicher Energiewende, klimaneutraler Mobilität und dem Ausbau des Beratungsangebots. mehr...

Rhein-Lahn-Kreis: Klimaschutzportal bündelt Daten

[22.01.2026] Der Rhein-Lahn-Kreis stellt mit einem regionalen Klimaschutzportal eine zentrale Online-Plattform für klimarelevante Daten, Förderangebote und Aktivitäten bereit. Das Portal soll Transparenz schaffen, Information bündeln und perspektivisch mehr Beteiligung ermöglichen. mehr...

Verbandsgemeinde Schweich: Maßnahmenpaket für Energiewende

[21.01.2026] Die Verbandsgemeinde Schweich baut ihre Eigenstromerzeugung massiv aus und organisiert die Energiewende künftig über eine neue Anstalt des öffentlichen Rechts. Photovoltaik, Strombilanzkreis und geplante Wärmenetze sollen den Weg zur klimaneutralen kommunalen Energieversorgung beschleunigen. mehr...

Kreis Borken: Positive Bilanz zu Beratungsangeboten

[21.01.2026] Der Klimakreis Borken zieht für 2025 eine positive Bilanz seiner Informationsangebote zur energetischen Sanierung und kündigt für 2026 neue Beratungstage und Veranstaltungsformate an. Nach Angaben des Netzwerks stießen insbesondere Vorträge, Klimawochen und Energiechecks auf große Resonanz in der Bevölkerung. mehr...

Enzkreis: Bis 2040 treibhausgasneutral

[19.01.2026] Der Landkreis Enz setzt auf den Ausbau von Solar- und Windenergie sowie auf Beratung und Beteiligung. Dafür wurde er von der AEE zur Energie-Kommune des Monats gekürt. mehr...

Klimaaktive Kommune: Aufruf zur Teilnahme an Wettbewerb

[09.01.2026] Das Deutsche Institut für Urbanistik ruft Kommunen zur Teilnahme am Wettbewerb Klimaaktive Kommune 2026 auf. Ausgezeichnet werden erfolgreich umgesetzte Klimaschutzprojekte, die mit jeweils 40.000 Euro Preisgeld gefördert werden. mehr...

Sächsische Energieagentur: Energieportal erweitert

[06.01.2026] Das Energieportal Sachsen der Sächsischen Energieagentur wird um mehrere neue Kategorien erweitert. Ziel ist es, Kommunen, Unternehmen und Bürgern einen noch besseren Überblick über qualifizierte Akteure im Bereich Energie und Klimaschutz zu geben. mehr...

Stadtwerke Rostock: Waldaktie als Goodie

[12.12.2025] Die Stadtwerke Rostock verknüpfen ab 2026 neue Regionaltarife für Strom und Gas mit dem Erwerb der Waldaktie. Damit steigt nach Angaben des Klimaschutzministeriums die Nachfrage nach dem seit fast zwei Jahrzehnten erfolgreichen Ökowertpapier weiter. mehr...

BDEW/ZSW: Erneuerbare decken 2025 fast 56 Prozent des Stromverbrauchs

[11.12.2025] Erneuerbare Energien lieferten 2025 nach Berechnungen von ZSW und BDEW knapp 56 Prozent des deutschen Stromverbrauchs. Trotz schwachem Windjahr stützte vor allem der starke Photovoltaikzubau das Plus. mehr...

Stuttgart: Energiekommune dank Bildung und Sparen

[09.12.2025] Stuttgart will spätestens 2035 klimaneutral sein. Die Stadt arbeitet seit vielen Jahren an ihrem Energiemanagement und unterstützt auch Bürger beim Energiesparen. Schulen spielen dabei eine zentrale Rolle. mehr...

AEE: Tool soll Klimaschutz und Energiewende vermitteln

[28.11.2025] Ein neues mehrsprachiges Online-Tool soll Kommunen und Institutionen helfen, Klimaschutz und Energiewende verständlich zu vermitteln. Entwickelt wurde das kostenlose Awareness Toolkit im Rahmen des vom Auswärtigen Amt geförderten Projekts Energiewende Partnerstadt 3.0. mehr...

Difu: Sechs klimaaktive Kommunen ausgezeichnet

[27.11.2025] Sechs Kommunen erhalten im Wettbewerb Klimaaktive Kommune 2025 jeweils 40.000 Euro für besonders gelungene Klimaschutzprojekte. Ziel des vom Deutschen Institut für Urbanistik ausgelobten Wettbewerbs ist es, wirksame lokale Maßnahmen sichtbar zu machen und Nachahmer zu finden. mehr...

Osnabrück: Erster Klima-Abend

[25.11.2025] In Osnabrück haben vergangene Woche rund 200 Gäste beim ersten Klima-Abend der Stadt über Wege zur Klimaneutralität 2040 diskutiert. Die Veranstaltung bot laut Stadt Einblicke in zentrale Handlungsfelder und viel Raum für direkten Austausch. mehr...

Difu: Auszeichnung von klimaaktiven Kommunen

[24.11.2025] Auf der Kommunalen Klimakonferenz in Berlin werden diese Woche am 25. November die sechs Preisträger des Bundeswettbewerbs „Klimaaktive Kommune 2025“ vorgestellt. Jede ausgezeichnete Kommune erhält 40.000 Euro, insgesamt stehen 240.000 Euro bereit. mehr...