BilfingerNeues Fernwärmekonzept entwickelt

Hochdruck-Wärmespeicher: Ein neues Fernwärmekonzept für Kommunen und Industrie hat das Unternehmen Bilfinger entwickelt.
(Bildquelle: Bilfinger)
Fernwärme als Nebenprodukt konventioneller Stromerzeugung aus Kohle, Öl und Gas: Diese Rechnung geht im Zuge der Energiewende immer weniger auf. Denn mittelfristig werden fossile Brennstoffe durch Strom aus erneuerbaren Quellen ersetzt. Aus diesem Grund sind neue Modelle notwendig, um das Fernwärmenetz wirtschaftlich zu betreiben. Der Industriedienstleister Bilfinger hat daher gemeinsam mit dem IT-Spezialisten ProCom Partner und der Wiener Beratungsgesellschaft Nusser & Partner ein neues Konzept für die Fernwärmeversorgung entwickelt. ProCom liefert im Rahmen des Projekts ScaleGrid umfangreiche Analysen des Energiemarkts und der Preisentwicklung; Nusser & Partner übernimmt die Kommunikation mit allen Anspruchsgruppen. Bilfinger wiederum sorgt für die technische Entwicklung und Projektumsetzung.
Wie der Hersteller mitteilt, setzt ScaleGrid auf die Einbindung industrieller Abwärme in die Fernwärmeversorgung sowie ein intelligentes Temperatur-Management im Gesamtnetz.
Dabei werde ein ganzheitlicher Ansatz verfolgt: Eine intelligente Software von ProCom bilde das Fernwärmenetz inklusive aller Rahmenbedingungen ab und prognostiziere Nachfrage, Wetter und Marktpreise. Auf dieser Basis könnten Stadtwerke und Industrieunternehmen entscheiden, welche Form der Energieerzeugung gerade wirtschaftlicher ist. Sind die Strompreise sehr niedrig, lohnt es sich für kommunale Versorger kaum, die selbst produzierte Energie zu verkaufen. Stattdessen wird der Strom in Wärme umgewandelt und diese in speziellen Speichern gelagert, bis sie benötigt wird. Unternehmen profitieren parallel davon, ihre industrielle Abwärme dezentral ins Netz einzuspeisen. Bilfinger optimiert dazu die Wärmeströme im Betrieb, identifiziert mögliche Einsparungen und bewertet, ob und in welchem Ausmaß sich die industrielle Abwärme weiter nutzen lässt.
„ScaleGrid nützt alle Beteiligten: Stadtwerke können aus Fernwärmenetzen mehr Geld schöpfen, Kommunen senken ihren CO2-Ausstoß, Industrieunternehmen verkaufen ungenutzte Energie und Verbraucher profitieren von einer störungsfreien und stabilen Wärmeversorgung zu attraktiven Preisen“, erläutert Christian Strondl, Geschäftsführer der Firma Bilfinger Bohr- und Rohrtechnik das Konzept.
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