Dienstag, 23. Juni 2026

Stadtwerke Hanau / MainovaGemeinsam mit Fernwärme

[05.07.2021] Die Stadtwerke Hanau und Mainova haben eine gemeinsame Gesellschaft zur Fernwärmeversorgung gegründet. Kernstück wird ein 30 MW leistendes BHKW sein.
Modell des auf dem Areal der ehemaligen Großauheim-Kaserne geplanten modernen Gasmotoren-Blockheizkraftwerks.

Modell des auf dem Areal der ehemaligen Großauheim-Kaserne geplanten modernen Gasmotoren-Blockheizkraftwerks.

(Bildquelle: PLANT Engineering)

Der Aufsichtsrat der Stadtwerke Hanau hat der Gründung einer Gesellschaft zusammen mit der Mainova zum Bau eines Gemeinschaftskraftwerks für die künftige Fernwärmeversorgung von Hanau zugestimmt. Das berichten beide Unternehmen. Der entsprechende Gremienbeschluss des Frankfurter Energieversorgers ist bereits im Vorfeld erfolgt. Zuvor hatte der Magistrat der Stadt Hanau grünes Licht für das zukunftsweisende Projekt gegeben. Wie Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) erläuterte, ist die Kooperation von Stadtwerken Hanau und Mainova der beste Weg, um die Versorgung zukunftsweisend sicherzustellen. Der Umfang und die Komplexität dieses Projekts bei hohem Zeitdruck wären mit den Ressourcen der Stadtwerke allein nicht umsetzbar gewesen. An der gemeinsamen Gesellschaft wird Mainova zu 50,1 Prozent, die Stadtwerke Hanau zu 49,9 Prozent beteiligt sein. Hintergrund ist der im September 2024 auslaufende Vertrag der Stadtwerke mit Uniper über die Fernwärmelieferung aus dem Steinkohleblock 5 des Kraftwerks Staudinger, der stillgelegt werden soll. Zur Sicherstellung der Versorgung ab Oktober 2024 errichten die Hanauer Stadtwerke und Mainova auf dem Areal der ehemaligen Großauheim-Kaserne ein modernes Gasmotoren-Blockheizkraftwerk (BHKW). Die geplante Kraft-Wärme-Kopplungsanlage zur gleichzeitigen Erzeugung von Wärme und Strom verfügt über drei Aggregate mit je zehn Megawatt Leistung, drei Wärmespeicher sowie zwei Reservekessel mit je acht MW. Die Investitionen betragen rund 50 Millionen Euro.
„Das geplante Gemeinschaftskraftwerk der Stadtwerke Hanau und Mainova stellt eine nachhaltige Eigenlösung für die umweltschonende Erzeugung und zuverlässige Versorgung der Stadt mit Fernwärme dar“, erklärt Kaminsky, der auch Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtwerke ist. „Das künftige Gemeinschaftskraftwerk der Stadtwerke und Mainova wird hocheffizient Wärme und Strom erzeugen. Die schnell regulierbaren Gasmotoren sind darüber hinaus ein wichtiger Baustein der Energiewende, denn sie gleichen das zunehmend volatile Stromaufkommen aus Wind- und Sonnenenergie flexibel aus. Im Vergleich zur bisherigen Wärmeversorgung aus dem Steinkohlekraftwerk Staudinger wird die neue Anlage rund 40 Prozent CO2 im Jahr einsparen und zudem auch auf den perspektivischen Einsatz emissionsfreier Gase wie klimaneutral erzeugtem Wasserstoff ausgelegt sein“, erklärt Constantin H. Alsheimer, Vorstandsvorsitzender der Mainova.





Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Wärmeversorgung

Hanau: Kommunaler Beirat soll Wärmeplan begleiten

[23.06.2026] Hanau richtet einen Kommunalen Entwicklungsbeirat ein, der die Umsetzung der kommunalen Wärmeplanung begleiten soll. Das neue Beteiligungsformat bringt Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft zusammen und soll Konflikte bei der Wärmewende frühzeitig sichtbar machen. mehr...

DStGB/DGRV: Genossenschaften als Motor der kommunalen Wärmewende

[19.06.2026] Eine neue Publikation von DStGB und DGRV zeigt, wie Genossenschaften die kommunale Wärmewende voranbringen können. Anhand von Praxisbeispielen verdeutlicht sie, warum gerade Städte, Gemeinden und ländliche Regionen von diesem Modell profitieren. mehr...

Nürnberg: Spatenstich für neues Heizkraftwerk

[17.06.2026] N-ERGIE baut im Nürnberger Südwesten ein innovatives Heizkraftwerk für eine klimafreundliche Fernwärmeversorgung. Die Anlage soll ein neues Stadtquartier und Teile des bestehenden Netzes versorgen und gilt als wichtiger Baustein der Wärmewende. mehr...

Koblenz: Konkretisierung der Wärmepläne

[15.06.2026] Koblenz treibt die kommunale Wärmeplanung voran und konkretisiert Projekte für Wärmenetze in mehreren Stadtteilen. Neue Bundesvorgaben verändern zwar den gesetzlichen Rahmen, doch für Eigentümer werden nun wichtige Weichen für die künftige Wärmeversorgung gestellt. mehr...

Krefeld/Kassel: Fortschritte bei der Wärmeplanung

[15.06.2026] Die Städte Krefeld und Kassel treiben ihre kommunale Wärmeplanung voran und schaffen damit strategische Grundlagen für die Wärmewende. Während Krefeld den politischen Fahrplan bereits beschlossen hat, hat Kassel die nächste Beschlussstufe erreicht und bereitet die verstärkte Umsetzung vor. mehr...

Stadtwerke Flensburg: Grundstein für Großwärmepumpe gelegt

[10.06.2026] Die Stadtwerke Flensburg haben den Grundstein für ihre erste Großwärmepumpe mit 60 MW thermischer Leistung gelegt. Das 70-Millionen-Euro-Projekt soll ab 2027 Wärme aus Fördewasser ins Fernwärmenetz einspeisen und ist ein zentraler Baustein für die Dekarbonisierung der Wärmeversorgung. mehr...

Oldenburg: Rat hat Wärmeplanung beschlossen

[10.06.2026] Der Rat der Stadt Oldenburg hat den kommunalen Wärmeplan mit 18 Maßnahmen zur Wärmewende beschlossen. Nun startet die Umsetzung von Wärmenetzstudien, Beratungsangeboten und neuen Beteiligungsformaten, die den Umstieg auf klimafreundliche Wärmeversorgung voranbringen sollen. mehr...

bericht

Darmstadt: Fahrplan bis 2045 vorgestellt

[09.06.2026] Darmstadt hatte sich bereits 2022 zur Erarbeitung einer kommunalen Wärmeplanung entschlossen. Nach umfassender Datenerhebung liegen jetzt die Ergebnisse vor. Eine Erkenntnis: Wasserstoff ist für Darmstadt keine realistische Option zur flächendeckenden Wärmeversorgung. mehr...

Luftaufnahme eines Energie- und Fernwärmestandorts am Kölner Hafen. Die Anlage liegt auf einer Landzunge zwischen einem Hafenbecken und dem Rhein. Zu sehen sind mehrere Industriegebäude, ein großer Kühlturm, Schornsteine, Rohrleitungen sowie runde Speicher- und Tankanlagen. Im Hintergrund fließt der Rhein, dahinter erstrecken sich Grünflächen und Bäume. Das Bild zeigt die bestehende Infrastruktur des Standorts Köln-Niehl, an dem eine große Flusswasser-Wärmepumpe errichtet werden soll.

RheinEnergie: Bau einer Flusswasser-Wärmepumpe startet

[09.06.2026] In Köln hat die Hauptbauphase für eine der europaweit größten Flusswasser-Wärmepumpen begonnen. Das Unternehmen RheinEnergie investiert 280 Millionen Euro in das Projekt am Standort Köln-Niehl. Ab 2028 soll die Anlage Fernwärme für bis zu 50.000 Haushalte liefern. mehr...

Kiel: Förderung für Quartierswärmemanagement

[08.06.2026] Schleswig-Holstein fördert erstmals ein Quartierswärmemanagement zur Umsetzung der kommunalen Wärmeplanung. Die Stadt Kiel erhält dafür rund 198.000 Euro und startet in zwei Quartieren mit Beratungs- und Unterstützungsangeboten für die Wärmewende. mehr...

bericht

Kommunale Wärmeplanung: Fossile Energieträger dominieren

[03.06.2026] Eine aktuelle Studie zur kommunalen Wärmeplanung zeigt: Großstädte setzen auf den Ausbau der Fernwärme. In kleineren Kommunen werden dezentrale Strategien mit Wärmepumpen und biogenen Energieträgern verfolgt. mehr...

Bremen: Erster Klimaturm soll Quartier versorgen

[03.06.2026] Towergy nimmt Ende Juni in Bremen den ersten Klimaturm in Betrieb, eine kompakte Luft-Wasser-Großwärmepumpe für dicht bebaute Quartiere. Das System soll erneuerbare Wärme und Kälte platzsparend bereitstellen und könnte neue Möglichkeiten für die Wärmewende in Städten eröffnen. mehr...

Berlin: Wärme aus dem Rechenzentrum für Modell-Campus

[01.06.2026] Auf dem Modell-Campus ringberlin soll künftig Wärme aus einem benachbarten Rechenzentrum genutzt werden. Langfristig ist die Wärmeversorgung des gesamten Quartiers geplant. mehr...

Wärmewende: Austauschprojekt zwischen Städten gestartet

[29.05.2026] Stuttgart, Leipzig und Köln starten mit der Forschungsstelle für Energiewirtschaft das Projekt GLOW-Up zur kommunalen Wärmewende. Das Netzwerk soll Städten helfen, Wärmepläne schneller umzusetzen, Bürger früh einzubinden und praxistaugliche Lösungen für Finanzierung und Infrastruktur zu entwickeln. mehr...

Kaiserslautern: Quartier erhält Energiezentrale

[29.05.2026] Im Pfaff-Quartier in Kaiserslautern ist eine Energiezentrale für die klimaneutrale Wärmeversorgung des neuen Stadtviertels in Betrieb gegangen. Das Gebäude verbindet Niedertemperatur-Wärmenetz, Abwärmenutzung und Forschung zum bidirektionalen Laden von Elektrofahrzeugen und gilt als Kernstück des Projekts EnStadt. mehr...