Mittwoch, 23. September 2026

FriedrichshafenAufbruch in die Wärmezukunft

[03.11.2022] Die Stadt Friedrichshafen und das Stadtwerk am See intensivieren ihre Zusammenarbeit. In einer kommunalen Wärmeplanung erarbeiten sie jetzt konkrete Maßnahmen, wie Energie bei Wärmeerzeugung und -verbrauch effizienter eingesetzt werden kann.
Ein wesentlicher Bestandteil der aktuellen Wärme-Landschaft in Friedrichshafen: die neue Energiezentrale neben dem Graf-Zeppelin-Gymnasium

Ein wesentlicher Bestandteil der aktuellen Wärme-Landschaft in Friedrichshafen: die neue Energiezentrale neben dem Graf-Zeppelin-Gymnasium, über die das Wärmenetz Nordstadt versorgt wird.

(Bildquelle: STADTWERK AM SEE GmbH & Co. KG)

Die Stadt Friedrichshafen und das Stadtwerk am See erarbeiten jetzt gemeinsam in einer kommunalen Wärmeplanung konkrete Maßnahmen, wie Energie bei Wärmeerzeugung und -verbrauch effizienter eingesetzt werden kann. Wie das Stadtwerk am See mitteilt, ist es für die Durchführung der Planung verantwortlich.
Rund 70 Prozent der Energie in deutschen Haushalten würden für Raumwärme verbraucht, weitere 17 Prozent für Warmwasser, erklärt Robert Waibel, stellvertretender Leiter des Amts für Stadtplanung und Umwelt der Stadt Friedrichshafen. Er ergänzt „Damit ist klar: Die Wärme ist der größte Hebel, mit dem wir schädliche Emissionen einsparen können. Als klimabewusste Stadt wollen wir hier weitere konkrete Schritte gehen, um Treibhausgase zu vermeiden und Energieeffizienz zu steigern.“ Dem Stadtwerk am See zufolge sollen mit der kommunalen Wärmeplanung Potenziale für ökologische Wärmeerzeugung und -verteilung, zum Beispiel in Nahwärmenetzen, identifiziert werden. Damit sei sie für die Stadt Friedrichshafen auch ein wichtiger Schritt zu ihrem Ziel, mit den städtischen Liegenschaften spätestens bis 2040 klimaneutral zu werden. Gefördert werde das Projekt durch das Land Baden-Württemberg.

Stadtwerk am See übernimmt Schlüsselrolle

Eine Schlüsselrolle bei der Erarbeitung des Konzepts habe das Stadtwerk am See. Es übernehme die Ingenieursleistungen, analysiere die Daten, erstelle die Planung möglicher Maßnahmen und erarbeite die weiterführende Strategie. „Wir können in der Planung, aber auch in der Umsetzung von innovativen Wärmelösungen auf viel Erfahrung zurückgreifen“, bemerkt Andreas Bachmaier, Leiter Energiesysteme beim Stadtwerk am See. Eigenen Angaben zufolge hat das Stadtwerk in den letzten zehn Jahren seine Aktivitäten im Bereich ökologische Wärme vervielfacht. Als Projektpartner mit dabei seien außerdem die Energieagentur Ravensburg, die beratend bei der Grobanalyse mitarbeitet, und das Software-Unternehmen Smart Geomatics, das die IT-Unterstützung stellt.
„Der erste Schritt, die Bestandsanalyse, ist fast fertiggestellt“, sagt Bachmaier. „Wir haben hier rund 8.000 Datensätze verarbeitet, zu Größe und Nutzung der Gebäude, aber auch zur Leistung der Wärmeanlagen und zu den dabei verwendeten Energieträgern.“ Die Aufbereitung und Analyse der Daten sei ein wesentlicher und aufwendiger Bestandteil des Projekts.

Eckpfeiler der Stadtentwicklung

„Wir sind nun dabei, Potenziale und Zielszenarien über die nächsten 20 Jahre zu ermitteln“, so Waibel. Der Vorteil daran: Stadt und Stadtwerk können nicht nur aktiv Maßnahmen aus der Wärmeplanung umsetzen – sie dient auch als wesentliche Grundlage für die Fortentwicklung zum Beispiel von Bebauungsplänen und Flächennutzungsplan. Waibel: „Das ist ein wichtiger Eckpfeiler der Stadtentwicklung.“
Laut Angaben des Stadtwerks am See will es bis Mitte 2023 gemeinsam mit der Stadt Friedrichshafen eine konkrete Strategie erarbeiten, wie die Wärmewende weg von fossiler Energie hin zu einer Wärmeerzeugung aus erneuerbaren Quellen in Friedrichshafen über die nächsten Jahre und Jahrzehnte realisiert werden kann.





Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Wärmeversorgung

Baden-Württemberg: Aquathermie bietet großes Potenzial

[22.09.2026] Ein Gutachten des Instituts für Energie- und Umweltforschung Heidelberg (ifeu) sieht in Flüssen und Seen ein erhebliches Potenzial für die Wärmeversorgung in Baden-Württemberg. Bis 2030 könnten Gewässerwärmepumpen demnach jährlich mindestens 2,5 Terawattstunden Wärme bereitstellen. mehr...

Waldalgesheim: Solarthermie ergänzt Nahwärmenetz

[22.09.2026] Waldalgesheim erweitert sein seit mehr als 20 Jahren bestehendes Nahwärmenetz um eine Solarthermieanlage. Sie soll künftig rund 26 Prozent des jährlichen Wärmebedarfs decken und den Verbrauch von Holzhackschnitzeln reduzieren. mehr...

Blick über den Main auf die Frankfurter Skyline. Im Vordergrund überquert eine Straßenbahn auf einer Brücke den Fluss, dahinter erheben sich die Hochhäuser der Innenstadt und der Frankfurter Dom.

Frankfurt am Main: Wärmeplan laut Gutachten rechtswidrig

[21.09.2026] Ein vom Bündnis Wärmewende Frankfurt am Main beauftragtes Rechtsgutachten sieht rechtliche Mängel im kommunalen Wärmeplan der Stadt. Das Bündnis fordert deshalb Nachbesserungen vor der geplanten Beschlussfassung am 1. Oktober. mehr...

NRW.Energy4Climate: Wärmewende in Ostwestfalen-Lippe

[21.09.2026] Kommunen und Stadtwerke haben sich in Lemgo über Wege zu einer bezahlbaren und verlässlichen Wärmeversorgung ausgetauscht. Im Mittelpunkt standen die kommunale Wärmeplanung sowie Projekte aus Ostwestfalen-Lippe, die unterschiedliche Ansätze für die Wärmewende verfolgen. mehr...

Pumpen in einer Kraft-Wärme-Kopplungsanlage

VKU: Stadtwerke zweifeln an Wärmewende-Ziel für 2045

[17.09.2026] Eine Umfrage des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU) zeigt erhebliche Zweifel kommunaler Wärmeversorger am Zeitplan der Wärmewende. Drei Viertel der Befragten halten klimaneutrales Heizen bis 2045 unter den derzeitigen Rahmenbedingungen für unrealistisch. mehr...

Stadtwerke Buxtehude/enercity contracting: Wärmegesellschaft gegründet

[17.09.2026] Die Stadtwerke Buxtehude und enercity contracting wollen gemeinsam ein Wärmenetz im Nordwesten Buxtehudes entwickeln. Dafür haben die Unternehmen die Buxtehuder StadtWärme GmbH gegründet. Vorgesehen ist unter anderem der Einsatz von Großwärmepumpen. mehr...

Hamburg: Erneuerbare Wärme für Fischbeker Reethen

[16.09.2026] Das neue Wohnquartier Fischbeker Reethen im Hamburger Süden soll vollständig mit erneuerbarer Wärme versorgt werden. Ein eigenes Wärmenetz mit Großwärmepumpen und Wärmespeichern soll künftig die Wärme für Heizung und Warmwasser bereitstellen. Die Wärmekonzession hat die IBA Hamburg an die HEnW KommunalEnergie vergeben. mehr...

Georg Fischer/Jaske & Wolf: Kooperation bei Wärmelösungen

[16.09.2026] Georg Fischer und Jaske & Wolf Verfahrenstechnik bündeln ihre Kompetenzen für die Transformation des Wärmesektors. Im Fokus der strategischen Partnerschaft stehen Lösungen für Wärmeerzeugung, Wärmenetze und die Sektorkopplung. mehr...

Stadtwerke Neustadt in Holstein: Energiequelle Ostsee

[10.09.2026] In Neustadt in Holstein ist eine Meerwasser-Wärmepumpe für die Wärmeversorgung eines größeren Quartiers in Betrieb gegangen. Nach einem mehrmonatigen Probebetrieb liefert die Anlage nun regulär Wärme für das neue Hafenquartier. mehr...

Luftaufnahme eines Gewerbegebiets am Moselbogen mit Büro- und Betriebsgebäuden, Parkplätzen und Photovoltaikanlagen auf mehreren Dächern. Im Hintergrund fließt die Mosel, dahinter erstrecken sich Wohngebiete, Felder und bewaldete Hügel.

evm/Iqony: Gemeinsames Wärmenetz geplant

[08.09.2026] Die Energieversorgung Mittelrhein und Iqony wollen bei der Wärmeversorgung im Koblenzer Stadtteil Rauental zusammenarbeiten. Die bislang getrennten Wärmenetze sollen zusammengeführt und künftig gemeinsam weiterentwickelt werden. mehr...

Sterr-Kölln & Partner: Drei Wärmenetze wechseln den Eigentümer

[31.08.2026] Drei mit erneuerbaren Energien betriebene Wärmenetze in Südbaden gehören seit April 2026 zu Elevion Energy Solutions. Die Anlagen in Kenzingen, Sasbach und Efringen-Kirchen versorgen rund 130 Kundinnen und Kunden und erreichen zusammen eine Wärmeleistung von etwa 5,5 Megawatt. mehr...

bericht

Wärmespeicher: Immer da, wenn man sie braucht

[27.08.2026] Anfang Juli wurde in Gelsenkirchen ein Großwärmespeicher eingeweiht. Das Projekt ist exemplarisch für die aktuelle Phase der Energiewende. In dieser Phase steht weniger die Erzeugung im Vordergrund, sondern die Frage, wie Energie verfügbar gemacht werden kann, wenn sie tatsächlich gebraucht wird. mehr...

Fraunhofer ISE/Öko-Institut: Auswertung der abgeschlossenen Wärmepläne

[27.08.2026] Wärmepumpen und Wärmenetze sollen bis 2045 den größten Teil der Wärmeversorgung in den ausgewerteten Kommunen übernehmen. Eine neue Auswertung von Fraunhofer ISE und Öko-Institut zeigt zugleich, wo Wärmepläne noch auf unsicheren Annahmen beruhen. mehr...

swb: Beratungstage zu Wärmepumpen, PV-Anlagen und Wallboxen

[27.08.2026] swb bietet im Herbst Beratungstage zu Wärmepumpen, Photovoltaikanlagen und Wallboxen in Bremen und Bremerhaven an. Wer danach einen Vertrag abschließt, kann je nach Kombination von Bonus und Förderung bis zu 1.250 Euro erhalten. mehr...

EWE: Infoveranstaltung zur Wärmepumpen-Förderung

[25.08.2026] EWE informiert am 2. September über das Zusammenspiel von Wärmepumpe und Photovoltaik sowie aktuelle Förderbedingungen. Die Online-Veranstaltung greift auch anstehende Änderungen bei der Förderung und die Bedeutung der Einspeisevergütung für Investitionsentscheidungen auf. mehr...