Dienstag, 17. März 2026

StrompreisbremseNicht Solarumsätze schröpfen

[02.12.2022] Die Strompreisbremse sollte nicht aus Solarumsätzen finanziert werden. Mit diesem Appell richtet sich die Solarwirtschaft an die Bundesregierung. Auch hat der Bundesverband Solarwirtschaft eine Umfrage in der Bevölkerung durchgeführt.
Die Solarwirtschaft will vermeiden

Die Solarwirtschaft will vermeiden, dass ihre Erlöse die Strompreisbremse mitfinanzieren.

(Bildquelle: Goldbeck)

Eine Bevölkerungsmehrheit begrüßt die von der Bundesregierung geplante Strompreisbremse, lehnt jedoch die vorgesehene Form ihrer Finanzierung mittels einer umfassenden Umsatzabschöpfung bei Betreibern erneuerbarer Energien ab. Dies geht aus den Ergebnissen einer repräsentativen Bevölkerungsumfrage für den Bundesverband Solarwirtschaft (BSW) hervor. Der Verband verweist außerdem auf ein von ihm bei der auf Wirtschaftsrecht spezialisierten Berliner Anwaltskanzlei RAUE in Auftrag gegebenes Gutachten. Demnach verstößt der Gesetzesentwurf gegen das Grundgesetz. Die juristische Analyse kommt unter anderem zu dem Ergebnis, dass die geplante Erlösabschöpfung wie zuvor schon die gescheiterte Gasumlage eine unzulässige Sonderabgabe darstelle. BSW-Hauptgeschäftsführer Carsten Körnig appelliert an die Bundestagsabgeordneten, den Gesetzesentwurf zur Finanzierung der Strompreisbremse derart zu entschärfen, dass die Investitionssicherheit der Solarbranche sowie der Klimaschutz nicht in Mitleidenschaft gezogen und eine Klagewelle vermieden wird. Das Gesetz soll noch im Jahr 2022 in Kraft treten. Die Solarbranche hatte in den zurückliegenden Wochen wiederholt davor gewarnt, dass die Strompreisbremse nicht zu einer Energiewendebremse werden dürfe und die Bundesregierung gebeten, die Spielräume der EU-Vorgeben vollumfänglich zu nutzen und erhebliche Kostensteigerungen bei Errichtung, Finanzierung und Betrieb neuer EE-Projekte zu berücksichtigen.
Nach den Ergebnissen der durch das Meinungsforschungsinstitut YouGov in der vergangenen Woche durchgeführten Umfrage unter 2.040 Bürger im wahlfähigen Alter wollen nur 19 Prozent derer, die eine Meinung zu diesem Thema haben, die Strompreisbremse hauptsächlich aus den Umsätzen von erneuerbaren Energien und anderen Energieträgern abgeschöpft sehen, teilt der BSW mit. 61 Prozent präferieren als Finanzierungsquelle vielmehr entweder „Zufallsgewinne“ von Atom- und Kohlekraftwerken (35 Prozent) oder das allgemeine Steueraufkommen (26 Prozent). 20 Prozent könnten sich eine moderate Sonderabgabe oder Steuer auf einen Teil der Gewinne aller Energieerzeuger vorstellen. Zudem haben der BSW Solar und andere Bundesverbände der Solar- und Heizungsbranche Mitglieder der Bundesregierung und des Deutschen Bundestag aufgefordert, die Anschaffung von Solarwärmeanlagen im Rahmen des Jahressteuergesetzes von der Mehrwertsteuer zu befreien. Es sei nicht nachvollziehbar, dass die Anwendung einer entsprechenden EU-Empfehlung für den Erwerb von Solarstromanlagen zwar zu Recht geplant sei, aber nicht gleichermaßen für die Errichtung von Solarwärmesystemen.





Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Photovoltaik | Solarthermie

Stadtwerke Münster: Bürgerbeteiligung innerhalb eines Tages gezeichnet

[12.03.2026] Die Bürgerbeteiligung für den Agri-Solarpark Amelsbüren der Stadtwerke Münster war innerhalb eines Tages vollständig gezeichnet. Das Tempo zeigt die hohe Unterstützung für regionale Energiewende-Projekte in Münster und verweist auf ein Solarprojekt, das Stromproduktion und Landwirtschaft kombiniert. mehr...

Trianel: Verkauf von Solarpark

[10.03.2026] Das Unternehmen Trianel Energieprojekte hat einen 70,4-MWp-Solarpark in Brandenburg an einen Infrastrukturfonds von Nuveen verkauft. Der Deal zeigt, wie kommunale Projektentwickler große Photovoltaikprojekte für institutionelle Investoren strukturieren und vermarkten. mehr...

evm: Solarpark hat Förderzusage erhalten

[09.03.2026] Der geplante Solarpark Weltersburg-Guckheim hat in der jüngsten EEG-Ausschreibung der Bundesnetzagentur einen Förderzuschlag erhalten. Damit sind die Vermarktungsbedingungen für das Projekt gesichert – und der Bau einer 16-MWp-Freiflächenanlage auf einer ehemaligen Tongrube rückt näher. mehr...

Oldenburg: PV-Anlagen auf Lärmschutzwänden geplant

[09.03.2026] Photovoltaik-Module auf neuen Lärmschutzwänden sollen künftig Strom für das geplante Sport- und Gesundheitsbad am Flötenteich in Oldenburg liefern. Die Stadtverwaltung sieht darin eine günstigere und naturverträglichere Alternative zur ursprünglich vorgesehenen Floating-PV-Anlage auf dem Gewässer. mehr...

Nürnberg: Kommunale Gebäude haben PV-Anlagen erhalten

[06.03.2026] Die Stadt Nürnberg hat auf sechs kommunalen Gebäuden neue Photovoltaikanlagen mit zusammen rund 306 kWp installiert. Das Programm aus dem Sonderfonds Energiemangellage soll die Eigenstromversorgung stärken, Energiekosten senken und jährlich bis zu 300.000 kWh klimafreundlichen Strom liefern. mehr...

Berlin: Stadtwerk beliefert Howoge mit Allgemeinstrom

[04.03.2026] Die Berliner Stadtwerke liefern seit Jahresbeginn den gesamten Allgemeinstrom für den Wohnungsbestand der Howoge. Der langfristige Vertrag setzt auf Ökostrom und nutzt auch Solarstrom von den Dächern – mit Folgen für Versorgungssicherheit und Preisstabilität. mehr...

Bundesverband Solarwirtschaft: Frontalangriff auf die Energiewende

[03.03.2026] Ein geleakter Entwurf zur Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes sieht die Streichung der Förderung für neue private Solaranlagen und eine Pflicht zur Direktvermarktung vor. Die Solarbranche warnt vor massiven Folgen für Investitionen, Arbeitsplätze und die Klimaziele. mehr...

Greenovative: Kommunen profitieren von Solarparks

[02.03.2026] Greenovative hat 2025 mehr als 320.000 Euro an Kommunen im Umfeld seiner Solarparks ausgezahlt. Grundlage ist die freiwillige Beteiligung nach § 6 EEG, mit der Städte und Gemeinden direkt an den Stromerlösen partizipieren. mehr...

ABO Wind: Zuschlag für drei Solarparke erhalten

[25.02.2026] ABO Energy erhält in der jüngsten EEG-Ausschreibung der Bundesnetzagentur Zuschläge für drei Solarparke mit rund 50 Megawatt Leistung. Damit baut der Projektentwickler sein Hybridportfolio aus Photovoltaik und Batteriespeichern weiter aus und behauptet sich in einem erneut stark überzeichneten Wettbewerbsumfeld. mehr...

Baden-Württemberg: PV-Flächenziel vorzeitig erreicht

[20.02.2026] Baden-Württemberg hat sein PV-Flächenziel des Energie- und Klimaschutzkonzepts 2030 bereits ein Jahr früher erreicht und übertroffen. Statt der angestrebten 250.000 Quadratmeter sind auf Landesgebäuden schon rund 272.000 Quadratmeter installiert – mit klaren Folgen für den weiteren Ausbau bis 2030. mehr...

bericht

Photovoltaik: Agri-PV-Potenzial für Kommunen

[18.02.2026] Eine Studie des Fraunhofer ISE hat das Potenzial der Agri-Photovoltaik in Deutschland ermittelt. Auf den am besten geeigneten Flächen sind demnach insgesamt rund 500 Gigawatt Leistung möglich. Auch für die Gemarkungen von Kommunen kann das Potenzial berechnet werden. mehr...

bericht

Solarenergie: Verstärkte Investitionen gefragt

[16.02.2026] Solarenergie ist die günstigste und populärste Art der Stromerzeugung. Bis 2030 soll die bundesweit installierte Solarleistung noch einmal nahezu verdoppelt werden. Wie gestaltet sich die Energiewende in Photovoltaik, Speichern und Solarthermie? mehr...

Saarbrücken: Rechenzentrum hat PV-Anlage erhalten

[06.02.2026] Das Informations- und Kommunikations-Institut der Landeshauptstadt Saarbrücken betreibt eine neue Photovoltaikanlage auf dem Dach seines Betriebsgebäudes. Sie soll den energieintensiven IT-Betrieb stabiler, klimafreundlicher und unabhängiger vom Strommarkt machen. mehr...

Stadtwerke Stuttgart: Neue PV-Anlagen in Untertürkheim und Weilimdorf

[29.01.2026] Die Stadtwerke Stuttgart haben in Untertürkheim und Weilimdorf drei neue Photovoltaik-Anlagen in Betrieb genommen. Die Projekte liefern Strom für Kitas und Wohngebäude und sollen jährlich mehrere Dutzend Tonnen CO2 einsparen. mehr...

BSW-Solar: Bündnis fordert Fortsetzung der Photovoltaik-Förderungen

[28.01.2026] Ein breites Bündnis aus Wirtschafts- und Zivilgesellschaftsverbänden warnt vor geplanten Kürzungen bei der Förderung von Photovoltaik auf Gebäuden. Nach Ansicht der Unterzeichner würde ein Abbau der Förderung den Solarausbau bremsen, Strompreise verteuern und die Klimaziele gefährden. mehr...