Freitag, 9. Oktober 2026

WürzburgVorreiter bei der Wärmeplanung

[20.07.2023] Schon Ende dieses Monats soll für das gesamte Würzburger Stadtgebiet eine Wärmeleitplanung beauftragt werden. Teilprojekte sind bereits gestartet. So wird etwa ermittelt, ob Großwärmepumpen am Main grüne Wärme bereitstellen können.
Im Rahmen der kommunalen Wärmeplanung will die Stadt Würzburg auch prüfen

Im Rahmen der kommunalen Wärmeplanung will die Stadt Würzburg auch prüfen, ob Großwärmepumpen zur Nutzung der Wärme aus dem Main eingesetzt werden können.

(Bildquelle: Stadt Würzburg/A. Beste)

Die unterfränkische Metropole Würzburg will noch Ende Juli 2023 für das gesamte Stadtgebiet eine kommunale Wärmeleitplanung beauftragen. Wie die Stadtverwaltung mitteilt, macht Würzburg damit einen bedeutenden Schritt hin zu einer ökonomischen und klimafreundlichen Heiz-Zukunft und gehört beim Thema kommunale Wärmeplanung zu den Vorreitern. Federführend verantwortet werde der Wärmeleitplan von der Würzburger Versorgungs- und Verkehrs-GmbH (WVV) in enger Zusammenarbeit mit der Stabsstelle Klima und Nachhaltigkeit sowie dem Fachbereich Stadtplanung der Stadt Würzburg.
Als Grundlagen für die zügige Beauftragung der Wärmeleitplanung in Würzburg dienen das im vergangenen Jahr verabschiedete integrierte Klimaschutzkonzept (wir berichteten) sowie der kommunale Energieleitplan.
Konkrete Projekte im Transformationsprozess hin zu grüner Wärme im Stadtgebiet befinden sich laut der Stadt Würzburg in Teilprozessen. Wasser in Form von Trinkwasser, aber auch von Abwasser könnte zur Wärmerückgewinnung eingesetzt werden: „Das geklärte Abwasser hält konstant eine Wärme von 12 bis 13 Grad. Sobald wir an der Kläranlage eine Wärmepumpe installieren, könnten wir dort schon die Grundlast für Sommertage erzeugen“, so WVV-Geschäftsführerin Dörte Schulte-Derne. Darüber hinaus soll ermittelt werden, ob eine Großwärmepumpe zur Nutzung der Wärme aus dem Main eingesetzt werden kann. Im Stadtteil Lengfeld hat eine Machbarkeitsstudie bereits erkennen lassen, dass Geothermiesonden aus technischen Gründen ausscheiden. Denn bereits in 39 Metern Tiefe besteht der Untergrund aus felsigem Gestein. Dennoch sind gründliche Untersuchungen durch Geologen auf dem Stadtgebiet ein Muss. „Der Geothermie gewähren wir in Würzburg eine Außenseiter-Chance“, erklärt Schulte-Derne. „Wir möchten nichts außer Acht lassen und alle Möglichkeiten prüfen und stetig anpassen, denn die Technik entwickelt sich rasant.“

Handlungsfelder der Wärme- und Stromwende

Damit stünden die möglichen Handlungsfelder der Wärme- und Stromwende in Würzburg fest: Die Bereitstellung grüner Wärme über Großwärmepumpen am Main, am Auslauf der Kläranlage und eventuell Geothermie bieten Energiepotenziale, der Einsatz von Wärmespeichern optimiert das Lasten-Management, Nahwärmenetze werden gesondert betrachtet. Power-to-Heat-Anlagen können alternativ Spitzen decken. Je nach Verfügbarkeit von grünem Wasserstoff kann das Heizkraftwerk zum Abfahren von Wärmespitzen im Winter eingesetzt werden und die unvermeidliche Abwärme des Müllheizkraftwerks bietet eine weitere Wärmequelle.
„Die Wärmewende ist eine enorme Transformation, die wir alle in unserem Alltag spüren werden“, sagt Dörte Schulte-Derne. „Wir stehen vor großen Herausforderungen deren Erfolg vom Zusammenspiel der Experten ebenso abhängt wie vom Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt. Gleichzeitig haben die Versorgungssicherheit und Wirtschaftlichkeit und der schonende Umgang mit allen Arten von Ressourcen eine wesentliche Bedeutung.“
Wie die Stadt Würzburg weiter mitteilt, kann die WVV-Wärmeleitplanung bis voraussichtlich September 2024 in eine kommunale Wärmeplanung überführt werden. Gemeinsam mit dem Gebäudeenergiegesetz 2024 bilde sie dann die verbindliche Voraussetzung für den Einbau von Heizanlagen im Stadtgebiet – und unterstütze somit das Ziel der Klimaneutralität bis 2040. Die Wärmeleitplanung in Würzburg wird durch das Bundesförderprogramm für effiziente Wärmenetze (BEW) mit einer voraussichtlichen Förderquote von 50 Prozent unterstützt.





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