LBEGOberflächennahe Daten veröffentlicht

In der oberflächennahen Geothermie kann Erdwärme unter anderem mittels Kollektoren gewonnen werden.
(Bildquelle: LBEG/Holger Jensen)
Das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) hat erstmals eine umfassende Jahresstatistik zur oberflächennahen Geothermie in Niedersachsen vorgelegt. Wie die Behörde mitteilt, hatte sie bisher in ihrer Funktion als Niedersächsischer Geothermiedienst (NGD) nur die Entwicklung der Tiefengeothermie dokumentiert, die aus geologischen Schichten ab einer Tiefe von 400 Metern Energie gewinnt. Nun wurden zusätzlich Daten zu allen registrierten Erdwärmeanlagen erhoben, die in geringeren Tiefen arbeiten – etwa mittels Erdsonden, Flächenkollektoren oder Brunnen.
Zum Stichtag 1. Januar 2025 zählte das LBEG rund 26.600 dieser oberflächennahen Anlagen im Land – ein Anstieg um etwa 100 Prozent im Vergleich zu 2018. Dabei dominieren mit 91 Prozent klar die Erdsonden. Acht Prozent der Anlagen basieren auf Kollektoren, während der Anteil von Brunnen bei knapp einem Prozent liegt. Die Daten stammen aus den Meldungen bei den Unteren Wasserbehörden, die für die Genehmigung solcher Systeme zuständig sind.
Die Entwicklung zeigt laut NGD eine durchweg steigende Tendenz seit dem Jahr 2007, sowohl bei der Zahl der Bohrungen als auch bei den insgesamt installierten Bohrmetern. In den vergangenen beiden Jahren allerdings ist die Zahl neu gebauter Anlagen auf hohem Niveau leicht zurückgegangen. Hans-Jürgen Brauner, Leiter des NGD beim LBEG, sieht darin keinen Rückschritt: „Die Anlagen werden leistungsstärker und reichen tiefer. Das führt dazu, dass zwar weniger Systeme gebaut werden, diese dafür aber größere Energiemengen liefern.“
Tatsächlich hat sich die Zahl der neu errichteten Anlagen mit mehr als 30 Kilowatt thermischer Leistung seit 2018 mehr als verdoppelt. Dieser Trend zur Professionalisierung und Leistungssteigerung geht einher mit einem wachsenden Interesse an der Tiefengeothermie, bei der Wärme aus größeren geologischen Tiefen gewonnen wird. Das LBEG kann hier als Bergbehörde auf Grundlage des Bundesberggesetzes Erlaubnisse zur Aufsuchung erteilen – ein Verfahren, das sich in den letzten Jahren stark ausgeweitet hat.
So wurden zum Jahresende 2024 insgesamt 25 Erlaubnisse zur Aufsuchung erteilt. Noch 2020 lag diese Zahl bei sechs. Die Fläche der Erlaubnisfelder beträgt inzwischen mehr als 2.000 Quadratkilometer, was rund vier Prozent der Fläche Niedersachsens entspricht. Zwar erlaubt eine solche bergrechtliche Genehmigung noch keine Bohrung oder sonstige Maßnahme, sie markiert jedoch einen wichtigen Schritt auf dem Weg zur Erschließung geothermischer Energie aus tiefen Schichten. Mehrere Projekte befinden sich laut LBEG bereits in konkreter Planung.
Plattform Erneuerbare Energien BW: Informationsportal zur Geothermie gestartet
[13.03.2026] Die Plattform Erneuerbare Energien Baden-Württemberg hat das Informationsportal Geothermie BW gestartet. Die neue Online-Plattform soll Transparenz über Projekte der tiefen Geothermie schaffen und den fachlichen Austausch zwischen Bürgern, Kommunen und Fachakteuren im Land stärken. mehr...
Fraunhofer IEG: Studie belegt Geothermie-Potenzial von verkarsteten Kalkgesteinen
[11.03.2026] Verkarstete Kalkgesteine in zwei bis drei Kilometern Tiefe könnten in Nordrhein-Westfalen ein bislang unterschätztes Reservoir für geothermische Wärme sein. Neue Bohrkernanalysen aus Iserlohn zeigen, welches Potenzial diese Gesteinsschichten für Wärmenetze und Industrieversorgung besitzen. mehr...
GeoTHERM expo & congress: Messe bestätigt ihren Stellenwert
[06.03.2026] Die GeoTHERM expo & congress 2026 in Offenburg hat ihre Rolle als führende europäische Fachmesse für Geothermie erneut bestätigt. Mehr Besucher, starke internationale Beteiligung und ein Innovationspreis für ein neues seismisches Erkundungsfahrzeug zeigen, wie dynamisch sich die Branche im Zuge der Wärmewende entwickelt. mehr...
Stadtwerke Bruchsal: John Deere erhält grüne Fernwärme
[06.03.2026] Das Bruchsaler Werk von John Deere soll künftig mit geothermisch basierter Fernwärme versorgt werden. Ein neuer Liefervertrag mit den Stadtwerken Bruchsal und die Übernahme der Energiezentrale sollen die Wärmewende vor Ort voranbringen. mehr...
Stadtwerke Münster: Kalte Nahwärme im Neubaugebiet
[27.02.2026] Im Neubaugebiet Albachten-Ost setzen die Stadtwerke Münster auf ein zentrales Wärmesystem, das mit Erdwärme betrieben wird. Rund 100 Erdsonden werden künftig rund 500 Wohneinheiten mit Wärme versorgen. Die Investitionskosten belaufen sich auf 8,5 Millionen Euro. mehr...
Berlin: Kicken und wärmen
[23.02.2026] Unter einem Fußballspielfeld in Berlin entsteht ein großflächiges Geothermie-Kollektorfeld, das vier öffentliche Gebäude vollständig mit erneuerbarer Wärme versorgt. Das Projekt am Maikäferpfad gilt als wirtschaftlich tragfähiges Modell für die kommunale Wärmewende und zeigt, wie sich Sportflächen energetisch doppelt nutzen lassen. mehr...
Praxisforum Tiefengeothermie: Neuer Name spiegelt Aufschwung
[23.02.2026] Das Praxisforum Geothermie Bayern firmiert künftig als Praxisforum Tiefengeothermie und richtet sich damit neu aus. Die Umbenennung reagiert auf das Geothermie-Beschleunigungsgesetz und den bundesweiten Ausbau der Tiefengeothermie – und markiert einen strategischen Schritt für das Branchentreffen im Oktober 2026. mehr...
Trier: Kaltes Nahwärmenetz im Bau
[18.02.2026] Im Trierer Stadtteil Gartenfeld entsteht derzeit ein neues Wärmenetz. Es nutzt oberflächennahe Geothermie und soll sowohl Neubauten als auch Bestandsgebäude versorgen. Laut den Projektbeteiligten ist das Vorhaben als Pilotprojekt angelegt. mehr...
Fraunhofer IEG: Mehr Tempo bei Geothermie
[16.02.2026] Auf der GeoTHERM in Offenburg präsentiert das Fraunhofer IEG neue Ansätze zur Nutzung von Erdwärme. Das Ziel besteht darin, die Geothermie schneller in den Massenmarkt zu bringen. Die Forschenden sehen großes Potenzial für Kommunen und Industrie. mehr...
Potsdam: In der heißen Phase
[12.02.2026] Potsdam ist ein bundesweit und europäisch beachtetes Leuchtturmprojekt für Tiefengeothermie und erneuerbare Fernwärme. Das Vorhaben zeigt, wie die Wärmewende technisch machbar und wirtschaftlich umsetzbar ist. mehr...
Forschung: Den Blick in den Untergrund öffnen
[02.02.2026] Um das Potenzial von Geothermie als klimaneutrale Wärmequelle zu nutzen, brauchen Stadtwerke nicht nur Investitionsbereitschaft, sondern auch fundierte Daten und erprobte Technologien. Hier setzt das Reallabor Geothermie Rheinland des Fraunhofer IEG an. mehr...
Stadtwerke München: Bauabschnitt von Goethermie-Großprojekt abgeschlossen
[02.02.2026] Beim Geothermie-Großprojekt Michaelibad in München ist ein wichtiger Bauabschnitt abgeschlossen: Die acht Standrohrbohrungen sind fertiggestellt. Damit ist der erste Meilenstein der Bauphase für die größte Geothermie-Anlage Kontinentaleuropas erreicht. mehr...
Duisburg: Ministerium unterstützt Erkundungsbohrung
[13.01.2026] Nordrhein-Westfalen fördert in Duisburg eine Erkundungsbohrung zur Tiefengeothermie mit rund 7,5 Millionen Euro. Das Projekt der Stadtwerke Duisburg soll die Grundlage für eine klimafreundliche und langfristig bezahlbare Wärmeversorgung im Fernwärmenetz schaffen. mehr...
Eckernförder Bucht: LBEG weist Erlaubnisfeld für Tiefengeothermie aus
[13.01.2026] An der Eckernförder Bucht ist ein neues Erlaubnisfeld für Tiefengeothermie ausgewiesen worden. Das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie hat dafür dem Unternehmen Moin Moin! Innovativcluster Erdwärme das Erlaubnisfeld Schwansen zugeteilt. mehr...
GeoTHERM: Fraunhofer IEG zeigt Wärmewende-Forschung
[19.12.2025] Fraunhofer IEG präsentiert auf der GeoTHERM 2026 in Offenburg anwendungsnahe Forschung für die Wärmewende und positioniert Geothermie als zentrale Säule nachhaltiger Wärmeversorgung. mehr...

















