Montag, 16. März 2026

StuttgartSchwerpunktsitzung zur Wärmewende

[30.10.2025] In einer Schwerpunktsitzung des Ausschusses für Klima und Umwelt hat Stuttgart den Stand der Wärmewende und die nächsten Schritte zur Klimaneutralität 2035 beraten. Stadt, Stadtwerke, EnBW und Energieberatungszentrum setzen dabei auf Wärmenetze, Wärmepumpen und aktive Bürgerbeteiligung.

In einer Schwerpunktsitzung des Ausschusses für Klima und Umwelt hat Stuttgart den Stand der Wärmewende und die nächsten Schritte zur Klimaneutralität 2035 beraten.

(Bildquelle: AdobeStock)

Die Landeshauptstadt Stuttgart hat nach eigenen Angaben den Ausbau klimafreundlicher Wärmeversorgung zu einem Schwerpunkt auf dem Weg zur Klimaneutralität 2035 gemacht. Wie die Stadt berichtet, befasste sich der Ausschuss für Klima und Umwelt am 24. Oktober in einer Schwerpunktsitzung mit dem Stand der Wärmewende und den Perspektiven für die kommenden Jahre. Vertreter des Amts für Umweltschutz, der Stadtwerke Stuttgart, EnBW, Stuttgart Netze und des Energieberatungszentrums Stuttgart (EBZ) stellten dabei laufende Projekte und geplante Maßnahmen vor.

Grundlage Wärmeplanung

Zentrale Grundlage des Transformationsprozesses ist die kommunale Wärmeplanung, die derzeit überarbeitet wird. Sie soll bis 2026 abgeschlossen sein und neue Analysen zu Wärmepumpen, Wärmespeichern und Wirtschaftlichkeitsvergleichen zwischen zentraler und dezentraler Versorgung einbeziehen. Bürgermeister Peter Pätzold betonte laut Mitteilung: „Die Wärmewende gelingt nur gemeinsam – Stadt, Wirtschaft, Bürgerinnen und Bürger tragen hier Verantwortung für das Hier und Jetzt sowie die uns folgenden Generationen.“

Um die Bevölkerung frühzeitig einzubinden, setzt Stuttgart auf dezentrale Informationsangebote. Nach Angaben der Stadt fanden bisher 17 Informationsveranstaltungen in den Stadtbezirken statt, an denen rund 1.400 Personen vor Ort und 450 online teilnahmen. Weitere Großveranstaltungen wie „Heizen der Zukunft“ oder Themenabende zur Fernwärmeverdichtung verzeichneten zusammen über 1.600 Besucherinnen und Besucher. Laut Jürgen Görres, Leiter der Abteilung Energie im Amt für Umweltschutz, haben sich allein 2025 rund 580 Personen für eine kostenlose Vor-Ort-Beratung durch das EBZ angemeldet, von denen etwa 80 Prozent anschließend konkrete Sanierungsmaßnahmen planten oder umsetzten.

Bündelung im Heizungsprogramm

Parallel bündelt die Stadt ihre bisherigen Förderangebote im neuen Heizungsprogramm Stuttgart. Seit 2020 wurden jährlich rund 2.000 Wohneinheiten unterstützt. Die Zahl der Komplettsanierungen auf KfW-55- und KfW-70-Niveau steigt kontinuierlich. Bis Oktober 2025 gingen bereits über 540 Förderanträge für Wärmepumpen ein, zum Jahresende werden etwa 600 erwartet. Im Rahmen der Solaroffensive wurden mehr als 8.500 Anträge bewilligt, darunter 2.800 für Balkon-Solaranlagen mit insgesamt 76 Megawatt installierter Leistung.

Auch die Energieunternehmen der Region treiben den Umbau der Wärmeversorgung voran. Peter Drausnigg, technischer Geschäftsführer der Stadtwerke Stuttgart, erklärte, man habe zusätzliche Umweltwärmequellen wie Flusswärme erschlossen und wolle den Wandel sozialverträglich gestalten. Marc Jüdes, Leiter Fernwärme bei der EnBW, verwies auf Investitionen von rund einer Milliarde Euro in den Kohleausstieg an den Standorten Stuttgart-Münster und Altbach/Deizisau. Die dort entstehenden, H2-ready ausgeführten Anlagen sollen künftig klimafreundlichen Wasserstoff nutzen. Ergänzend kommen Abwärme, Großwärmepumpen, Power-to-Heat-Anlagen und Wärmespeicher zum Einsatz.

Lernende Prozesse

Joshua Nothdurft, Geschäftsführer des Energieberatungszentrums Stuttgart, betonte die Bedeutung fundierter Beratung: Viele Bürgerinnen und Bürger seien angesichts der Komplexität von Sanierungsvorhaben unsicher. Das EBZ biete mit der „Sanierungsreise“ individuelle Orientierung und begleite die Umsetzung vor Ort.

Die Stadt will die kommunale Wärmeplanung als „lernenden Prozess“ regelmäßig an neue technische, wirtschaftliche und rechtliche Entwicklungen anpassen. Pilotprojekte in Stadtteilen wie Plieningen und Obertürkheim sollen zeigen, wie Sportstätten, Wohngebiete und Wärmenetze künftig intelligent verknüpft werden können. Für 2026 ist eine erneute Beteiligung der Bezirksbeiräte und Bürgerinnen und Bürger vorgesehen.





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