BDEWKein überhöhtes Preisniveau bei Fernwärme

Verlegung von Fernwärmerohren: Versorger brauchen Planungssicherheit für Investitionen.
(Bildquelle: MVV Energie AG)
Der Wettbewerb auf dem deutschen Energiemarkt hat sich insgesamt gut entwickelt. Das betont der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) mit Blick auf das 10. Sektorgutachten Energie, das die Monopolkommission vorgelegt hat. Nach Angaben des Verbands habe sich Deutschland im europäischen Vergleich als Referenzmarkt etabliert. Die mit der Energiewende verbundenen Veränderungen seien jedoch eine Herausforderung für die Marktstrukturen.
Wachsende Bedeutung der Fernwärme
„Die Wärmewende ist im vollen Gange. Fernwärme wird und muss dabei eine zentrale Rolle für eine volkswirtschaftlich effiziente Transformation der Wärmeversorgung spielen“, erklärte BDEW-Hauptgeschäftsführerin Kerstin Andreae. Die Versorgungsunternehmen bräuchten Planungssicherheit für Investitionen in die Dekarbonisierung.
Andreae wandte sich gegen pauschale Vorwürfe einer „monopolistischen Ausbeutung“ von Kundinnen und Kunden. Diese seien aus Sicht des Verbands unbegründet. Der BDEW unterstütze aber die Forderung der Monopolkommission, die Preistransparenz für Endkundinnen und -kunden zu verbessern. Eine entsprechende Plattform für Wärmepreise bestehe bereits seit über einem Jahr.
Nach Einschätzung des Verbands gibt es derzeit keine Anzeichen für einen abnehmenden Wettbewerb durch gesetzliche Vorgaben wie das Gebäudeenergiegesetz. Eine Preisobergrenze (Price Cap) zur Regulierung von Fernwärmekosten hält der BDEW nicht für geeignet, weil sie regionale Unterschiede nicht ausreichend berücksichtige.
Kartellrechtliche Aufsicht hat sich bewährt
Die bestehende kartellrechtliche Preisaufsicht habe sich bewährt, betont der Verband. Untersuchungen der Kartellämter hätten keine Hinweise auf ein flächendeckend überhöhtes Preisniveau im Fernwärmesektor ergeben. Wo Verstöße festgestellt worden seien, hätten die Verfahren zu Preissenkungen geführt. Dies zeige, dass eine wirksame Kontrolle bestehe.
Die Monopolkommission hatte vorgeschlagen, den Zugang Dritter zu Fernwärmenetzen stärker zu regulieren. Das lehnt der BDEW ab. Nach geltendem Wettbewerbsrecht könnten Dritte bereits heute unter bestimmten Bedingungen Zugang zu Fernwärmenetzen erhalten. Diese Einzelfälle müssten jedoch jeweils gesondert geprüft werden, so der Verband.
Wettbewerb bei Elektromobilität
Beim Thema Elektromobilität teilt der BDEW die Einschätzung der Monopolkommission weitgehend. Ein marktgetriebener Ausbau der Lade-Infrastruktur führe zu den besten Ergebnissen. Der Wettbewerb sorge für Innovation und Kundennähe. Seit 2019 sei die Konzentration im Markt für Lade-Infrastruktur deutlich zurückgegangen. Staatliche Eingriffe sollten nach Auffassung des BDEW auf das Nötigste beschränkt werden. Die Vergabe von Flächen entlang der Autobahnen für Lkw-Ladehubs könne etwa durch Ausschreibungen erfolgen, anstatt dass der Staat selbst Anlagen errichte. Wichtig seien zudem vereinfachte Genehmigungsverfahren und ein besserer Zugang zu geeigneten Standorten. Eine Markttransparenzstelle könne hilfreich sein, müsse aber unbürokratisch umgesetzt werden. Eine europäische Lösung wäre nach Ansicht des Verbands effizienter gewesen als ein nationaler Sonderweg.
Kritisch sieht der BDEW, dass die Monopolkommission den Zusammenhang zwischen sinkender Auslastung von Ladesäulen und steigenden Preisen nicht thematisiert. Eine geringe Nachfrage führe zwangsläufig zu höheren Kosten pro Ladevorgang. „Der Wettbewerb ist der beste Motor für eine erfolgreiche, bedarfsgerechte Ladeinfrastruktur“, sagte Andreae.
Strukturelle Besonderheiten der Fernwärme
Nach Angaben des BDEW unterscheidet sich die Fernwärmeversorgung grundlegend von Strom- und Gasnetzen. Sie erfolge lokal über geschlossene Systeme ohne überregionale Verbundstrukturen. Daher könnten eingespeiste Wärmemengen nicht einfach weitergegeben werden. Eine Öffnung der Netze für Dritte stoße in der Praxis schnell an natürliche Grenzen. Im Zuge der Wärmewende werde die dezentrale Erzeugung durch Dritte jedoch zunehmen. Das sei notwendig, um bisher ungenutzte Wärmequellen zu erschließen und die Ziele des Wärmeplanungsgesetzes zu erreichen.
Hessen: Finanzielle Beteiligung soll Pflicht werden
[15.06.2026] Hessen will Kommunen künftig verpflichtend an den Erträgen von Wind- und Solaranlagen beteiligen. Das neue Gesetz soll die Akzeptanz der Energiewende vor Ort erhöhen und den Ausbau erneuerbarer Energien beschleunigen. mehr...
BDEW Kongress 2026: Branche fordert Planungssicherheit
[11.06.2026] Die Energiebranche fordert von der Bundesregierung zügige Entscheidungen bei zentralen energiepolitischen Vorhaben. Beim BDEW Kongress 2026 warnten Verbandsvertreter vor Verzögerungen bei wichtigen Gesetzen und forderten mehr Planungssicherheit für Investitionen. mehr...
BDEW Kongress 2026: Verband drängt auf schnelle Beschlüsse
[11.06.2026] Der BDEW fordert von der Bundesregierung ein abgestimmtes Energiepaket für 2026. Nach Ansicht des Verbands müssen mehrere zentrale Gesetzesvorhaben zügig beschlossen werden, um Investitionen in die Energieinfrastruktur abzusichern. mehr...
BDEW Kongress 2026: Reiche wirbt für Energiekonsens
[11.06.2026] Auf dem BDEW Kongress setzte Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche ein Zeichen. Um Klimaschutz, Versorgungssicherheit und Bezahlbarkeit gleichermaßen zu gewährleisten, sei ein Energiekonsens zwischen Politik, Energiewirtschaft und Gesellschaft notwendig. Die Energiewende könne nur gelingen, wenn politische Ziele und energiewirtschaftliche Realität zusammengeführt würden. mehr...
Nordrhein-Westfalen: Bürgerenergiegesetz überarbeitet
[11.06.2026] Nordrhein-Westfalen hat das Bürgerenergiegesetz für Windenergieprojekte überarbeitet und das Beteiligungsverfahren vereinfacht. Kommunen erhalten in bestimmten Fällen mehr Geld, während neue Regeln die Umsetzung von Projekten erleichtern. mehr...
Energy Sharing: Solarstrom teilen
[03.06.2026] Seit diesem Monat können die Bürger selbst erzeugten Solarstrom untereinander teilen. Das sogenannte Energy Sharing soll für beide Seiten Vorteile bringen. Doch es gibt noch Hürden für die Stromgemeinschaften. mehr...
BDEW/EY: Fortschritte bei der Energiewende
[02.06.2026] Der Ausbau erneuerbarer Energien und die Elektrifizierung sind in Deutschland 2025 weiter vorangekommen. Das geht aus dem aktuellen Fortschrittsmonitor Energiewende von BDEW und EY hervor. Gleichzeitig sehen die Herausgeber erheblichen Handlungsbedarf, um die Klimaziele bis 2030 zu erreichen. mehr...
EEG-Novelle: Bayern und Baden-Württemberg fordern Änderungen
[02.06.2026] Baden-Württemberg und Bayern fordern im Bundesrat Änderungen an der geplanten EEG-Novelle, um den Ausbau der Windenergie an Land zu beschleunigen. Die Länder wollen mehr Ausschreibungsvolumen und bessere Bedingungen für Projekte im Süden, um Versorgungssicherheit und Wirtschaftlichkeit zu stärken. mehr...
Energieministerkonferenz: Geschlossenes Signal für die Energiewende
[27.05.2026] Die Energieministerkonferenz auf Norderney hat sich geschlossen für den weiteren Ausbau der Energiewende ausgesprochen und zugleich neue Maßnahmen für Versorgungssicherheit, Netzausbau und Kraftwerksplanung beschlossen. mehr...
GModG: BSW-Solar begrüßt Stärkung der Solarthermie
[19.05.2026] Das Bundeskabinett will Solarthermie im neuen Gebäudemodernisierungsgesetz stärken und den Einsatz von Solarkollektoren beim Heizungstausch erleichtern. Der Bundesverband Solarwirtschaft erwartet dadurch neue Impulse für den Wärmemarkt, kritisiert aber zugleich die geplante Deckelung des CO₂-Preises. mehr...
VKU/BDEW: Stellungnahme zu neuen Gesetzentwürfen
[18.05.2026] Die Bundesregierung vergangenen Mittwoch die Entwürfe für das Gebäudemodernisierungsgesetz und das neue Kraftwerksgesetz beschlossen. Der VKU und BDEW begrüßen die Signale für Wärme- und Versorgungssicherheit, sehen aber große Risiken bei Infrastrukturplanung, Wettbewerb und Investitionsbedingungen. mehr...
Baden-Württemberg: Energiebranche begrüßt Koalitionsvertrag
[07.05.2026] Die Plattform Erneuerbare Energien Baden-Württemberg sieht im neuen Koalitionsvertrag von Grünen und CDU eine Grundlage für den weiteren Ausbau erneuerbarer Energien. Der Verband fordert zugleich ein konsequentes Vorgehen der künftigen Landesregierung. mehr...
Netzausbau: Neue Stromleitungen geplant
[04.05.2026] Die Bundesregierung will den Ausbau der Stromnetze beschleunigen und neue Leitungen planen. Ein Gesetzentwurf sieht 45 zusätzliche Projekte vor. Ziel sind mehr Planungssicherheit und geringere Kosten im Energiesystem. mehr...
Energiewende: Kommunen profitieren
[30.04.2026] Viele Städte und Gemeinden erzielen laut einer Umfrage zusätzliche Einnahmen durch erneuerbare Energien. Gleichzeitig bremsen nach Angaben der Kommunen vor allem fehlende Netze und knappe Haushaltsmittel den weiteren Ausbau. mehr...
DStGB: Forderung nach autonomen Bussen
[30.04.2026] Deutschlands Kommunen verlangen deutlich mehr Geld für den Nahverkehr und drängen zugleich auf autonome Busse im ländlichen Raum. Hintergrund sind Rekorddefizite in den Haushalten, drohende Angebotskürzungen im ÖPNV und die Frage, wie Mobilität außerhalb der Ballungszentren künftig gesichert werden kann. mehr...















