Dienstag, 24. Februar 2026

OldenburgAustausch von Übergabestationen

[25.11.2025] EWE beginnt im Dezember damit, in Oldenburg-Ohmstede rund 160 Übergabestationen der Fernwärme auszutauschen. Der Energieversorger leitet damit nach eigenen Angaben den Start eines umfassenden Umbaus zu klimafreundlicher Wärme im Quartier ein.

Das EWE-Heizhaus in Oldenburg-Ohmstede wird umgebaut.

(Bildquelle: EWE/Tom Fotheringham)

In Oldenburg-Ohmstede startet der Energieversorger EWE in den kommenden Wochen den Austausch der Übergabestationen in rund 160 Gebäuden. Wie das Unternehmen berichtet, markiert die Maßnahme den ersten sichtbaren Schritt eines umfassenden Modernisierungsprozesses, mit dem die Wärmeversorgung im Wohn- und Geschäftsquartier langfristig klimafreundlicher werden soll. Versorgt werden Ein- und Mehrfamilienhäuser, ein Seniorenheim sowie kleinere Gewerbebetriebe. Die neuen Stationen sollen effizienter arbeiten, weniger Platz beanspruchen und leiser laufen. Der Oldenburger Installationsbetrieb Eismann übernimmt den Kontakt zu den Haushalten und führt die Arbeiten sukzessive durch; laut EWE bleibt die Wärmeversorgung dabei gesichert, zusätzliche Kosten fallen nicht an.

Projekt aus Erkner als Vorbild

Nach Darstellung von EWE-Projektleiterin Annika Hoffmann steht Ohmstede damit vor einem gut erprobten Technikwechsel. Vorbild sei ein Projekt in Erkner bei Berlin, wo die EWE-Tochter TEWE seit September 2025 ein neues Heizhaus betreibt (wir berichteten). Dort sorgen zwei großtechnische Wärmepumpen, ein Wärmespeicher und ein Blockheizkraftwerk für eine verlässlichere und klimafreundlichere Wärmeversorgung. Die Erfahrungen aus Erkner fließen nach Unternehmensangaben unmittelbar in den Umbau in Oldenburg ein.

Parallel bereitet EWE die Modernisierung der Heizzentrale in der Clausewitzstraße vor. Sie soll perspektivisch vollständig mit erneuerbaren Energien arbeiten. Kern soll eine große Luft-Wasser-Wärmepumpe mit 330 Kilowatt Leistung sein, die Umweltwärme über ein umweltfreundliches Kältemittel nutzt. Ergänzt wird sie durch einen neuen Wärmespeicher, ein Power-to-Heat-Modul und drei bestehende Blockheizkraftwerke, die in der Heizperiode zusätzlich Strom und Wärme liefern. An sehr kalten Tagen kann ein vorhandener Erdgaskessel zugeschaltet werden. Nach aktueller Planung will EWE die CO2-Emissionen damit etwa halbieren.

Baubeginn noch in diesem Jahr

Die Gesamtinvestition beläuft sich laut EWE auf rund 2,5 Millionen Euro, wovon etwa 40 Prozent über die Bundesförderung für effiziente Wärmenetze gedeckt werden. Das Projekt wird weitgehend mit regionalen Partnern umgesetzt. Die Detailplanung für die Heizzentrale läuft, Baubeginn soll nach Genehmigung noch in diesem Jahr sein. Die Inbetriebnahme ist für 2026 vorgesehen.

Ohmstede gehört laut EWE zu den ersten Standorten, an denen der Energieversorger seine Fernwärmeerzeugung transformiert. Er betreibt über 30 Wärmenetze in Nordwestdeutschland, Brandenburg und auf Rügen und richtet sie im Rahmen seiner Transformationsstrategie schrittweise auf erneuerbare Energien aus. Die kommunale Wärmeplanung der Städte und Gemeinden dient dabei als Orientierung. Auch in Zahlen zeigt sich der Umbau: Das Wärmenetz hat rund vier Kilometer Länge, die Heizzentrale ist seit 1999 in Betrieb. Die geplante Großwärmepumpe soll 6.500 bis 7.000 Stunden im Jahr laufen. Die drei Blockheizkraftwerke kommen zusammen auf rund 150 Kilowatt Strom- und 300 Kilowatt Wärmeleistung. Der Anteil grüner Wärme im Netz Clausewitzstraße steigt von null auf knapp 50 Prozent.

Nach Abschluss der Arbeiten in Ohmstede will EWE nach eigenen Angaben das Fernwärmenetz Krusenbusch transformieren. Eine BEW-geförderte Transformationsstudie befindet sich bereits in Vorbereitung.



Stichwörter: Fernwärme, EWE AG, Oldenburg


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