BiogasratKritik an Referentenentwurf

Dem Biogasrat zufolge berücksichtig der Referentenentwurf der Bundesregierung die Rolle erneuerbarer Gase und insbesondere von Biomethan nicht ausreichend.
(Bildquelle: adobestock)
Der Biogasrat bewertet den Referentenentwurf der Bundesregierung zur Umsetzung des europäischen Gas- und Wasserstoff-Binnenmarktpakets als unzureichend. Wie der Verband mitteilt, gefährdet der Entwurf zentrale energiepolitische Ziele, weil er die Rolle erneuerbarer Gase und insbesondere von Biomethan nicht ausreichend berücksichtigt. Der Biogasrat hatte seine Stellungnahme beim Bundesministerium für Wirtschaft und Energie eingereicht und dringt darin auf verbindliche Rahmenbedingungen, die Planungssicherheit schaffen und Investitionen in klimaneutrale Gase nicht ausbremsen.
Dem Verband zufolge widerspricht der Entwurf mehreren Vereinbarungen des Koalitionsvertrags, wonach die Potenziale klimaneutraler Moleküle zu nutzen und Gasnetze für eine sichere Wärmeversorgung zu erhalten seien. Kritisiert wird insbesondere, dass der vorrangige Netzanschluss von Biomethananlagen, die Kostenteilung nach § 33 GasNZV und der Einspeisevorrang nicht verlässlich fortgeführt werden. Diese Regelungen seien jedoch ein zentraler Treiber für die Biomethaneinspeisung und Voraussetzung für zahlreiche Projekte in Planung und Umsetzung.
Prinzip Energy Efficiency First wird verfehlt
Aus Sicht des Biogasrat droht der Entwurf, den Infrastrukturabbau im Gasbereich zu beschleunigen, da er zu stark auf Kostenminimierung der Netzbetreiber setze. Vorgaben der EU-Gasbinnenmarktrichtlinie wie das Prinzip Energy Efficiency First würden dadurch verfehlt. Der Verband fordert deshalb Netzentwicklungspläne, die Versorgungssicherheit, Defossilisierung und den Ausbau erneuerbarer Gase in den Mittelpunkt stellen. Auch der vorgesehene Ansatz, Netzanschlüsse aus wirtschaftlichen Gründen zu verweigern oder Netze frühzeitig stillzulegen, gefährde die Investitionssicherheit. Eine Trennung vom Netz dürfe nur als ultima ratio erfolgen und müsse an strenge Kriterien gebunden werden.
Der Biogasrat verweist zudem auf europäische Ausbauziele für Biomethan und die Rolle Deutschlands als künftiges Transitland. Die heimischen Potenziale seien keineswegs ausgeschöpft und müssten bei der Netzentwicklung verpflichtend berücksichtigt werden. Der Verband bemängelt, dass die vorgeschlagenen Regelungen zu Szenariorahmen und Systementwicklungsstrategie die Einspeisung von Biomethan unzureichend abbildeten und wissenschaftliche Grundlagen zu wenig beachtet würden.
Wettbewerbsverzerrungen abbauen
Der Verband fordert darüber hinaus ein europäisches Level-Playing-Field für erneuerbare Gase. Unterschiedliche Fördermechanismen in den EU-Mitgliedstaaten benachteiligten derzeit deutsche Produzenten. Einheitliche Vorgaben zu Herkunftsnachweisen, Zertifizierung und der funktionierenden Union Data Base seien notwendig, um Wettbewerbsverzerrungen abzubauen.
Insgesamt mahnt der Biogasrat, dass ohne klare rechtliche Vorgaben für Netzanschluss, Netzzugang und Kostenregulierung der Ausbau erneuerbarer Gase ins Stocken geraten könnte. Der Verband fordert daher verbindliche und praxisnahe Regelungen im Energiewirtschaftsgesetz, die die europäischen Klimaziele, die Versorgungssicherheit und die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland stärken.
Sachsen: Millionen für Wärmewende bewilligt
[12.10.2026] Sachsen hat erste Millionenförderungen für den Umbau der kommunalen Wärmeversorgung bewilligt. Sechs größere Projekte sollen den Einsatz erneuerbarer Energien voranbringen und die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen verringern. mehr...
MiSpeL: Bundesnetzagentur erleichtert Nutzung von Stromspeichern
[09.10.2026] Die Bundesnetzagentur hat die Festlegung zur Marktintegration von Stromspeichern und Ladepunkten (MiSpeL) beschlossen. Künftig können Speicher und bidirektionale Ladepunkte sowohl Netzstrom als auch selbst erzeugten Solarstrom aufnehmen und ins Netz zurückspeisen, ohne dass die EEG-Förderung entfällt. mehr...
Netzpaket: Redispatch-Vorbehalt stößt auf deutliche Kritik
[09.10.2026] Der geplante Redispatch-Vorbehalt im Netzpaket der Bundesregierung stößt bei zahlreichen Sachverständigen auf Widerstand. In einer Anhörung des Bundestags warnten sie vor rechtlichen Risiken und schlechteren Investitionsbedingungen für erneuerbare Energien. mehr...
Bremen: Fecker kritisiert Umschichtung von KTF-Mitteln
[07.10.2026] Bremens Finanzsenator Björn Fecker kritisiert, dass der Bund Einnahmen aus dem Emissionshandel künftig teilweise dem allgemeinen Haushalt statt dem Klima- und Transformationsfonds zuführen will. Nach Angaben der Bremer Finanzverwaltung geht es 2027 um 2,7 Milliarden Euro, bis 2030 könnten sich die Umschichtungen auf bis zu 13 Milliarden Euro summieren. mehr...
Energy Sharing: Impulspapier fordert klare Standards
[06.10.2026] Seit Juni 2026 ist Energy Sharing in Deutschland formal möglich, in der Praxis stehen Projekten aber noch Hürden bei Netzzugang, Bilanzierung und Abrechnung entgegen. Ein Impulspapier des Projekts Forum EnShare nennt zehn Empfehlungen, die den Einstieg erleichtern sollen. mehr...
Forschungsstelle für Energiewirtschaft: Pachtdeckel könnte EEG-Kosten deutlich senken
[06.10.2026] Eine Begrenzung der Pachten für Windenergieflächen könnte nach Berechnungen der Forschungsstelle für Energiewirtschaft die EEG-Förderkosten bis 2045 um Milliarden Euro senken. Bei der im Entwurf zum EEG 2027 vorgesehenen Obergrenze von 3,5 Prozent des Jahresumsatzes errechnet das Institut je nach Vergleichsszenario Einsparungen zwischen rund drei und 37 Milliarden Euro. mehr...
Hessen: Gesetzentwurf will Drohnenüberflüge ahnden
[02.10.2026] Hessen will das unbefugte Eindringen in Kritische Infrastruktur und nicht genehmigte Drohnenüberflüge mit einem neuen Straftatbestand ahnden. Einen entsprechenden Gesetzentwurf zum „gemeinschädlichen Hausfriedensbruch“ hat Justizminister Christian Heinz im Bundesrat vorgestellt. mehr...
Bundeswirtschaftsministerium: Eckpunkte für flexible KWK
[28.09.2026] Das Bundeswirtschaftsministerium will das Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz bis 2035 verlängern und die Förderung stärker auf flexible, systemdienliche Anlagen ausrichten. Die Energiewirtschaft begrüßt die grundsätzliche Richtung, fordert aber unter anderem eine längere Laufzeit und Nachbesserungen bei Fördersätzen und Modernisierungen. mehr...
Novelle des KWKG: Verbände fordern Nachbesserungen
[23.09.2026] BDEW, VKU und AGFW begrüßen die Eckpunkte des Bundeswirtschaftsministeriums zur Novelle des Kraft-Wärme-Kopplungsgesetzes. Nachbesserungsbedarf sehen die Verbände unter anderem bei Laufzeit, Fördersätzen und den Bedingungen für bestehende KWK-Anlagen. mehr...
Windenergie: Verbände fordern Südquote
[22.09.2026] Bei der jüngsten Ausschreibung für Windenergie an Land sind nach Angaben von Erneuerbaren-Verbänden nur knapp fünf Prozent der bezuschlagten Leistung auf Bayern und Baden-Württemberg entfallen. Die Plattform Erneuerbare Energien Baden-Württemberg und der Landesverband Erneuerbare Energien Bayern fordern deshalb Änderungen am Ausschreibungssystem und eine Südquote im EEG. mehr...
VKU: Stadtwerke zweifeln an Wärmewende-Ziel für 2045
[17.09.2026] Eine Umfrage des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU) zeigt erhebliche Zweifel kommunaler Wärmeversorger am Zeitplan der Wärmewende. Drei Viertel der Befragten halten klimaneutrales Heizen bis 2045 unter den derzeitigen Rahmenbedingungen für unrealistisch. mehr...
BDEW/VKU: Kritik am BNetzA-Entwurf
[17.09.2026] BDEW und VKU haben Nachbesserungen bei der geplanten Kapitalverzinsung für Gasnetzbetreiber gefordert. Aus Sicht der Verbände reichen die von der Bundesnetzagentur vorgesehenen Zinssätze nicht aus, um die notwendigen Investitionen in die Transformation der Gasnetze zu finanzieren. mehr...
Bitkom: Besserer Schutz von Stromnetzen gefordert
[10.09.2026] Angesichts mutmaßlicher Sabotageversuche auf die Strominfrastruktur fordert der Digitalverband Bitkom einen stärkeren Schutz des Energiesystems. Neben physischen Angriffen müssten dabei auch Cyber-Attacken stärker berücksichtigt werden. mehr...
BDEW: Besserer Schutz für Kritische Infrastrukturen
[08.09.2026] Der BDEW dringt auf bessere Rahmenbedingungen für den Schutz der Energieversorgung. Der Verband fordert unter anderem weniger öffentlich zugängliche Infrastrukturdaten, eine wirksamere Drohnenabwehr und einen staatlich finanzierten Resilienzfonds. mehr...
Energiewende-Digitalisierungs-Allianz: Gesetzentwurf soll Netzbetreiber stärker in die Pflicht nehmen
[08.09.2026] Eine Allianz aus 17 Energieunternehmen fordert bundesweit einheitliche und digitale Verfahren für Netzanschlüsse und Netzbetrieb. Ein eigener Gesetzentwurf sieht 30 Maßnahmen vor – darunter finanzielle Ansprüche von Netznutzern, wenn Verteilnetzbetreiber gesetzliche Standards nicht einhalten. mehr...















