Mittwoch, 22. Juli 2026

Schleswig-HolsteinForschungszentrum für Leistungselektronik geplant

[06.01.2026] Schleswig-Holstein will am Campus der HAW Kiel ein neues Forschungszentrum für Leistungselektronik errichten und dafür bis zu 15,28 Millionen Euro bereitstellen. Das Vorhaben soll Forschung, industrielle Anwendung und Technologietransfer im Kontext der Energiewende bündeln.

Schleswig-Holstein plant den Aufbau eines neuen Zentrums für Leistungselektronik am Campus der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) Kiel. Wie das Wissenschaftsministerium des Landes mitteilt, hat der Landtag im Dezember 2025 mit einem Haushaltsbeschluss die Finanzierung für das Leistungselektronische Anwendungszentrum Schleswig-Holstein (LEA.SH) gesichert. Insgesamt sind Investitionen von bis zu 15,28 Millionen Euro vorgesehen, davon 13,28 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung im Rahmen der EU-Initiative „Strategische Technologien für Europa“ sowie zwei Millionen Euro aus Landesmitteln.

Mit dem Haushaltsbeschluss ist nach Angaben des Ministeriums die Voraussetzung für den finalen Zuwendungsbescheid geschaffen. Für das Bauvorhaben stehen am Campus der HAW Kiel bereits ein Grundstück und eine genehmigte Bauvoranfrage der Stadt zur Verfügung. Bauherrin und spätere Betreiberin des Zentrums ist das Unternehmen FuE-Zentrum FH Kiel, das Forschung, Entwicklung und industrielle Anwendung im Bereich der Leistungselektronik an einem Standort zusammenführen soll.

Schlüsseltechnologie für Energiewende

Leistungselektronik befasst sich mit der effizienten Umwandlung und Steuerung elektrischer Energie. Dazu werden Halbleiterbauelemente wie Transistoren und Dioden in hoher Frequenz geschaltet, um Spannungen, Ströme und Frequenzen bedarfsgerecht anzupassen. Die Technologie ist Grundlage zahlreicher Anwendungen, darunter Ladegeräte, Elektrofahrzeuge, Windenergieanlagen, Netzteile und Systeme zur Netzstabilisierung. Nach Darstellung des Landes spielt sie eine Schlüsselrolle für erneuerbare Energien, Energiespeicher, Elektromobilität und die Integration von Wasserstofftechnologien.

Wissenschaftsministerin Dorit Stenke (CDU) zufolge soll LEA.SH gezielt eine Schlüsseltechnologie der Energiewende stärken und zugleich die Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit des Landes erhöhen. Energiewendeminister Tobias Goldschmidt (Bündnis 90/Die Grünen) ordnet das Projekt als wichtigen Baustein auf dem Weg Schleswig-Holsteins ein, seine energie- und klimapolitischen Ziele zu erreichen, insbesondere mit Blick auf Netzstabilität, Elektromobilität und den Einsatz erneuerbarer Energien. Auch Wirtschafts- und Technologieminister Claus Ruhe Madsen (CDU) verweist darauf, dass mit dem Zentrum zusätzliche infrastrukturelle Voraussetzungen für anwendungsnahe Innovationen und den Wissenstransfer in die Unternehmen des Landes geschaffen würden.

Unterschiedliche Forschungslabore

An dem neuen Zentrum sollen unter anderem spezialisierte Forschungslabore angesiedelt werden, etwa für Aufbau- und Verbindungstechnik in der Leistungselektronik. Nach Einschätzung der beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sind solche hoch spezialisierten Einrichtungen notwendig, um die zunehmende Elektrifizierung von Industrie, Mobilität und Energieversorgung bewältigen zu können. Die räumliche Nähe zu bestehenden Forschungsstrukturen und Industriepartnern am Wissenschaftsstandort Kiel gilt dabei als zentraler Vorteil.

Strategisch ordnet das Land das Vorhaben in seine Regionale Innovationsstrategie Schleswig-Holstein ein, insbesondere in das Spezialisierungsfeld „Energiewende und grüne Mobilität“. Wie aus dem Ministerium weiter hervorgeht, knüpft LEA.SH zudem an die bestehende Energiewendeforschung des Landes an, die vom Landeskompetenzzentrum Energiewendeforschung koordiniert wird und bereits einen Schwerpunkt in der Leistungs- und Speichertechnologie hat. Auch Empfehlungen des Wissenschaftsrats zur Weiterentwicklung des Hochschulsystems in Schleswig-Holstein verweisen demnach auf die starke Position des Landes in diesem Technologiefeld.





Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Politik

Sokratherm: Politische Entscheidungen verbessern Bedingungen für KWK

[22.07.2026] Das neue Gebäudemodernisierungsgesetz und ein EuGH-Urteil stärken die Rahmenbedingungen für Kraft-Wärme-Kopplung. Beide Entscheidungen könnten den Einsatz von Blockheizkraftwerken erleichtern und die anstehende Reform des KWK-Gesetzes beeinflussen. mehr...

EEG-Novelle: Kritik aus der Biogasbranche

[22.07.2026] Ein Netzwerk der Biogasbranche kritisiert den Entwurf zur EEG-Novelle als existenzielle Bedrohung für bestehende Biogasanlagen. Nach Ansicht der Flexperten gefährden die geplanten Ausschreibungsregeln Versorgungssicherheit, Wärmewende und ländliche Wertschöpfung – und fordern deutliche Nachbesserungen. mehr...

bericht

Energiewende: Hybridlösungen statt neuer Lock-ins

[14.07.2026] Die Kraftwerksstrategie des Bundes setzt auf zentrale Großprojekte – doch die kommen zu spät und schaffen neue Abhängigkeiten. Kommunale Hybridlösungen aus KWK, Wärmepumpen, Photovoltaikanlagen und Speichern bieten einen schnelleren, resilienteren Weg. mehr...

Naturstrom: Weniger Negativpreise

[07.07.2026] An der Strombörse gab es im ersten Halbjahr 2026 deutlich weniger Stunden mit negativen Preisen als im Vorjahr. Eine Analyse zeigt, warum die Preise trotz der globalen Energiekrise insgesamt stabil blieben und welche Rolle erneuerbare Energien und Flexibilität dabei spielen. mehr...

Ein großer Mobilkran richtet auf einer Freifläche am Waldrand einen Gittermast einer Hochspannungsfreileitung auf. Mehrere Monteure begleiten die Montage, während weitere Mastsegmente am Boden bereitliegen. Über der Baustelle erstreckt sich ein blauer Himmel mit großen weißen Wolken.

TenneT: Bund steigt ein

[06.07.2026] Der Bund hat seine Beteiligung am Stromübertragungsnetzbetreiber TenneT Germany abgeschlossen. Über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) hält der Staat nun 25,1 Prozent der Anteile. Nach Angaben der Bundesregierung soll damit der Ausbau des Stromübertragungsnetzes unterstützt werden. mehr...

Großer Solarpark mit langen Reihen von Photovoltaikmodulen vor mehreren Windenergieanlagen. Die Anlage erstreckt sich über eine offene Landschaft unter einem wolkigen Himmel und veranschaulicht die kombinierte Nutzung von Solar- und Windenergie zur Stromerzeugung.

BDEW/ZSW: BDEW/ZSW

[02.07.2026] Erneuerbare Energien haben im ersten Halbjahr 2026 einen Rekordanteil an der Stromversorgung in Deutschland erreicht. Vorläufigen Berechnungen von ZSW und BDEW zufolge stammten 58 Prozent des Bruttostromverbrauchs aus erneuerbaren Quellen. mehr...

Gedämmte Fernwärmeleitungen verlaufen in mehreren Bögen über das Außengelände einer Energieanlage. Die groß dimensionierten silberfarbenen Rohre führen entlang eines modernen Technikgebäudes und veranschaulichen die Infrastruktur eines Wärmenetzes.

Städtetag / VKU: Verlässliche Regeln für die Wärmeplanung

[01.07.2026] Zum Stichtag für die Veröffentlichung kommunaler Wärmepläne fordern der Deutsche Städtetag und der Verband kommunaler Unternehmen ein umfassendes Wärmepaket der Bundesregierung. Nach Angaben beider Verbände sorgen geplante Änderungen am Gebäudemodernisierungsgesetz für Unsicherheit bei Kommunen und Stadtwerken. mehr...

Energieeffizienzgesetz: Stellungnahmen zur Gesetzesnovelle

[26.06.2026] Die Bundesregierung hat die Novelle des Energieeffizienzgesetzes beschlossen und mehrere Vorgaben für Unternehmen und Rechenzentren angepasst. Verbände aus Digitalwirtschaft und Energiewirtschaft begrüßen den Abbau von Bürokratie, sehen aber weiterhin Nachbesserungsbedarf bei einzelnen Regelungen. mehr...

Netzausbau: Bündnis fordert Freileitungsvorrang

[17.06.2026] Ein Bündnis aus Netzbetreibern, Verbänden und Wirtschaftsorganisationen fordert einen konsequenten Freileitungsvorrang beim Ausbau neuer Gleichstromtrassen. Die Akteure warnen, dass Ausnahmen im Bundesbedarfsplangesetz den Netzausbau verteuern und verzögern könnten. mehr...

Hessen: Finanzielle Beteiligung soll Pflicht werden

[15.06.2026] Hessen will Kommunen künftig verpflichtend an den Erträgen von Wind- und Solaranlagen beteiligen. Das neue Gesetz soll die Akzeptanz der Energiewende vor Ort erhöhen und den Ausbau erneuerbarer Energien beschleunigen. mehr...

BDEW Kongress 2026: Branche fordert Planungssicherheit

[11.06.2026] Die Energiebranche fordert von der Bundesregierung zügige Entscheidungen bei zentralen energiepolitischen Vorhaben. Beim BDEW Kongress 2026 warnten Verbandsvertreter vor Verzögerungen bei wichtigen Gesetzen und forderten mehr Planungssicherheit für Investitionen. mehr...

Kerstin Andreae, Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), spricht auf der Bühne des BDEW-Kongresses 2026 an einem Rednerpult. Hinter ihr ist das Kongresslogo auf einer großflächigen, violett beleuchteten Bühnenwand zu sehen. Im Vordergrund stehen die roten Buchstaben des BDEW-Logos. Die Aufnahme zeigt ihren Auftritt während der Eröffnung der Fachveranstaltung.

BDEW Kongress 2026: Verband drängt auf schnelle Beschlüsse

[11.06.2026] Der BDEW fordert von der Bundesregierung ein abgestimmtes Energiepaket für 2026. Nach Ansicht des Verbands müssen mehrere zentrale Gesetzesvorhaben zügig beschlossen werden, um Investitionen in die Energieinfrastruktur abzusichern. mehr...

Bundeswirtschaftsministerin Katharina Reiche spricht auf dem BDEW-Kongress 2026 an einem Rednerpult vor einem großen Publikum. Hinter ihr zeigt eine überdimensionale Leinwand eine Nahaufnahme der Ministerin während ihrer Rede. Der Bühnenhintergrund ist in violetten und magentafarbenen Tönen gestaltet und trägt das Logo „BDEW Kongress 2026“.

BDEW Kongress 2026: Reiche wirbt für Energiekonsens

[11.06.2026] Auf dem BDEW Kongress setzte Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche ein Zeichen. Um Klimaschutz, Versorgungssicherheit und Bezahlbarkeit gleichermaßen zu gewährleisten, sei ein Energiekonsens zwischen Politik, Energiewirtschaft und Gesellschaft notwendig. Die Energiewende könne nur gelingen, wenn politische Ziele und energiewirtschaftliche Realität zusammengeführt würden. mehr...

Nordrhein-Westfalen: Bürgerenergiegesetz überarbeitet

[11.06.2026] Nordrhein-Westfalen hat das Bürgerenergiegesetz für Windenergieprojekte überarbeitet und das Beteiligungsverfahren vereinfacht. Kommunen erhalten in bestimmten Fällen mehr Geld, während neue Regeln die Umsetzung von Projekten erleichtern. mehr...

Mehrere Photovoltaikmodule sind auf dem geneigten Ziegeldach eines Wohnhauses installiert. Die Solaranlage wird von Sonnenlicht angestrahlt, während im Hintergrund unscharf Bäume und ein blauer Himmel zu sehen sind. Das Bild symbolisiert die dezentrale Erzeugung von Solarstrom und die Nutzung erneuerbarer Energien im privaten Haushalt.
bericht

Energy Sharing: Solarstrom teilen

[03.06.2026] Seit diesem Monat können die Bürger selbst erzeugten Solarstrom untereinander teilen. Das sogenannte Energy Sharing soll für beide Seiten Vorteile bringen. Doch es gibt noch Hürden für die Stromgemeinschaften. mehr...