Schleswig-HolsteinForschungszentrum für Leistungselektronik geplant
Schleswig-Holstein plant den Aufbau eines neuen Zentrums für Leistungselektronik am Campus der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) Kiel. Wie das Wissenschaftsministerium des Landes mitteilt, hat der Landtag im Dezember 2025 mit einem Haushaltsbeschluss die Finanzierung für das Leistungselektronische Anwendungszentrum Schleswig-Holstein (LEA.SH) gesichert. Insgesamt sind Investitionen von bis zu 15,28 Millionen Euro vorgesehen, davon 13,28 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung im Rahmen der EU-Initiative „Strategische Technologien für Europa“ sowie zwei Millionen Euro aus Landesmitteln.
Mit dem Haushaltsbeschluss ist nach Angaben des Ministeriums die Voraussetzung für den finalen Zuwendungsbescheid geschaffen. Für das Bauvorhaben stehen am Campus der HAW Kiel bereits ein Grundstück und eine genehmigte Bauvoranfrage der Stadt zur Verfügung. Bauherrin und spätere Betreiberin des Zentrums ist das Unternehmen FuE-Zentrum FH Kiel, das Forschung, Entwicklung und industrielle Anwendung im Bereich der Leistungselektronik an einem Standort zusammenführen soll.
Schlüsseltechnologie für Energiewende
Leistungselektronik befasst sich mit der effizienten Umwandlung und Steuerung elektrischer Energie. Dazu werden Halbleiterbauelemente wie Transistoren und Dioden in hoher Frequenz geschaltet, um Spannungen, Ströme und Frequenzen bedarfsgerecht anzupassen. Die Technologie ist Grundlage zahlreicher Anwendungen, darunter Ladegeräte, Elektrofahrzeuge, Windenergieanlagen, Netzteile und Systeme zur Netzstabilisierung. Nach Darstellung des Landes spielt sie eine Schlüsselrolle für erneuerbare Energien, Energiespeicher, Elektromobilität und die Integration von Wasserstofftechnologien.
Wissenschaftsministerin Dorit Stenke (CDU) zufolge soll LEA.SH gezielt eine Schlüsseltechnologie der Energiewende stärken und zugleich die Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit des Landes erhöhen. Energiewendeminister Tobias Goldschmidt (Bündnis 90/Die Grünen) ordnet das Projekt als wichtigen Baustein auf dem Weg Schleswig-Holsteins ein, seine energie- und klimapolitischen Ziele zu erreichen, insbesondere mit Blick auf Netzstabilität, Elektromobilität und den Einsatz erneuerbarer Energien. Auch Wirtschafts- und Technologieminister Claus Ruhe Madsen (CDU) verweist darauf, dass mit dem Zentrum zusätzliche infrastrukturelle Voraussetzungen für anwendungsnahe Innovationen und den Wissenstransfer in die Unternehmen des Landes geschaffen würden.
Unterschiedliche Forschungslabore
An dem neuen Zentrum sollen unter anderem spezialisierte Forschungslabore angesiedelt werden, etwa für Aufbau- und Verbindungstechnik in der Leistungselektronik. Nach Einschätzung der beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sind solche hoch spezialisierten Einrichtungen notwendig, um die zunehmende Elektrifizierung von Industrie, Mobilität und Energieversorgung bewältigen zu können. Die räumliche Nähe zu bestehenden Forschungsstrukturen und Industriepartnern am Wissenschaftsstandort Kiel gilt dabei als zentraler Vorteil.
Strategisch ordnet das Land das Vorhaben in seine Regionale Innovationsstrategie Schleswig-Holstein ein, insbesondere in das Spezialisierungsfeld „Energiewende und grüne Mobilität“. Wie aus dem Ministerium weiter hervorgeht, knüpft LEA.SH zudem an die bestehende Energiewendeforschung des Landes an, die vom Landeskompetenzzentrum Energiewendeforschung koordiniert wird und bereits einen Schwerpunkt in der Leistungs- und Speichertechnologie hat. Auch Empfehlungen des Wissenschaftsrats zur Weiterentwicklung des Hochschulsystems in Schleswig-Holstein verweisen demnach auf die starke Position des Landes in diesem Technologiefeld.
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