OstseeHybrider Strom-Interkonnektor geplant

Die Energieminister Katherina Reiche (Deutschland), Kaspars Melnis (Lettland) und Žygimantas Vaičiūnas (Litauen) unterzeichneten in Anwesenheit von 50Hertz-CEO Stefan Kapferer und seiner ÜNB-Kollegen in Paris eine Absichtserklärung zum Baltic-German PowerLink.
(Bildquelle: Phototek/Juliane Sonntag)
Deutschland, Lettland und Litauen treiben ein grenzüberschreitendes Stromleitungsprojekt in der Ostsee voran. Wie der Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz mitteilt, soll der Baltic-German PowerLink als hybrider Interkonnektor die drei Länder sowie Offshore-Windparks im Baltikum verbinden.
Eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichneten die Energieminister Katherina Reiche (CDU), Kaspars Melnis und Žygimantas Vaičiūnas am Rande eines Treffens der Internationalen Energieagentur in Paris. Die Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz, AST und Litgrid erhielten den Auftrag, bis zum Herbst ein technisch-wirtschaftliches Umsetzungskonzept vorzulegen. Damit sollen die Voraussetzungen geschaffen werden, um das Vorhaben als Projekt von gemeinsamem Interesse der EU fördern zu lassen.
Nach bisherigen Studien besteht der Baltic-German PowerLink aus einer rund 600 Kilometer langen Seekabelverbindung zwischen Deutschland und einem möglichen Anlandungspunkt im Südwesten Lettlands oder im Nordwesten Litauens. An Land ist ein Stromdrehkreuz geplant. Dort sollen bis zu zwei Gigawatt Offshore-Windleistung gebündelt und entweder nach Deutschland oder in die Höchstspannungsnetze von AST und Litgrid eingespeist werden. Der Interkonnektor soll somit sowohl dem Stromhandel dienen als auch als Netzanbindung für Offshore-Windparks fungieren.
Das Projekt wurde für den europäischen Zehnjahres-Netzentwicklungsplan eingereicht. In diesem Rahmen prüfen die Beteiligten die Auswirkungen auf den EU-Strombinnenmarkt, die Versorgungssicherheit und den Förderbedarf. Eine Entscheidung über das weitere Vorgehen soll Ende 2026 fallen.
50Hertz-CEO Stefan Kapferer sieht in dem Vorhaben die Chance, deutschem Markt Zugang zu zusätzlicher erneuerbarer Erzeugung zu verschaffen und zugleich die baltischen Strommärkte enger an den kontinentaleuropäischen Markt heranzuführen. Vertreter von AST und Litgrid betonen zudem die wachsende Rolle der Region als künftiger Stromexporteur und verweisen auf die Notwendigkeit, Exportrouten und Systemintegration frühzeitig zu planen.
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