Mittwoch, 1. April 2026

LaichingenÜbertragung von Flächenpooling auf Großbatteriespeicher

[01.04.2026] Die Stadt Laichingen überträgt das kommunale Flächenpooling erstmals auf den Bau eines Großbatteriespeichers. Das Verfahren soll Konflikte um Flächen und Pachterlöse lösen und Kommunen mehr Kontrolle über Speicherprojekte geben.

Für die Planung von Großbatteriespeichern verwendet die Stadt Laichingen jetzt mit dem Flächenpooling ein Verfahren, das bisher vornehmlich für den Bau von Windparks genutzt wurde.

(Bildquelle: 123rf)

Die Stadt Laichingen in Baden-Württemberg organisiert den Bau eines Großbatteriespeichers über ein kommunales Flächenpooling. Wie das Beratungsunternehmen endura kommunal berichtet, wendet die Kommune damit ein Verfahren aus der Windenergie erstmals auf Speicherprojekte an und beansprucht eine aktive Steuerungsrolle.

Großbatteriespeicher gelten als zentral für die Energiewende, weil sie Strom aus erneuerbaren Quellen zwischenspeichern und Netze stabilisieren. Gleichzeitig stehen viele Kommunen unter Druck: Projektentwickler fragen verstärkt Standorte in der Nähe von Umspannwerken an, während vor Ort oft Erfahrung und Fachwissen fehlen. Unterschiedliche Pachtangebote erhöhen das Konfliktpotenzial, zudem profitieren Kommunen nicht immer von den Erlösen, wenn eigene Flächen außen vor bleiben.

Laichingen reagierte darauf mit einem strukturierten Verfahren. „Deshalb haben wir uns von Anfang an für eine professionelle Begleitung entschieden“, sagt Robin Menholz, Leiter des Amts für Bauwesen, Umwelt und Stadtentwicklung. Die Stadt beauftragte endura kommunal, das Verfahren zu moderieren und die Auswahl eines Projektentwicklers vorzubereiten.

Kern des Ansatzes ist das Flächenpooling: Private und kommunale Eigentümer bündeln ihre Grundstücke und treten gemeinsam auf. Ziel ist, möglichst viele Beteiligte an den späteren Pachterlösen teilhaben zu lassen, unabhängig davon, ob ihre Fläche tatsächlich bebaut wird. Dieses gemeinsame Vorgehen stärkt die Verhandlungsposition gegenüber Investoren und erhöht die Realisierungschancen des Projekts.

Parallel dazu läuft ein Interessenbekundungsverfahren. Acht Angebote von Projektentwicklern liegen vor und werden derzeit von einer kommunalen Vergabegruppe ausgewertet. Kriterien sind neben wirtschaftlichen Aspekten auch ökologische Anforderungen, die die Pooling-Gemeinschaft festgelegt hat. Am Ende soll ein Vertrag stehen, der diese Vorgaben möglichst vollständig erfüllt. Der Netzanschluss des Großspeichers ist für das Jahr 2031 geplant.





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