SchwalbachGrüne Fernwärme bis 2045

Bürgermeister Alexander Immisch (zweiter von links) unterzeichnet im Rathaus Schwalbach gemeinsam mit Dirk Gerber von Süwag (dritter von links) und Oliver Menzel von maincubes (links) die Verträge zur künftigen Wärmeversorgung der Stadt.
(Bildquelle: Stadt Schwalbach)
Die Stadt Schwalbach hat ihre Wärmeversorgung neu geregelt. Wie aus einer Pressemitteilung der Stadt hervorgeht, unterzeichneten Bürgermeister Alexander Immisch sowie Vertreter der Unternehmen Süwag und maincubes entsprechende Verträge.
Kern ist ein Kooperationsvertrag zum Weiterbetrieb des Fernheizwerks. Ein Fernheizwerk ist eine zentrale Anlage, die Wärme erzeugt und über Leitungen an Haushalte und Betriebe verteilt. Der Vertrag sieht vor, die Technik zu modernisieren und das Netz auszubauen. Zudem soll die Versorgung bis 2045 ohne fossile Rohstoffe auskommen. Zu den fossilen Rohstoffen zählen etwa Kohle, Erdgas oder Öl.
Die Süwag will eigenen Angaben zufolge bis zu 22 Millionen Euro bis 2030 investieren. „Damit haben wir die intensiven Verhandlungen der letzten Monate zu einem guten Abschluss gebracht”, sagte Immisch laut Mitteilung. „Mit der Süwag und maincubes haben wir starke und zuverlässige Partner an unserer Seite, die sicherstellen, dass alle Bürgerinnen und Bürger sowie alle Gewerbetreibenden in der Limesstadt langfristig Zugang zu einer sicheren, verbraucherfreundlichen und klimaneutralen Wärmeversorgung erhalten.”
Dirk Gerber von der Süwag erklärte: „Wir sind stolz darauf, in Schwalbach weiterhin Verantwortung zu tragen und die Wärmeversorgung fit für die Zukunft zu machen.“
Abwärme aus Rechenzentrum
Parallel dazu schlossen die Süwag und die maincubes GmbH einen Vertrag über die Nutzung von Abwärme. Abwärme ist Wärme, die bei technischen Prozessen entsteht und sonst ungenutzt bliebe.
maincubes baut derzeit ein Rechenzentrum am Kronberger Hang. Rechenzentren speichern und verarbeiten große Mengen digitaler Daten. Dabei entsteht viel Wärme. Diese soll künftig in das Fernwärmenetz eingespeist werden.
Zu diesem Zweck plant Süwag eine Wärmepumpenstation auf dem Gelände des Rechenzentrums. Wärmepumpen heben die Temperatur der Abwärme an, sodass diese für Heizung und Warmwasser genutzt werden kann.
Oliver Menzel von maincubes sagte dazu: „Rechenzentren sind heute weit mehr als reine Datenhallen – sie können aktive Bausteine einer nachhaltigen Stadtentwicklung sein. Das Projekt in Schwalbach zeigt, wie durch starke Partnerschaften technologische Innovation und kommunale Wärmewende sinnvoll zusammengeführt werden können.“
Start ab 2028 geplant
Bis die Abwärme genutzt werden kann, wird es noch dauern. Die Süwag plant, im Oktober mit dem Bau einer Leitung zum Rechenzentrum zu beginnen. Im nächsten Jahr sollen weitere Anlagen entstehen. Dazu zählen eine Heizzentrale, große Wärmepumpen, Speicher und neue Leitungen. Die Inbetriebnahme des modernisierten Fernwärmenetzes ist für das Jahr 2028 geplant.
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