MünchenMieterstromprojekt in Betrieb genommen

1.000 Haushalte der Wohnanlage Max II können nun Solarstrom direkt vom eigenen Dach beziehen.
(Bildquelle: SWM/Manuel Übler)
In Neuhausen ist das leistungsstärkste Mieterstrom-Photovoltaikprojekt Münchens ans Netz gegangen. Wie die Stadtwerke München und das Wohnungsbaugesellschaft Münchner Wohnen mitteilen, können rund 1.000 Haushalte der Wohnanlage Max II nun Solarstrom direkt vom eigenen Dach beziehen.
Die Partner haben auf den Dächern des Quartiers 71 Photovoltaikanlagen installiert. Dafür belegen 4.600 Solarmodule eine Fläche von knapp eineinhalb Fußballfeldern. Die Gesamtleistung liegt bei rund 2,1 Megawatt peak. Pro Jahr erzeugen die Anlagen mehr als zwei Gigawattstunden erneuerbaren Strom. Damit erreicht das Projekt die Größenordnung eines kleinen bis mittleren Solarparks – mitten im verdichteten Stadtgebiet.
Der erzeugte Strom fließt im Mieterstrommodell direkt in die Gebäude und steht den Bewohnern als vergünstigtes Angebot zur Verfügung. Nach Angaben der Unternehmen liegt der Tarif mindestens zehn Prozent unter dem Grundversorgungspreis. Zusätzliche Netzkapazitäten braucht das Modell nicht, weil ein erheblicher Teil der Energie dort verbraucht wird, wo sie entsteht.
Für beide kommunalen Unternehmen markiert das Vorhaben einen wichtigen Schritt ihrer seit Mai 2025 vertieften Solar-Kooperation. Die Münchner Wohnen stellt Dächer bereit und bereitet die Gebäude technisch vor. Die Stadtwerke München übernehmen Planung, Bau und Betrieb der Photovoltaikanlagen. Ziel ist es, geeignete Dachflächen im städtischen Wohnungsbestand schneller für die Stromerzeugung zu erschließen.
Gabriele Meier, technische Geschäftsführerin von Münchner Wohnen, spricht von einem Projekt mit „ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Vorteilen“, das die CO2-Emissionen im Gebäudebestand senke und zugleich bezahlbare Energieangebote für Mieter schaffe. SWM-Geschäftsführerin Karin Thelen betont den Nutzen der Arbeitsteilung: Die Wohnungsbaugesellschaft liefere die Flächen, die Stadtwerke das technische Know-how für Ausbau und Betrieb. So könnten urbane Photovoltaikprojekte in deutlich größerem Maßstab umgesetzt werden.
Das Projekt Max II bleibt nicht das einzige gemeinsame Vorhaben. Nach Angaben der Partner befinden sich weitere Photovoltaikprojekte für mehr als 5.000 Wohnungen in Voruntersuchung, Planung oder bereits in der Umsetzung. Standorte liegen unter anderem erneut in Neuhausen sowie in Bogenhausen und Riem. Damit soll das Mieterstrommodell zu einem festen Baustein der Münchner Energiewende im Wohnungsbestand werden.
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