Mitnetz StromEinbindung der Bürgerinnen und Bürger in die Planung

Beim Bau einer neuen Hochspannungsleitung hat Mitnetz Strom jetzt die Bevölkerung in die Planung miteinbezogen.
(Bildquelle: Mitteldeutsche Netzgesellschaft Strom mbH)
Mitnetz Strom bindet Bürger frühzeitig in die Planung der neuen Hochspannungstransferleitung zwischen Herlasgrün und Silberstraße Teilprojekt 2 des Netzverbundes Zwickauer Land – Vogtland) ein. Wie das Unternehmen berichtet, soll ein umfassendes Akzeptanzmanagement Konflikte vermeiden und die Planung des Teilprojekts verbessern.
Nach Abschluss der Raumverträglichkeitsprüfung hatten Ende Mai und Anfang Juni 2026 gemeinsam mit den Kommunen Einwohnerversammlungen in Steinberg, Kirchberg und Crinitzberg stattgefunden. Dort informierte der Netzbetreiber über die Ergebnisse des Verfahrens und den Beginn der Feintrassierung. Ziel war es, Missverständnisse früh auszuräumen und Hinweise aus der Bevölkerung in die weitere Planung einzubeziehen.
Zu spät informiert
Andreas Franke, Leiter Projektmanagement Hochspannung in der Netzregion Südsachsen bei Mitnetz Strom, verweist auf Erfahrungen aus früheren Projekten. Damals seien Bürger oft erst sehr spät informiert worden. Das habe zu Protesten, Widerstand und teils auch zu Klagen geführt, die Bauvorhaben verzögerten. Heute investiere das Unternehmen bewusst mehr Zeit in die Kommunikation. „Wir haben aus Fehlern gelernt und investieren viel Zeit und Aufwand in die Informationen vorab“, sagt Franke.
Nach Angaben des Unternehmens läuft die Kommunikationsoffensive für das aktuelle Projekt bereits seit Mai 2022. Transparenz und Offenheit sollen Vertrauen schaffen und die Akzeptanz für den Netzausbau erhöhen. Die jüngsten Veranstaltungen wertet Franke als Erfolg. Alle Besucher hätten Fragen stellen und Antworten erhalten.
Seit 2026 begleiten zudem Mediatoren des Unternehmens Neuland Quartier den Prozess. Statt klassischer Frontalvorträge setzt das Konzept auf Diskussionsstationen mit Infotafeln und den direkten Austausch. „Wir wollen die Bürger schnell abholen, alle Fakten auf den Tisch legen und die Informationen regelmäßig aktualisieren, um die Menschen bei der Stange zu halten“, erläutert Mediator Ingo Seeligmüller.
Suche nach der geeignetsten Lösung
Während der Veranstaltungen stellte die Gutachterin Gabriele Hintemann vom Planungsunternehmen Plan T die Ergebnisse des Raumordnungsverfahrens vor. Demnach gingen rund 60 Einwendungen ein. Aus drei möglichen Varianten erwies sich Korridor 1 als die geeignetste Lösung. Die Bewertung berücksichtigte unter anderem Auswirkungen auf Menschen, Umwelt, Tiere und wirtschaftliche Belange. Einen vollständig konfliktfreien Verlauf gebe es allerdings nicht.
Das Interesse in den betroffenen Gemeinden war groß. Je nach Veranstaltungsort nahmen zwischen 30 und 45 Bürger teil. Besonders in Crinitzberg mussten zusätzliche Sitzplätze bereitgestellt werden. Trotz einzelner emotionaler Momente blieb die Diskussion nach Angaben von Mitnetz Strom überwiegend sachlich.
Ein zentrales Anliegen des Netzbetreibers war es, über den aktuellen Planungsstand aufzuklären. Viele Bürger gingen davon aus, dass der genaue Trassenverlauf bereits feststehe. Tatsächlich beginnt die Feinplanung erst jetzt. Innerhalb des bis zu 600 Meter breiten Korridors soll die aus Sicht des Unternehmens widerstandsärmste Trasse gefunden werden.
Bevölkerung als wichtige Informationsquelle
Für die Planer ist die Beteiligung der Bevölkerung zugleich eine wichtige Informationsquelle. Anwohner liefern Hinweise zur Bodenbeschaffenheit, Vegetation, Nutzung von Wegen oder zur Bebauung vor Ort. Diese Kenntnisse fließen in die weitere Planung ein und stehen den Fachplanern bislang nicht vollständig zur Verfügung.
Gleichzeitig mussten die Verantwortlichen Erwartungen begrenzen. Die Bürger könnten zwar Hinweise geben, die endgültige Trassenführung bleibe aber Aufgabe der Fachplaner und müsse den gesetzlichen Vorgaben entsprechen. Dennoch bewertet Mitnetz Strom den intensiven Austausch positiv. Nach Einschätzung des Unternehmens honorieren die Bürger, dass ihre Anliegen frühzeitig aufgenommen und ernst genommen werden.
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