Dienstag, 17. März 2026

Kreis Paderborn150 Prozent Erneuerbare

[02.02.2023] Die Agentur für Erneuerbare Energien zeichnet den Kreis Paderborn im Januar 2023 als Energie-Kommune des Monats aus. Dazu beigetragen hat auch ein Anteil von 150 Prozent erneuerbarem Strom.
Windpark in Bad Wünneberg im Süden des Landkreises Paderborn.

Windpark in Bad Wünneberg im Süden des Landkreises Paderborn.

(Bildquelle: Kreis Paderborn)

Bereits seit dem Jahr 2018 versorgt sich der Kreis Paderborn zu 100 Prozent mit erneuerbarem Strom. Heute liegt der Anteil bei 150 Prozent, bald könnte er zur Produktion von grünem Wasserstoff genutzt werden. Der Kreis Paderborn ist der einzige Kreis in Nordrhein-Westfalen, der seinen Strombedarf aus erneuerbaren Energien selbst deckt. Möglich wird der hohe Anteil an klimafreundlichem Strom durch den stetigen Ausbau der Windenergie im Kreisgebiet: Heute erzeugen Windkraftanlagen zuverlässig rund 80 Prozent des Stroms.

Hohe Akzeptanz durch Bürgerbeteiligung

Durch die Beteiligung der Bürger genießt die Windenergie vor Ort eine hohe Akzeptanz. Einzig die nach wie vor bürokratische Projektierung der Anlagen steht einem beschleunigten Ausbau im Wege. „Flächenpacht, Gewerbesteuereinnahmen und Beteiligungsmodelle schaffen regionale Wertschöpfung und fördern indirekt die Akzeptanz von Windenergieanlagen“, sagt Robert Brandt, Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien, die den Kreis Paderborn im Januar 2023 als Energiekommune des Monats ausgezeichnet hat. „Schlechte Kommunikation und verpasste Bürgerbeteiligung bremsen dagegen die Energiewende aus.“ Der Kreis Paderborn und engagierte Unternehmer zeigen vorbildlich, wie man den Ausbau der Windenergie und regionale Akzeptanz zusammenbringen kann.

CO2-Emissionen reduziert

Im Vergleich zu 1990 konnte der Kreis Paderborn seine CO2-Emissionen um 39 Prozent reduzieren. Maßgeblich dazu beigetragen hat der Ausbau der erneuerbaren Energien. Zum Vergleich: Im Jahr 2011 wurden im Kreisgebiet 750 Megawattstunden regenerativer Strom pro Jahr erzeugt, bis 2018 konnte die Produktion auf 2.600 Megawattstunden pro Jahr gesteigert werden. Erreicht wurde dieser Erfolg zum einen durch den ständigen Informationsaustausch des Kreises mit seinen Kommunen und Nachbarlandkreisen: Funktionierende Konzepte konnten so schnell übertragen und Synergien genutzt werden.
Zum anderen spielt aber auch das Engagement der Paderborner eine wichtige Rolle. Projekte werden möglichst bürgernah geplant und erwirtschaftete Erträge im Kreis reinvestiert. So fließen über die kreisunabhängige Energiestiftung Sintfeld jährlich rund 180.000 Euro in das regionale Vereinsleben. Diese stammen aus den Gewinnen des Windparks im kreisangehörigen Bad Wünneberg. Auch die ansässigen Unternehmen profitieren von den günstigen Stromtarifen, gerade in Zeiten energiepolitischer Unsicherheiten. Das schafft Vertrauen und Akzeptanz für die Energiewende.

Grüner Wasserstoff aus der Alten Schanze

Darüber hinaus beteiligt sich der Kreis mit dem Projekt „HyDrive OWL“ am Aufbau einer Wasserstoffinfrastruktur in der Region Ostwestfalen-Lippe. Das vom Bundesministerium für Digitales und Verkehr geförderte Projekt untersucht derzeit die technische und wirtschaftliche Machbarkeit einer nachhaltigen Wasserstoffproduktion entlang der gesamten Wertschöpfungskette in der Region. Der Kreis setzt aber noch weitere Projekte in diesem Bereich um. 2022 hat der Kreis eine Kooperationsvereinbarung zur Produktion von grünem Wasserstoff auf dem Gelände des Entsorgungszentrums Alte Schanze unterzeichnet. Dort soll zukünftig grüner Wasserstoff produziert werden.





Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Klimaschutz

Düsseldorf: Energie-Kommune dank Wärme- und Verkehrswende

[11.03.2026] Die Stadt Düsseldorf möchte ihre Treibhausgasemissionen deutlich reduzieren. Dabei spielen Fachkräfte, die Wärmewende und neue Mobilitätsangebote eine zentrale Rolle. Für ihr Engagement wurde die Stadt nun von der AEE zur Energiekommune des Monats Februar gekürt. mehr...

Rheinland-Pfalz: Ein Drittel ist mit Wärmeplanung fertig

[10.03.2026] Rund ein Drittel der Kommunen in Rheinland-Pfalz hat die gesetzlich vorgeschriebene kommunale Wärmeplanung bereits abgeschlossen. Die Pläne sollen den Weg zu einer treibhausgasneutralen Wärmeversorgung weisen und entscheiden mit darüber, wo künftig Wärmenetze entstehen oder dezentrale Lösungen dominieren. mehr...

AEE: Greifswald ist Energie-Kommune 2025

[02.03.2026] Die Stadt Greifswald hat die bundesweite Abstimmung zur „Energie-Kommune des Jahres 2025” gewonnen. Dies teilte die Agentur für erneuerbare Energien mit. 42,3 Prozent der Stimmen entfielen auf die Universitäts- und Hansestadt. mehr...

Region Mitte Niedersachsen: Förderung dreier Klimaschutz-Projekte

[02.03.2026] Die Zukunftsregion Mitte Niedersachsen fördert drei Projekte zu Mikrowärmenetzen, energetischer Sanierung und Abfallpädagogik mit rund 540.000 Euro. Die Bescheide übergab Landesbeauftragter Ottmar von Holtz in Rehburg-Loccum und setzte damit ein Signal für die interkommunale Zusammenarbeit in Klimaschutz und Kreislaufwirtschaft. mehr...

bericht

Würzburg: Fahrplan zur ­Klimaneutralität

[23.02.2026] Bis 2028 soll die Stadtverwaltung Würzburg treibhausgasneutral werden. Dabei stützt sie sich unter anderem auf einen kapazitätsoptimierten Sanierungsfahrplan für städtische Liegenschaften. mehr...

Anklam: Bioenergie-Cluster und H2-Kraftwerk

[17.02.2026] Die Hansestadt Anklam setzt auf Bioenergie, Wasserstoff und kommunale Wärmeplanung. Im Mittelpunkt stehen zwei Projekte: das Innovationsbündnis biogeniV und ein geplantes Verbundkraftwerk. Das Ziel ist Klimaneutralität bis 2040. mehr...

Mannheim: Phosphorrecyclinganlage in Betrieb gegangen

[16.02.2026] MVV Energie hat in Mannheim eine Phosphorrecyclinganlage in ihre bestehende Abfallverbrennung integriert. Damit gewinnt das Unternehmen aus Klärschlamm bis zu 90 Prozent des enthaltenen Phosphors zurück und stärkt die regionale Kreislaufwirtschaft in Baden-Württemberg. mehr...

Kreis Nienburg: Land fördert modulare Thermolyseanlage

[13.02.2026] Niedersachsen fördert den Bau einer modularen Thermolyseanlage des Unternehmens Waste2Value im Landkreis Nienburg mit 6,05 Millionen Euro. Die Anlage soll schwer recycelbare Kunststoffe chemisch verwerten, 27 Arbeitsplätze schaffen und den Strukturwandel in der Region vorantreiben. mehr...

bericht

Klimamanagement: Software und Beratung aus einer Hand

[11.02.2026] Der IT-Dienstleister regio iT unterstützt Kommunen mit einem modularen Lösungspaket bei Klimaschutz- und Klimaanpassungsstrategien. Es handelt sich um eine synergetische Kombination aus IT-gestütztem Datenmanagement, strategischer Beratung und effizienter Beschaffung. mehr...

Hessischer Staatspreis Energie 2026: Bewerbungsphase gestartet

[11.02.2026] In Hessen hat die Bewerbungsphase für den Staatspreis Energie 2026 begonnen. Bis Ende April können Projekte eingereicht werden, die zu einer sicheren, klimafreundlichen und bezahlbaren Energieversorgung beitragen. mehr...

Trianel: evm entwickelt Strategie für erneuerbare Stromversorgung

[09.02.2026] Die Energieversorgung Mittelrhein entwickelt mit Trianel eine Gesamtportfoliostrategie für eine vollständig erneuerbare Stromversorgung. Ziel ist es, Planung, Betrieb und Vermarktung so zu verzahnen, dass Klimaziele, Wirtschaftlichkeit und Marktrisiken zusammenpassen. mehr...

Baden-Württemberg: Klimaschutz-Programm reaktiviert

[04.02.2026] Kommunen in Baden-Württemberg können wieder Förderanträge für Beratungs- und Begleitmaßnahmen zur energetischen Sanierung öffentlicher Gebäude stellen. Das Land reaktiviert dafür den zweiten Teil des Programms Klimaschutz-Plus und ergänzt die bereits laufende Investitionsförderung. mehr...

Energie-Kommune des Jahres: Drei Finalisten stehen fest

[04.02.2026] Greifswald, der Landkreis Regensburg und Schwalmtal stehen im Finale um den Titel „Energie-Kommune des Jahres 2025“. Die Entscheidung fällt am 26. Februar bei einer digitalen Auszeichnungsveranstaltung nach öffentlicher Abstimmung. mehr...

Hamburg: Forschungsgebäude für Energiewende geplant

[03.02.2026] Die Freie und Hansestadt Hamburg plant am Energie-Campus der HAW Hamburg ein neues Forschungsgebäude für die Energiewende. Rund 20 Millionen Euro fließen in Labore, Büros und einen Showroom für Zukunftstechnologien, der 2028 in Betrieb gehen soll. mehr...

Rheinland-Pfalz: Ausbau der Erneuerbaren nimmt zu

[27.01.2026] Der Ausbau der erneuerbaren Energien in Rheinland-Pfalz hat 2025 deutlich zugelegt, insbesondere bei Windenergie-Genehmigungen und Photovoltaik-Zubau. Nach Angaben des Klimaschutzministeriums sieht sich das Land damit auf Kurs in Richtung Klimaneutralität bis 2040. mehr...