Samstag, 8. August 2026

IREN2Blackout gewünscht

[04.09.2017] Erst der Blackout. Danach fährt ein autarkes, nur von Erneuerbare-Energien-Anlagen gespeistes Stromnetz wieder hoch. Ein solcher Inselbetrieb ist Forschern jetzt erstmals im Rahmen des Forschungsprojekts IREN2 gelungen.
Die Projektpartner des Forschungsprojektes IREN2 konnten erstmals ein Inselnetz nur mithilfe Erneuerbarer-Energien-Anlagen betreiben.

Die Projektpartner des Forschungsprojektes IREN2 konnten erstmals ein Inselnetz nur mithilfe Erneuerbarer-Energien-Anlagen betreiben.

(Bildquelle: Siemens AG)

Im Rahmen des Forschungsprojekts IREN2 ist es im bayerischen Wildpoldsried erstmals gelungen, ein Inselnetz nur mithilfe erneuerbarer Energieerzeugung zu betreiben. Wie das Allgäuer Überlandwerk (AÜW) meldet, handelt es sich um den ersten Microgrid-Test außerhalb einer Laborumgebung mit realen Kundenanschlüssen. Konsortialpartner von IREN2 sind die Unternehmen Siemens, AÜW, AllgäuNetz (Projektleitung), ID.KOM, RWTH Aachen und die Hochschule Kempten.
Für den Test wurde zunächst ein Blackout simuliert, indem ein Teil des Niederspannungsnetzes vom öffentlichen Stromnetz abgetrennt und stromlos gelegt wurde. Anschließend wurde der so genannte Schwarzstart dieses Inselnetzes getestet. Das Ergebnis: Das abgekoppelte Stromnetz konnte mittels der integrierten dezentralen Erzeugungs- und Speicheranlagen wieder hochgefahren werden, in den Regelbetrieb übergehen und sich selbstständig stabilisieren. Die Abkopplung hatte keinerlei Auswirkungen auf die integrierten Haushaltsanschlüsse.
Wie AÜW meldet, bedeutet dies, dass Inselnetze getrennt vom großen Netz betrieben werden können. Sollte es also im Hauptnetz zu einer Störung kommen, ist es möglich, Teilnetze davon abzukoppeln und autark zu betreiben. Michael Lucke, Geschäftsführer des Allgäuer Überlandwerks, kommentiert: „Das Ergebnis ist ein wichtiger Meilenstein. Es zeigt uns, dass Microgrids künftig helfen werden, eine stabile und sichere Stromversorgung im Netz zu ermöglichen – sie sind ein Baustein für das Gelingen der Energiewende in Deutschland, aber auch in der ganzen Welt.“
So könnten Inselnetze bei einem weiteren Anstieg erneuerbarer Energien künftig einen wichtigen Beitrag zur Aufrechterhaltung der Versorgungssicherheit leisten. Sie könnten aber auch im Falle von Störungen, beispielsweise verursacht durch ein Unwetter, einspringen. Die Konsortialpartner von IREN2 sind sich zumindest einig, dass die Stromnetze künftig zellularer und unabhängig voneinander funktionieren müssen. Sie sollen außerdem stärker miteinander kommunizieren und je nach Netzbelastung reagieren.
Der Versuch baut auf dem Forschungsprojekt IRENE (Integration regenerativer Energien und Elektromobilität) auf, das Ende 2013 nach dreijähriger Laufzeit abgeschlossen wurde. Im Rahmen von IRENE wurde ein Smart Grid im Allgäu aufgebaut und erprobt, welches die Grundlage für den Inselnetzbetrieb bildet.





Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Netze | Smart Grid

evu+: Online-Karte bietet Überblick über Stromverteilnetze

[06.08.2026] Eine neue Online-Karte zeigt die Stromnetzbetreiber in Deutschland und ihre angeschlossenen Erzeugungsanlagen sowie Batteriespeicher. Die Übersicht soll die Rolle der Verteilnetzbetreiber für Energiewende und Versorgungssicherheit anhand öffentlicher Daten sichtbar machen. mehr...

Mitnetz Strom: Investitionen in das Stromnetz in Brandenburg

[03.08.2026] Mitnetz Strom investiert 2026 rund 119 Millionen Euro in den Ausbau und die Modernisierung des Stromnetzes in Brandenburg. Die Vorhaben sollen zusätzliche Netzkapazitäten für erneuerbare Energien schaffen und die Versorgungssicherheit in mehreren Regionen stärken. mehr...

Bundesnetzagentur: Kar­te zur Ver­sor­gungs­qua­li­tät der Verteilernetzbetreiber veröffentlicht

[28.07.2026] Die Bundesnetzagentur hat eine Deutschlandkarte zur Versorgungsqualität der Stromverteilernetzbetreiber veröffentlicht. Sie macht Unterschiede bei Netzanschlüssen, Digitalisierung und Versorgungszuverlässigkeit sichtbar und soll den Wettbewerb um leistungsfähigere Netze fördern. mehr...

Hager: NH-Sicherungslastschaltleisten überarbeitet

[24.07.2026] Hager hat seine NH-Sicherungslastschaltleisten für 185-Millimeter-Sammelschienensysteme grundlegend überarbeitet. Die neue Baureihe soll die Sicherheit in Niederspannungsverteilungen erhöhen und zugleich Wartung, Überwachung und Montage erleichtern. mehr...

Stadtwerke Fellbach: Pilotprojekt zu dynamischen Zwillingen

[23.07.2026] Smight und retoflow entwickeln gemeinsam einen dynamischen Zwilling für Niederspannungsnetze. Das Pilotprojekt bei den Stadtwerken Fellbach zeigt, wie sich Mess- und Netzdaten innerhalb kurzer Zeit zu einem Modell für Planung und Netzbetrieb verknüpfen lassen. mehr...

Mitnetz Strom: Anschluss von Rechenzentrum

[21.07.2026] Mitnetz Strom schließt in Lübbenau das bislang größte Rechenzentrum seines Netzgebiets an das 110-Kilovolt-Hochspannungsnetz an. Das Projekt steht für den stark wachsenden Strombedarf von Rechenzentren und zeigt, wie sich die Anforderungen an die Verteilnetze im Zuge der Energiewende verändern. mehr...

Berlin: Umspannwerke ohne Treibhausgas

[17.07.2026] Stromnetz Berlin lässt zwei neue 110-Kilovolt-Umspannwerke in Wittenau und Neukölln errichten. Dabei kommen dabei SF₆-freie gasisolierte Schaltanlagen zum Einsatz. Die Projekte sollen die Netzinfrastruktur der Hauptstadt modernisieren und die Stromversorgung absichern. mehr...

Wiesbaden: Umspannwerk für die City

[16.07.2026] Die Stadtwerke Wiesbaden Netz haben mit dem Bau eines neuen Umspannwerks begonnen. Das Unternehmen investiert nach eigenen Angaben 39 Millionen Euro in das Projekt, das Anfang 2031 in Betrieb gehen soll. mehr...

TenneT: Ostbayernring vollständig in Betrieb

[15.07.2026] Die Höchstspannungsleitung Ostbayernring ist auf ihrer gesamten Länge von rund 185 Kilometern in Betrieb gegangen. Die Leitung erhöht die Transportkapazität für Strom und soll die Integration erneuerbarer Energien sowie die Versorgungssicherheit verbessern. mehr...

Thüga: Regler für mehr Solarstrom im Netz

[01.07.2026] Ein Pilotprojekt in Thüringen erprobt eine neue Technologie zur besseren Nutzung bestehender Stromnetze. Nach Angaben der Thüga kann ein neuer Mittelspannungslängsregler die Aufnahme von Photovoltaik-Strom deutlich erhöhen und so den Ausbau erneuerbarer Energien beschleunigen. mehr...

Ein Techniker installiert ein intelligentes Messsystem (Smart Meter) in einem Stromzählerkasten. Das digitale Messgerät mit Kommunikationsmodul wird in die bestehende Strominfrastruktur eingebaut und ermöglicht die automatische Erfassung und Übermittlung von Verbrauchsdaten.

Stadtwerke Düsseldorf / EnBW: Kooperation für intelligente Stromnetze

[22.06.2026] Die Stadtwerke Düsseldorf und EnBW Utility Services bauen ihre Zusammenarbeit bei intelligenten Messsystemen aus. Künftig umfasst die Partnerschaft auch das sogenannte CLS-Management zur Steuerung dezentraler Energieanlagen. mehr...

Zwei Monteure in orangefarbener Schutzkleidung steigen an einem Hochspannungsmast aus Stahl empor. Im Hintergrund sind Stromleitungen vor blauem Himmel mit wenigen Wolken zu sehen.

BDEW: Schnellere Genehmigungen für den Netzausbau

[19.06.2026] Der BDEW hat Vorschläge zur Beschleunigung des Stromnetzausbaus vorgelegt. Nach Angaben des Verbands könnten Änderungen im Energiewirtschaftsgesetz und im Infrastruktur-Zukunftsgesetz dazu beitragen, Planungs- und Genehmigungsverfahren zu verkürzen. Im Fokus stehen Vereinfachungen bei der Modernisierung bestehender Netze und bei Genehmigungsprozessen. mehr...

bne: Studie verweist auf Rekordrenditen bei VNB

[18.06.2026] Eine Analyse des Bundesverbands Neue Energiewirtschaft zeigt Rekordrenditen bei Deutschlands größten Verteilnetzbetreibern. Gleichzeitig verschärfen sich die Probleme beim Netzausbau und bei neuen Netzanschlüssen für die Energiewende. mehr...

TransnetBW/EWE Netz: Energiewende-App bald in Niedersachsen verfügbar

[18.06.2026] Die Energiewende-App StromGedacht wird künftig auch im Netzgebiet von EWE Netz in Niedersachsen verfügbar sein. Die Kooperation mit TransnetBW erweitert das Konzept netzdienlichen Verbrauchs erstmals auf ein großes Verteilnetz und soll Verbraucher stärker in die Netzstabilisierung einbinden. mehr...

Mitnetz Strom: Einbindung der Bürgerinnen und Bürger in die Planung

[16.06.2026] Mitnetz Strom setzt beim Bau einer neuen Hochspannungsleitung auf einen frühen und intensiven Dialog mit den Bürgern. Der Netzbetreiber will Konflikte vermeiden, die Feinplanung verbessern und Akzeptanz für den Ausbau der Energieinfrastruktur schaffen. mehr...