Montag, 11. Mai 2026

StudieBlockchain verändert die Energiewelt

[11.12.2018] Laut einer aktuellen Detecon-Studie glauben 80 Prozent der befragten Energieversorgungsunternehmen, dass die Blockchain die Energiewirtschaft verändern wird. Allerdings werde es noch mindestens zwei Jahre dauern, bis die Technologie die dazu nötige Marktreife erreicht.

Der Umstieg auf regenerative Stromerzeugung, verbunden mit einer dezentralisierten Energieproduktion sowie die Digitalisierung stellen Energieversorgungsunternehmen (EVU) vor große Herausforderungen. Ob die Blockchain-Technologie vor diesem Hintergrund die Chance bietet, den Energiemarkt disruptiv zu verändern, wollte das Management- und Technologieberatungsunternehmen Detecon wissen und hat dazu 65 Vertreter von EVU aus Deutschland, Österreich und der Schweiz befragt. Ergebnis: 46 Prozent der befragten Unternehmen beschäftigen sich bereits mit Maßnahmen, die den Einsatz von Blockchain-Technologien vorbereiten; knapp 80 Prozent glauben, dass Blockchain die Energiewirtschaft verändern wird. Allerdings war die Hälfte der Umfrageteilnehmer der Ansicht, dass es mindestens noch zwei Jahre dauern werde, bis die Technologie die nötige Marktreife erreicht.
Im Wesentlichen getrieben wird die Relevanz der Blockchain in der Energiewirtschaft durch intelligente Stromzähler (Smart Meter) und das Internet der Dinge. Dem haben laut Detecon mehr als 80 Prozent aller Befragten zugestimmt. Zudem werde die Technologie neue Geschäftsmodelle unterstützen – vor allem in den Bereichen E-Mobilität und Nachbarschaftsmodelle, so genannte Microgrids. Hier können zum Beispiel Prosumer selbst erzeugten Solarstrom untereinander handeln. Eine mögliche Anwendungsform bieten große Peer-to-Peer Handelsplattformen, über die EVU Stromgroßhandel ohne Intermediär betreiben.
Wie Detecon weiter berichtet, zeigten sich zudem knapp 70 Prozent der Befragten überzeugt, dass die Blockchain den Aufbau der Lade-Infrastruktur für E-Mobilität unterstützen könne. Ein bereits eingesetzter Anwendungsfall seien Smart Contracts, die den Abrechnungs- und Bezahlprozess beim Aufladen und Nutzen von Lade-Infrastruktur revolutionieren und damit die Prozesse des Anbieters zwischen Laden und Bezahlen deutlich effizienter und günstiger gestalten.
Darüber hinaus kann die Blockchain zur Stabilisierung des Stromnetzbetriebs und damit zur Versorgungssicherheit und -qualität beitragen. So wendet ein niederländischer Netzbetreiber nach Angaben von Detecon die Blockchain bereits für sein Engpass-Management an. Auf Basis vernetzter Heimspeicher und Ladestationen von Elektrofahrzeugen greift der Netzbetreiber mittels Blockchain je nach Netzsituation flexibel auf dezentrale Kapazitäten zu, was der Nutzung eines virtuellen Kraftwerks gleichkommt.
„Blockchain hat das Potenzial, die Beziehungen der Marktteilnehmer auf den Kopf zu stellen. Erzeuger und Verbraucher interagieren direkt miteinander, was den Energiehandel und -vertrieb komplett verändern wird“, fasst Rüdiger Schulze, Partner bei Detecon zusammen. So werden laut Studie der Handel und der Vertrieb an Bedeutung verlieren. „Wir empfehlen den EVU, Blockchains zunächst in einem geschützten Raum zu pilotieren“ so Schulze weiter. „Denn die Einführung der Blockchain stellt Unternehmen vor große technische und organisatorische Herausforderungen. Ein Pilot hilft, die Technologie zu verstehen und sorgt innerhalb der Organisation für Akzeptanz.“





Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Informationstechnik

ASEW: Plattform für IoT-Angebote

[29.04.2026] Eine Informationsplattform für Anwendungen des Internet of Things soll kommunale Unternehmen, Betriebe und öffentliche Einrichtungen über bestehende Angebote informieren. Das Projekt mehrerer Stadtwerke wird von der ASEW koordiniert. mehr...

Computergenerierte Ansicht eines umzäunten Umspannwerks mit zahlreichen Strommasten, Schaltanlagen und zwei Betriebsgebäuden in ländlicher Umgebung. Im Hintergrund sind Felder, Waldflächen und mehrere Windräder zu sehen. Oben rechts liegt ein türkisfarbenes Logo über dem Bild.

Siemens: Security-Dienst für Energie und Infrastruktur

[23.04.2026] Siemens Smart Infrastructure hat einen neuen Sicherheitsdienst für Energieversorger, Industrieunternehmen sowie Betreiber Kritischer Infrastrukturen vorgestellt. Die Lösung soll Cyber-Angriffe schneller erkennen und den Betrieb digitalisierter Anlagen absichern. Der erste Kunde in Deutschland sind die Hertener Stadtwerke. mehr...

interview

Interview: Ende-zu-Ende gut, alles gut

[23.04.2026] Anstatt eine Vielzahl an Einzeltools anzubieten, versteht sich die Lösungsplattform GY der Wilken Software Group als eine Art integriertes Betriebssystem. Im Interview mit stadt+werk erläutert Tobias Mann, Chief Customer Officer (CCO) der Wilken Software Group, wie GY Prozesse in der Energiewirtschaft zukunftsfähig organisiert. mehr...

Frankfurt (Oder): Stadtwerke setzen auf Echtzeit-Steuerung

[15.04.2026] Die Stadtwerke Frankfurt (Oder) treiben die digitale Optimierung ihrer Energieanlagen voran. In Zusammenarbeit mit Data Cybernetics soll eine Software den Betrieb flexibler und wirtschaftlicher gestalten. Das Ziel ist eine automatisierte Steuerung in Echtzeit. mehr...

Collage zu Energieversorgung mit Heizungsregler, Wasserhahn, Stecker, Windrädern, Strommasten und Telekom- sowie Thüga-Logo.

Thüga: KI-Rahmenvertrag mit der Telekom

[15.04.2026] Das Stadtwerke-Netzwerk Thüga setzt auf KI-Anwendungen der Deutschen Telekom. Die Systeme sollen kommunale Energie- und Wasserdienstleister bei Standardaufgaben unterstützen. Nach Angaben der Unternehmen erfolgt die Datenverarbeitung ausschließlich im europäischen Rechtsraum. mehr...

Smight: Stromversorgung Greding führt Echtzeit-Monitoring ein

[08.04.2026] Die Stromversorgung Greding führt Echtzeit-Monitoring in ihren Ortsnetzstationen ein und digitalisiert damit ihr Verteilnetz. Der Schritt soll den Netzbetrieb angesichts wachsender Einspeisung und Lasten präziser steuern und gezieltere Investitionen ermöglichen. mehr...

rku․it: Fünf Energieversorger steigen auf Plattform um

[31.03.2026] Das Unternehmen rku․it bringt fünf Energieversorger gleichzeitig auf seine Plattform NextGen in den Produktivbetrieb. Der koordinierte Parallel-Go-live zeigt, wie skalierbar integrierte Cloud-Lösungen in der Energiewirtschaft heute umgesetzt werden können. mehr...

EWE: Eigenes SOC für IT- und OT-Systeme

[25.03.2026] Der Energie- und Telekommunikationskonzern EWE baut seine Cyber-Abwehr mit einem eigenen Security Operations Center für IT- und OT-Systeme aus. Das Angebot richtet sich bundesweit an Unternehmen und KRITIS-Betreiber und reagiert auf steigende Anforderungen durch NIS2, KI-gestützte Angriffe und komplexe Cloud-Umgebungen. mehr...

Advertorial: Forderungsmanagement auslagern

[19.03.2026] Der Fachkräftemangel zwingt Energieversorger zum Umdenken. Gleichzeitig steigen die Anforderungen im Forderungsmanagement. Die Lösung: Ein spezialisierter Partner übernimmt die komplette Zahlungsabwicklung – von der ersten Buchung bis zum Inkasso. mehr...

beegy: EEBUS-Zertifikat erhalten

[19.03.2026] Das Heim-Energiemanagementsystem von beegy ist nach dem herstellerübergreifenden EEBUS-Standard zertifiziert. Damit erfüllt die Lösung zentrale Vorgaben für interoperables Energiemanagement und wird für Energieversorger im Prosumer-Markt unmittelbar einsetzbar. mehr...

kraftwerk Software Gruppe: Energieversorger wechseln auf cloudbasierte Plattform

[18.03.2026] Die Stromversorgung Greding und die Stadtwerke Hemau stellen ihre IT-Landschaft gemeinsam auf eine cloudbasierte Plattform um. Das Projekt soll Prozesse vereinheitlichen, Synergien heben und den Weg für weitere Digitalisierungsschritte ebnen. mehr...

Stadtwerke Lübeck: Erstes eigenes Rechenzentrum in Betrieb genommen

[13.03.2026] Die Stadtwerke Lübeck haben ihr erstes eigenes Rechenzentrum in Betrieb genommen, das sensible Daten künftig direkt vor Ort verarbeitet und speichert. Das Projekt soll die digitale Souveränität der Region stärken – und stößt schon zum Start auf große Nachfrage. mehr...

Nexiga: Plattform analysiert Strommarkt-Dynamiken

[05.03.2026] Das Unternehmen Nexiga bringt mit dem Hellbrise Monitor eine neue Datenplattform zur Analyse von Strommarkt-Dynamiken an den Start. Das Tool soll Einspeisespitzen, negative Preise und strukturelle Risiken der Energiewende transparent machen und richtet sich an Versorger, Netzbetreiber, Forschung und Politik. mehr...

VertiGIS: Vorarlberger Energienetze erneuert Geo-Informationssystem

[04.03.2026] Das Unternehmen Vorarlberger Energienetze stellt sein Geo-Informationssystem auf die dritte Generation um und setzt dabei auf Technologie von VertiGIS. Der Wechsel ist wegen des auslaufenden Altsystems bis 2028 zwingend und betrifft Datenqualität, Netzbetrieb und künftige KI-Anwendungen gleichermaßen. mehr...

Mitarbeiterin im Kundenzentrum der evm mit Headset vor zwei Monitoren im Büro, im Hintergrund eine gelbe Wand mit evm-Logo.

evm: KI-Chatbot entlastet Kundenservice

[03.03.2026] Das kommunale Unternehmen Energieversorgung Mittelrhein (evm) zieht eine Zwischenbilanz zum Einsatz seines KI-Chatbots Eva. Demnach wurden allein im Jahr 2025 mehr als 40.000 Gespräche geführt. mehr...