Montag, 19. Januar 2026

Baden-WürttembergBollwerk gegen Windkraft wankt

[20.08.2014] Die baden-württembergische Landesregierung sieht den Ausbau der Windenergie auf einem gutem Weg. In den vergangenen Monaten wurden 45 Anlagen genehmigt, über 250 weitere Anträge liegen vor.
Franz Untersteller: Beim Ausbau von Windkraft gibt es insbesondere auf kommunaler Ebene Klärungsbedarf bei natur- und artenschutzrechtlichen Fragestellungen.

Franz Untersteller: Beim Ausbau von Windkraft gibt es insbesondere auf kommunaler Ebene Klärungsbedarf bei natur- und artenschutzrechtlichen Fragestellungen.

(Bildquelle: Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg)

In Baden-Württemberg kommt die Planung neuer Windparks voran. Nach Angaben von Umweltminister Franz Untersteller (Bündnis 90 / Die Grünen) wurden insgesamt 45 Anlagen genehmigt und könnten in den kommenden Monaten gebaut werden. Weitere 264 Anlagen seien noch im Genehmigungsverfahren. Die mit Abstand meisten Anträge und Voranfragen seien im Regierungsbezirk Stuttgart (Genehmigungsanträge für 189 Windenergieanlagen und Voranfragen für 90 Windenergieanlagen) zu verzeichnen, was sich im Wesentlichen auf die Aktivitäten in den Landkreisen Main-Tauber-Kreis, Ostalbkreis, Heidenheim, Heilbronn und Schwäbisch Hall zurückführen lasse. Im Regierungsbezirk Freiburg lägen Anträge für 44 Windenergieanlagen, im Regierungsbezirk Tübingen Anträge für 17 und im Regierungsbezirk Karlsruhe Anträge für 14 Windenergieanlagen vor. Derzeit werden in Baden-Württemberg laut Umweltministerium rund 400 Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von etwa 550 Megawatt betrieben. Das Land strebt bis zum Jahr 2020 einen Anteil der Windkraft von zehn Prozent an der gesamten Stromerzeugung an.
Bei der Vorstellung der aktuellen Ausbauzahlen für die Windkraft in Baden-Württemberg sagte Untersteller: „Wir sind immer noch dabei, das über viele Jahre fest zementierte Bollwerk gegen die Windkraft abzubauen. Die neuen Zahlen sind jedoch sehr ermutigende Signale, dass der Umsetzungsprozess für die klimaschonende und kostengünstige Windenergie voranschreitet.“ Nach wie vor gebe es insbesondere auf kommunaler Ebene Klärungsbedarf bei natur- und artenschutzrechtlichen Fragestellungen, räumte der Umweltminister ein. Das von der schwarz-gelben Vorgängerregierung in diesem Bereich hinterlassene Informationsdefizit abzubauen, habe sich als echte Herkulesaufgabe erwiesen.





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