BodenseeBürgerinteresse entscheidet über Projekterfolg
Wie das Unternehmen Seewärme Meersburg mitteilt, ist das eigene Projekt zur Nutzung von Seethermie für die Wärmeversorgung der Stadt auf gutem Weg. Beim Energiepolitischen Dialog der Bodenseeanrainer stellte Marius Wöhler, Bereichsleiter Energiesysteme beim Stadtwerk am See, die Pläne vor. Kernidee ist, Bodenseewasser zur Versorgung von Wärmepumpen zu nutzen und die erzeugte Energie über ein Wärmenetz zu verteilen. Vorgesehen ist ein Netzgebiet, das die historische Altstadt von Meersburg und angrenzende Bereiche umfasst (wir berichteten).
Die Gesellschaft, getragen von der Stadt Meersburg und dem Stadtwerk am See, hat nach eigenen Angaben bereits zentrale Förderzusagen erhalten. „Staatliche Förderungen sind für das Projekt zentral. Dass wir hier erfolgreich waren, zeigt, dass unsere Planungen realistisch und wirtschaftlich tragfähig sind“, erklärte Wöhler.
Gleichzeitig betonte er, dass der Projekterfolg maßgeblich vom Interesse der Bürgerinnen und Bürger abhängt. Auch wer seine bestehende Heizungsanlage noch nutzen könne, solle sich frühzeitig melden, um die Wirtschaftlichkeit des Netzes zu sichern und Fördermittel ausschöpfen zu können. Als warnendes Beispiel nannte Wöhler das Seewärme-Projekt im schweizerischen Arbon, das mangels Beteiligung beendet werden musste.
In Meersburg seien die Voraussetzungen günstiger: Die Technik sei erprobt, die Umweltbilanz positiv, und die Versorgungssicherheit hoch. Der Bau von Heizzentrale und Wärmenetz soll 2026 beginnen, ab 2028 sind erste Lieferungen vorgesehen. Geplant ist eine Realisierung in fünf Bauabschnitten mit einem Potenzial für etwa 350 Gebäude. Öffentliche Einrichtungen sind als feste Abnehmer vorgesehen.
„Ein See ist eine nahezu unbegrenzte Wärmequelle, die umweltverträglich genutzt werden sollte“, sagte Wöhler. Der richtige Zeitpunkt, sich zu informieren und Interesse zu zeigen, sei jetzt – damit Meersburg zu einem Vorreiter nachhaltiger Wärmeversorgung werde.
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