Montag, 7. September 2026

Schleswig-HolsteinBürgschaftsprogramm für Wärmenetze

[15.04.2024] In Schleswig-Holstein startet heute das Bürgschaftsprogramm Wärmenetze. Dabei übernimmt das Land Bürgschaften und Garantien von bis zu zwei Milliarden Euro für Investitionen in Wärmenetze.

Das Land Schleswig-Holstein übernimmt jetzt für Investitionen in Wärmenetze Bürgschaften und Garantien von bis zu zwei Milliarden Euro. Wie das Ministerium für Energiewende, Klimaschutz, Umwelt und Natur mitteilt, ergibt sich das aus der Richtlinie des „Bürgschaftsprogramm Wärmenetze Schleswig-Holstein“, die Energiewendeminister Tobias Goldschmidt (Bündnis 90/Die Grünen) anlässlich des Spitzengesprächs Wärmenetze angekündigt hat. Heute sei die Richtlinie im Amtsblatt veröffentlicht worden.
Für den Aus- und Umbau der Wärmenetze werde in den kommenden Jahren ein erheblicher Investitionsbedarf in den Kommunen Schleswig-Holsteins erwartet. Für die dafür nötigen Kredite und Beteiligungen fehlten bislang Bürgschaften – mit den zwei Milliarden aus dem neuen Bürgschaftsprogramm schließe das Land damit eine Lücke.
Gefördert werde sowohl der Neubau von Wärmenetzen als auch die Erweiterung und der Umbau bestehender Wärmenetze, sofern diese aus erneuerbaren Energien oder durch unvermeidbare Abwärme gespeist werden. Die angesprochenen Investoren seien neben Kommunen, Kommunalunternehmen, Zweckverbänden und etwa Genossenschaften auch private Unternehmen, darunter Stadtwerke.
Auf der Homepage der Bürgschaftsbank Schleswig-Holstein seien ab dem 15. April 2024 alle notwendigen Informationen sowie das Antragsformular zu finden. Ab diesem Tag sei bei der Bürgschaftsbank eine Antragstellung durch die jeweils finanzierenden Kreditinstitute möglich.
Ein weiteres Thema auf dem Spitzengespräch Wärmenetze, an dem auch Vertreterinnen und Vertreter von Stadtwerken, Verbänden, Verbraucherschutz und dem Finanzsektor teilnahmen, seien die Übernahme der Vorgaben aus dem Wärmeplanungsgesetz des Bunds in das Energiewende- und Klimaschutzgesetz (EWKG) Schleswig-Holsteins gewesen. Dieses werde derzeit überarbeitet.
Mit dem EWKG, dessen Entwurf in den kommenden Wochen im Kabinett beraten wird, setze Schleswig-Holstein als eines der ersten Länder nicht nur das Wärmeplanungsgesetz, sondern auch das Gebäudeenergiegesetz, das Klimaanpassungsgesetz und das Energieeffizienzgesetz in Landesrecht um und treibe so die Wärmewende voran. „Es ist klar, dass 2040 in Schleswig-Holstein das Zeitalter von Öl und Gas endet. Für die Wärmeversorgung bedeutet das eine große Herausforderung, an der wir gemeinsam mit den entscheidenden Akteuren in den Kommunen intensiv arbeiten wollen. Um bei der komplexen Umsetzung der neuen Bundesgesetze besonders im Wärmebereich zu helfen, stellen wir zur Unterstützung der Kommunen derzeit ein Wärmekompetenzzentrum auf die Beine“, sagt Tobias Goldschmidt.



Stichwörter: Politik, Schleswig-Holstein


Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Politik

BDEW/VKU: Stellungnahme zum Brandanschlag

[02.09.2026] Nach dem Angriff auf ein Umspannwerk in Turnow-Preilack haben sich BDEW und VKU zum Schutz Kritischer Energie-Infrastruktur geäußert. Beide Verbände fordern Konsequenzen, unterscheiden sich aber in der Frage, welche Rolle Staat und Betreiber beim Schutz der Stromnetze übernehmen sollen. mehr...

Bundesregierung: Eckpunkte für ein Wärmenetzpaket beschlossen

[28.08.2026] Die Bundesregierung hat Eckpunkte für ein neues Wärmenetzpaket beschlossen. Der geplante Rechtsrahmen soll Investitionen erleichtern und zugleich Preise sowie Verbraucherrechte neu regeln. mehr...

RWE/Amprion: Stromanbieter kritisieren geplante Übernahme

[19.08.2026] Die geplante Übernahme von Amprion durch RWE stößt bei vier Ökostromanbietern auf Kritik. Sie fordern von der Bundesnetzagentur eine neue Prüfung, weil sie Risiken für Wettbewerb, Netzunabhängigkeit und den Zugang zu Flexibilitätsmärkten sehen. mehr...

Windenergie-auf-See-Gesetz: VKU fordert Ausbau mit Augenmaß

[19.08.2026] Der VKU fordert für den weiteren Ausbau der Offshore-Windenergie mehr Wettbewerb und eine stärkere Orientierung am tatsächlichen Stromertrag. Zur Novelle des Windenergie-auf-See-Gesetzes schlägt der Verband unter anderem ein niedrigeres Ausbauziel und kleinere Ausschreibungsflächen vor. mehr...

interview

Interview: Schocks absorbieren

[10.08.2026] Die Energiebranche fordert klare Regeln für den Schutz Kritischer Infrastrukturen. stadt+werk sprach mit Kerstin Andreae, BDEW, und Ingbert Liebing, VKU, über die Bedrohungslage und mögliche Wege zu höherer Sicherheit. mehr...

Verband Region Stuttgart: Ausbau der Stromnetze beschleunigen

[06.08.2026] Der Verband Region Stuttgart und zahlreiche Partner wollen den Ausbau der Stromnetze in der Region beschleunigen. Eine gemeinsame Absichtserklärung soll Planungs- und Genehmigungsverfahren vereinfachen und die Zusammenarbeit von Kommunen, Netzbetreibern und Stadtwerken stärken. mehr...

Bundesregierung: StromVKG verabschiedet

[04.08.2026] Das neue Strom-Versorgungssicherheits- und Kapazitätengesetz schafft den Rahmen für zusätzliche flexible Stromkapazitäten. Es soll die Versorgung auch bei wachsendem Anteil erneuerbarer Energien und dem Kohleausstieg absichern. mehr...

EEG-Novelle/Netzanschlusspaket: Stellungnahmen zu Reformschritten

[29.07.2026] Das Bundeskabinett hat heute die Entwürfe für die EEG-Novelle und das Netzanschlusspaket beschlossen. Energieverbände begrüßen den Reformkurs, verlangen im parlamentarischen Verfahren aber an zentralen Punkten Änderungen. mehr...

Thüringen: Energie-Anlagen schneller genehmigen

[28.07.2026] Thüringen will Genehmigungsverfahren für Industrie- und Energie-Anlagen weiter beschleunigen. Neue Vorgaben und organisatorische Maßnahmen sollen Investitionen sowie den Ausbau der Energie-Infrastruktur erleichtern, ohne den Umweltschutz zu schwächen. mehr...

Politik: Stellungnahmen zur EEG-Novelle und zum Netzanschlusspaket

[24.07.2026] Die Referentenentwürfe zur EEG-Novelle und zum Netzanschlusspaket stoßen bei Ländern und Verbänden auf ein geteiltes Echo. Während einige Akteure Nachbesserungen verlangen, sehen andere wichtige Fortschritte – fordern aber mehr Zeit und einen strukturierten Dialog vor dem Kabinettsbeschluss. mehr...

Sokratherm: Politische Entscheidungen verbessern Bedingungen für KWK

[22.07.2026] Das neue Gebäudemodernisierungsgesetz und ein EuGH-Urteil stärken die Rahmenbedingungen für Kraft-Wärme-Kopplung. Beide Entscheidungen könnten den Einsatz von Blockheizkraftwerken erleichtern und die anstehende Reform des KWK-Gesetzes beeinflussen. mehr...

EEG-Novelle: Kritik aus der Biogasbranche

[22.07.2026] Ein Netzwerk der Biogasbranche kritisiert den Entwurf zur EEG-Novelle als existenzielle Bedrohung für bestehende Biogasanlagen. Nach Ansicht der Flexperten gefährden die geplanten Ausschreibungsregeln Versorgungssicherheit, Wärmewende und ländliche Wertschöpfung – und fordern deutliche Nachbesserungen. mehr...

bericht

Energiewende: Hybridlösungen statt neuer Lock-ins

[14.07.2026] Die Kraftwerksstrategie des Bundes setzt auf zentrale Großprojekte – doch die kommen zu spät und schaffen neue Abhängigkeiten. Kommunale Hybridlösungen aus KWK, Wärmepumpen, Photovoltaikanlagen und Speichern bieten einen schnelleren, resilienteren Weg. mehr...

Naturstrom: Weniger Negativpreise

[07.07.2026] An der Strombörse gab es im ersten Halbjahr 2026 deutlich weniger Stunden mit negativen Preisen als im Vorjahr. Eine Analyse zeigt, warum die Preise trotz der globalen Energiekrise insgesamt stabil blieben und welche Rolle erneuerbare Energien und Flexibilität dabei spielen. mehr...

Ein großer Mobilkran richtet auf einer Freifläche am Waldrand einen Gittermast einer Hochspannungsfreileitung auf. Mehrere Monteure begleiten die Montage, während weitere Mastsegmente am Boden bereitliegen. Über der Baustelle erstreckt sich ein blauer Himmel mit großen weißen Wolken.

TenneT: Bund steigt ein

[06.07.2026] Der Bund hat seine Beteiligung am Stromübertragungsnetzbetreiber TenneT Germany abgeschlossen. Über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) hält der Staat nun 25,1 Prozent der Anteile. Nach Angaben der Bundesregierung soll damit der Ausbau des Stromübertragungsnetzes unterstützt werden. mehr...