Mittwoch, 1. Juli 2026

Bad NauheimErdkollektor für kalte Nahwärme

[31.08.2020] Die Energiezentrale im Smart-City-Quartier „Bad Nauheim Süd" wurde am 28. August 2020 eingeweiht. Sie bildet dort das Kernstück der Wärme- und Kälteversorgung auf Basis der kalten Nahwärme. Angeschlossen ist Deutschlands größter Erdkollektor.
Lucia Puttrich

Lucia Puttrich, Hessische Ministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten, bei ihrer Rede.

(Bildquelle: Stadtwerke Bad Nauheim)

In Bad Nauheim ist ein Leuchtturmprojekt zur Energiewende fertiggestellt. Am 28. August 2020 haben die Stadtwerke Bad Nauheim im Beisein zahlreicher Vertreter aus Politik und Gesellschaft die Energiezentrale des größten Kalte-Nahwärme-Projekts Deutschlands eingeweiht. „Die Energiezentrale bildet den operativen Kern des Kalte-Nahwärme-Systems. Der bundesweit größte Erdkollektor sorgt dafür, dass mehr als 1.000 Menschen ihre Gebäude klimaneutral heizen und kühlen“, erläuterte Peter Drausnigg, Geschäftsführer der Stadtwerke Bad Nauheim das Ergebnis. Gemeinsam haben er, die Hessische Ministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten Lucia Puttrich als Schirmherrin und Klaus Kreß, Bürgermeister von Bad Nauheim und Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtwerke, das rote Band vor der Energiezentrale durchgeschnitten und diese in Betrieb genommen.
„Je mehr Menschen sich rund um den Globus bemühen, den Ausstoß klimaschädlicher Emissionen zu reduzieren, umso besser für alle. Denn Klima ist global“, betonte Puttrich. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) fördert das angegliederte Forschungsprojekt KNW-opt mit rund vier Millionen Euro (wir berichteten). Doch wie funktioniert die zukunftsweisende Wärme- und Kälteversorgung in dem Quartier in der hessischen Kurstadt nördlich von Frankfurt? Mithilfe so genannter Boden-Klima-Tauscher und einer umweltfreundlichen Trägerflüssigkeit wird dem Erdreich Wärme aus einer Tiefe von eineinhalb und drei Metern entzogen. Anschließend wird die Trägerflüssigkeit über ein mehrere Kilometer langes Netz zu den einzelnen Gebäuden transportiert. Die Stadtwerke Bad Nauheim installieren und betreiben in den Neubauten hocheffiziente Wärmepumpen, welche die Wasservorlauftemperatur von etwa 10 Grad auf 55 Grad für das Trinkwarmwasser sowie auf 35 Grad für die Fußbodenheizung erhöhen. Im Sommer funktioniert dieses System genau umgekehrt. Statt zu heizen, können die Gebäude auf natürliche Weise gekühlt werden. Auf den zusätzlichen Einsatz von Klimageräten kann somit verzichtet werden.





Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Geothermie

Ruhrgebiet: Größtes Geothermie-Erlaubnisfeld

[25.06.2026] Im Ruhrgebiet entsteht das bislang größte Geothermie-Untersuchungsfeld in Deutschland. Für das Projekt „Erdwärme Metropole Ruhr“ wurde nun die entsprechende Erlaubnis erteilt. mehr...

Potsdam: Verlängerung von Projekt zur Tiefengeothermie

[24.06.2026] EWP und das GFZ erschließen in Potsdam gemeinsam weitere Standorte für die Tiefengeothermie. Die vierjährige Kooperation soll den Umbau der Wärmeversorgung beschleunigen und den Weg für den Ersatz des bestehenden Heizkraftwerks ebnen. mehr...

Münster: Forschungsbohrung für 2027 geplant

[22.06.2026] In Münster soll 2027 eine Forschungsbohrung prüfen, ob sich heißes Thermalwasser in mehr als einem Kilometer Tiefe nutzen lässt. Das Projekt könnte die Grundlage für eine klimafreundliche Wärmeversorgung legen und wichtige Entscheidungen für die Wärmewende in der Region beeinflussen. mehr...

Schematische Darstellung einer Anlage zur tiefen Geothermie. Die Grafik zeigt einen Querschnitt durch den Untergrund mit mehreren Gesteinsschichten. Zwei Bohrungen reichen bis in rund 3.500 Meter Tiefe zu einer etwa 150 Grad Celsius heißen wasserführenden Schicht. Heißes Wasser wird über eine Förderbohrung an die Oberfläche geleitet, zur Erzeugung von Fernwärme und Elektrizität genutzt und anschließend über eine zweite Bohrung wieder in den Untergrund zurückgeführt. An der Oberfläche sind Gebäude, Felder, Stromleitungen und technische Anlagen dargestellt. Die Beschriftungen „Fernwärme“ und „Elektrizität“ verdeutlichen die Nutzung der geothermischen Energie.

Baden-Württemberg: Landesregierung setzt auf Geothermie

[12.06.2026] Die neue Landesregierung in Baden-Württemberg will den Ausbau der tiefen Geothermie vorantreiben. Nach Angaben der Plattform Erneuerbare Energien Baden-Württemberg sollen Hemmnisse für die Technologie abgebaut werden. Derzeit befinden sich 17 Anlagen im Land in Planung, eine weitere wird gebaut. mehr...

Stadtwerke Husum: Tiefengeothermie für Wärmeversorgung

[02.06.2026] Die Stadtwerke Husum lassen die Möglichkeiten für eine Nutzung von Tiefengeothermie untersuchen. Eine Machbarkeitsstudie soll klären, ob und wo Bohrungen möglich sind und unter welchen Voraussetzungen sich das Vorhaben umsetzen lässt. mehr...

München: Geothermie-Messungen im Projekt GIGA-M

[01.06.2026] Mit einer Seismik-Kampagne sollen im Großraum München bislang ungenutzte Erdwärme-Potenziale untersucht werden. Mehrere Stadtwerke und kommunale Unternehmen haben sich dazu im Forschungsprojekt GIGA-M zusammengeschlossen. mehr...

Mehrere weiße Vibro-Trucks stehen auf einer Straße am Rand eines Feldes. Die Spezialfahrzeuge werden für seismische Messungen zur Untersuchung des Untergrunds eingesetzt. Der Himmel ist bewölkt.

Nürnberg: N-ERGIE plant Erdwärmeprojekt

[27.05.2026] N-ERGIE will in der zweiten Jahreshälfte 2026 den Untergrund in und um Nürnberg mit 2D-Seismik-Messungen untersuchen. Die Daten sollen helfen, das Potenzial von Erdwärme in der Region Nürnberg genauer zu bewerten. mehr...

Neuhofen: Informationsveranstaltung zu Tiefengeothermie-Projekt

[22.05.2026] Das Tiefengeothermie-Projekt „Rhein-Pfalz“ hat seine erste Bürgerinformationsveranstaltung in Neuhofen genutzt, um Technik, Bohrungen und Wärmenetzpläne vorzustellen. Das große Interesse der Besucher zeigt, wie stark die regionale Wärmewende und die Aussicht auf langfristig stabile Wärmepreise die Menschen vor Ort beschäftigen. mehr...

Oberschwaben: LGRB startet seismische Messkampagne im Herbst

[20.05.2026] In Oberschwaben beginnt im Oktober 2026 eine groß angelegte 2D-Seismik zur Erkundung tiefer geothermischer Potenziale. Die Messkampagne soll Kommunen und Energieversorgern belastbare Daten für klimaneutrale Wärmeprojekte liefern und gilt als wichtiger Baustein der Wärmewende in Baden-Württemberg. mehr...

Kaiserslautern: Pfälzer Wärme aus dem Untergrund

[07.05.2026] Das Unternehmen Deutsche ErdWärme und die Stadtwerke Kaiserslautern prüfen, ob Geothermie künftig zur Wärmeversorgung der Stadt beitragen kann. Dafür werden Daten aus seismischen Messungen im Untergrund ausgewertet. mehr...

Stadtwerke Münster: Untergrundmodell liefert möglichen Bohrstandort

[06.05.2026] Die Stadtwerke Münster haben aus einer groß angelegten 3D-Seismik ein detailliertes Untergrundmodell bis 6.000 Meter Tiefe erstellt und leiten daraus einen ersten möglichen Bohrstandort für Tiefengeothermie am Stadthafen ab. mehr...

Wuppertal: Machbarkeitsstudie zur tiefen Geothermie

[01.04.2026] Die Fraunhofer IEG und die Wuppertaler Stadtwerke starten eine Machbarkeitsstudie zur Nutzung tiefer Geothermie in Wuppertal. Die Untersuchung soll klären, ob Erdwärme aus mehreren tausend Metern Tiefe künftig zur klimafreundlichen Wärmeversorgung der Stadt beitragen kann. mehr...

Herrsching am Ammersee: Gymnasium nutzt PVT-Module

[26.03.2026] Ein Gymnasium in Herrsching am Ammersee nutzt erstmals PVT-Module in Kombination mit Geothermie für seine Energieversorgung. Das hybride System reduziert den Bedarf an Erdsonden deutlich und zeigt, wie sich Flächen- und Genehmigungsgrenzen in Neubauten überwinden lassen. mehr...

Praxisforum Tiefengeothermie: Schwerpunkte des Programms

[23.03.2026] Das Praxisforum Tiefengeothermie stellt vier thematische Foren für sein Programm 2026 vor, darunter ein neues Wärmenetz-Forum. Die Veranstaltung in Pullach will zeigen, wie sich die heimische Energiequelle schneller ausbauen lässt und gewinnt vor dem Hintergrund hoher Energiepreise an Brisanz. mehr...

Vulcan Energy: Neuer Bohrplatz in Rohrbach

[18.03.2026] Vulcan Energy baut mit dem Bohrplatz Trappelberg in Rohrbach einen weiteren Standort für sein Geothermie- und Lithiumprojekt Lionheart bei Landau. Der Ausbau soll klimaneutrale Wärme liefern und die industrielle Lithiumgewinnung in der Region voranbringen. mehr...