Bad NauheimErdkollektor für kalte Nahwärme

Lucia Puttrich, Hessische Ministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten, bei ihrer Rede.
(Bildquelle: Stadtwerke Bad Nauheim)
In Bad Nauheim ist ein Leuchtturmprojekt zur Energiewende fertiggestellt. Am 28. August 2020 haben die Stadtwerke Bad Nauheim im Beisein zahlreicher Vertreter aus Politik und Gesellschaft die Energiezentrale des größten Kalte-Nahwärme-Projekts Deutschlands eingeweiht. „Die Energiezentrale bildet den operativen Kern des Kalte-Nahwärme-Systems. Der bundesweit größte Erdkollektor sorgt dafür, dass mehr als 1.000 Menschen ihre Gebäude klimaneutral heizen und kühlen“, erläuterte Peter Drausnigg, Geschäftsführer der Stadtwerke Bad Nauheim das Ergebnis. Gemeinsam haben er, die Hessische Ministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten Lucia Puttrich als Schirmherrin und Klaus Kreß, Bürgermeister von Bad Nauheim und Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtwerke, das rote Band vor der Energiezentrale durchgeschnitten und diese in Betrieb genommen.
„Je mehr Menschen sich rund um den Globus bemühen, den Ausstoß klimaschädlicher Emissionen zu reduzieren, umso besser für alle. Denn Klima ist global“, betonte Puttrich. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) fördert das angegliederte Forschungsprojekt KNW-opt mit rund vier Millionen Euro (wir berichteten). Doch wie funktioniert die zukunftsweisende Wärme- und Kälteversorgung in dem Quartier in der hessischen Kurstadt nördlich von Frankfurt? Mithilfe so genannter Boden-Klima-Tauscher und einer umweltfreundlichen Trägerflüssigkeit wird dem Erdreich Wärme aus einer Tiefe von eineinhalb und drei Metern entzogen. Anschließend wird die Trägerflüssigkeit über ein mehrere Kilometer langes Netz zu den einzelnen Gebäuden transportiert. Die Stadtwerke Bad Nauheim installieren und betreiben in den Neubauten hocheffiziente Wärmepumpen, welche die Wasservorlauftemperatur von etwa 10 Grad auf 55 Grad für das Trinkwarmwasser sowie auf 35 Grad für die Fußbodenheizung erhöhen. Im Sommer funktioniert dieses System genau umgekehrt. Statt zu heizen, können die Gebäude auf natürliche Weise gekühlt werden. Auf den zusätzlichen Einsatz von Klimageräten kann somit verzichtet werden.
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